Twitter Facebook Instagram Youtube Xing RSS
inform ukh
Datum: Kategorie(n): Versicherungsschutz · Leistungen UKH · Mitgliedschaft UKH · Sie fragen – wir antworten · Drucken

Sie fragen – wir antworten: Die Versichertenrente

In inform Ausgabe 1/2017 haben wir bereits zahlreiche Fragen zum Thema Leistungsrecht beantwortet. Dieser Artikel ist auf ein breites Interesse gestoßen: Es erreichten uns im Anschluss diverse Rückfragen, insbesondere zur Versichertenrente. In dem heutigen Artikel fassen wir unsere Antworten nochmals für alle Leser*innen zusammen. 

Wie lange wird Rente gezahlt?

Bekommt man die Rente auf Lebenszeit? Der Rentenanspruch hängt von den Auswirkungen der Unfallfolgen auf die Erwerbsfähigkeit ab. Oft können die Unfallfolgen im Laufe der Zeit gebessert oder beseitigt werden. Sinkt dann die Minderung der Erwerbsfähigkeit (MdE) unter 20 Prozent, verlieren die Versicherten ihren Anspruch auf Rente. Bei dauerhaften Unfallfolgen kann die Rente aber grundsätzlich auf Lebenszeit gezahlt werden. Eine Beschränkung auf ein Lebensalter (z. B. 65. Lebensjahr) besteht nicht.

Wird die Rente immer in gleicher Höhe gezahlt?

Die Höhe der Rente verändert sich, wenn sich die Berechnungsfaktoren MdE oder Der Jahresarbeitsverdienst ist der Gesamtbetrag der Arbeitsentgelte und Arbeitseinkommen des Versicherten in den zwölf Kalendermonaten vor dem Monat, in dem der Versicherungsfall eingetreten ist.
[mehr +]
Jahresarbeitsverdienst (JAV)
verändern (s. Infobox).

Unfallfolgen und die MdE können sich nicht nur bessern bzw. sinken, sie können sich auch verschlimmern bzw. die MdE kann steigen. Ist diese Veränderung wesentlich, verändert sich auch die Rentenhöhe.

Der JAV wird für junge Menschen bei Erreichen eines bestimmten Lebensalters bzw. bei der Beendigung der Ausbildung sowie nach Berufsjahren automatisch erhöht. Dies wirkt sich auf die Rentenformel aus. Die Rente steigt. Nicht zuletzt werden die Unfallrenten wie die Altersrenten jährlich dynamisiert. Die Anpassungsfaktoren der gesetzlichen Unfallversicherung gleichen denen der Rentenversicherung.

Neben der Rente wird ein Arbeitseinkommen erzielt oder es werden Leistungen anderer Sozialleistungsträger gezahlt. Wirkt sich dies auf die Auszahlung meiner Rente aus?

Bei Versichertenrenten spielt das erzielte Einkommen nach dem Unfall oder Leistungen anderer Leistungsträger grundsätzlich keine Rolle. Eine Einkommensanrechnung gibt es nur bei Hinterbliebenenrenten. Aber: Dies gilt nicht für die anderen Leistungsträger! Insbesondere die Rentenversicherung kürzt ihre Leistungen bei Bezug von Unfallrenten ab Erreichen bestimmter Höchstgrenzen. Auch bei Bezug von einkommensabhängigen Sozialleistungen wie z. B. Sozialhilfe oder Arbeitslosengeld II wird unsere Rente angerechnet. Fragen Sie zur Sicherheit Ihren zuständigen Leistungsträger!

Ich bin schon Altersrentner der gesetzlichen Rentenversicherung. Kann ich trotzdem eine Rente der gesetzlichen Unfallversicherung erhalten?

Jeder Versicherte, der vor einem Unfall nicht schon völlig erwerbsunfähig war, kann grundsätzlich eine Versichertenrente beziehen. Im Unterschied zum privaten Schadensersatz setzen Renten aus der gesetzlichen Unfallversicherung nicht voraus, dass Verletzte einen konkret nachweisbaren wirtschaftlichen Schaden erlitten haben. Es wird ein möglicher Schaden ausgeglichen. Durch die Rente soll die geminderte Erwerbsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt ausgeglichen werden, unabhängig davon, ob und wie sich diese konkret durch gemindertes Einkommen oder Jobverlust ausgewirkt hat. Aus diesem Grund können auch Verletzte, die vor dem Unfall keine Arbeitnehmer waren (z. B. Rentner*innen oder Schüler*innen) eine Unfallrente erhalten.

Wann wird den Berechtigten die monatliche Rente ausgezahlt?

Hier ist es im Jahr 2004 zu einer Änderung gekommen. Deshalb werden die Renten mit Rentenbeginn vor dem 1.4.2004 so überwiesen, dass der Betrag spätestens am letzten Bankarbeitstag vor dem jeweiligen Monatsersten auf dem Konto gutgeschrieben wird (sogenannte vorschüssige Zahlung).

Bei Rentenbeginn ab dem 1.4.2004 wird die monatliche Rente am Monatsende fällig und dem Konto des Rentners spätestens bis zum letzten Bankarbeitstag des Monats gutgeschrieben (nachschüssige Zahlung).

Sind Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung zu versteuern?

Nach § 3 Nr. 1a des Einkommenssteuergesetzes (EStG) sind Leistungen aus der gesetzlichen Unfallversicherung prinzipiell steuerfrei. Das heißt, dass sämtliche Renten (Versicherten- und Hinterbliebenenrenten) und Abfindungen von Renten nicht versteuert werden müssen.

Der Vollständigkeit halber möchten wir Sie über zwei Ausnahmen aus den übrigen Leistungsbereichen informieren:

Beim Wenn jemand durch einen Arbeitsunfall oder eine Berufskrank­heit arbeitsunfähig ist, dann übernimmt die Unfallkasse Hessen die finanzielle Versorgung und zahlt Verletztengeld (§§ 45 ff SGB VII).
[mehr +]
Verletztengeld
ist es möglich, dass geprüft werden muss, ob Leistungen aus der gesetzlichen Unfallversicherung dem Progressionsvorbehalt (§ 32b Abs. 1 Nr. 1b EStG) unterliegen. In einem solchen Fall bleibt das Wenn jemand durch einen Arbeitsunfall oder eine Berufskrank­heit arbeitsunfähig ist, dann übernimmt die Unfallkasse Hessen die finanzielle Versorgung und zahlt Verletztengeld (§§ 45 ff SGB VII).
[mehr +]
Verletztengeld
selbst steuerfrei, jedoch erhöht sich unter Umständen der Steuersatz für das restliche Einkommen.

Außerdem sind Zinsen auf Rentennachzahlungen in voller Höhe als „Einkünfte aus Kapitalvermögen“ (§ 20 Abs. 1 Nr. 7 EStG) zu versteuern.

Auf dem Rentenbescheid steht, dass er Folge eines Beschlusses des Rentenausschusses ist. Was bedeutet das?

Nach dem Sozialgesetzbuch können durch Satzung der Unfallversicherungsträger Entscheidungen über Renten, laufende Beihilfen und Leistungen bei Pflegebedürftigkeit den Rentenausschüssen übertragen werden. Die UKH hat von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht. Die Rentenausschüsse sind paritätisch mit Vertretern der Arbeitnehmer und Arbeitgeber besetzt und tagen bei der UKH zweimal im Monat. Für die UKH entscheiden sie über erstmalige Renten, über Rentenerhöhungen, Rentenherabsetzungen und Rentenentziehungen wegen Änderungen der gesundheitlichen Verhältnisse und über Abfindungen. 

 

inform Ausgabe 3/2017

Versichertenrente der gesetzlichen Unfallversicherung

Das neue Merkblatt der UKH informiert über unsere Leistungen.

Autor/Interviewer: Thiemo Gartz, E-Mail: t.gartz@ukh.de