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Datum: Kategorie(n): Sicherheit · Gesundheit · Drucken

Unfallfreie Räumung von Schneemassen von Dächern

Immer wieder haben Hausmeister und Hausmeisterinnen Unfälle, weil sie sich bei starkem Schneefall auf Dachflächen begeben, um die Dachkonstruktion von unzuträglichen Schneemassen zu befreien. In diesem Beitrag stellen wir Ihnen unter anderem die neue Information der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) zur Schneeräumung auf Dachflächen vor. Damit Sie das Dach im nächsten Winter unfallfrei von seiner Last befreien können!

Zur Vermeidung von Abstürzen sind grundsätzlich Schutzmaßnahmen anzuwenden, gleichgültig, ob die Schneelasten nur ermittelt oder auch geräumt werden. Wer sich auf ein Dach begibt, befindet sich in der Regel drei Meter und mehr über dem umliegenden Gelände. Bei leicht geneigten, aber auch bei flachen Dächern besteht an den Dachkanten Absturzgefahr; bei stärker geneigten Dächern auf der gesamten Dachfläche. Ein Absturz aus dieser Höhe endet meist mit schweren Verletzungen. Allein die Arbeit auf dem Dach nimmt die Konzentration der Ausführenden bereits sehr in Anspruch, so dass die Absturzkante leicht übersehen wird.

Verhaltensmaßnahmen

Grundsätzlich muss beim Betreten der Dachfläche die Standsicherheit gewährleistet sein. Manche Dacheindeckung ist für ein Betreten nicht geeignet. Oder Dachöffnungen, wie Dachfenster oder Lichtkuppeln mit Plexiglashauben, werden unter der Schneedecke nicht wahrgenommen und brechen beim Betreten unter Umständen sofort ein. Bei der Räumung des Daches ist immer die Statik des Dachtragwerks zu beachten. Zum Beispiel kann es Stabilitätsprobleme geben, wenn das Dach bei zu hohen Schneelasten zunächst komplett auf der einen Seite geräumt wird, bevor auf der anderen Seite mit dem Abtragen des Schnees begonnen wird. Es empfiehlt sich, das Dach auf beiden Seiten möglichst gleichmäßig zu entlasten und den Schnee abschnittsweise abzutragen.

Persönliche Schutzausrüstung

Idealerweise gibt es an den Absturzkanten eine mindestens einen Meter hohe Umwehrung. Alternativ sollte als persönliche Schutzausrüstung ein Anseilschutz zur Verfügung stehen. Für den Einsatz von Anseilschutz müssen wiederum Anschlageinrichtungen auf dem Dach vorhanden sein. Dies können Einzelösen oder Anschlagkonstruktionen mit Leitseilen sein. Mit der Benutzung des Anseilschutzes sollte man sich bereits im Vorfeld vertraut gemacht haben. Es ist daher sicherzustellen, dass die mit der Räumung betrauten Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in der Handhabung der Anseilsysteme unterwiesen und auch über das sicherheitsgerechte Verhalten aufgeklärt wurden.

Sind die Möglichkeiten der Absturzsicherung nicht gegeben, sollten Arbeiten auf dem Dach nicht mit eigenen Beschäftigten durchgeführt werden. In diesen Fällen werden entweder Fachfirmen oder im Bereich der Gefahrenabwehr tätige Hilfsorganisationen, wie die Feuerwehr oder das Technische Hilfswerk, unterstützend hinzugezogen.

 

inform Ausgabe 4/2017

Checkliste: Räumung von Dachlasten

Die Räumung der Schneelasten von Dächern verlangt ein verantwortungsbewusstes Handeln. Bei der Erstellung einer Gefährdungsbeurteilung soll die folgende Checkliste behilflich sein, um beim Betreten des Dachs oder Räumen der Schneelast die Sicherheit der Beschäftigten sicher zu stellen:

  • Wie hoch dürfen die Schneelasten auf den betreffenden Dächern sein?
  • Sind die Dächer begehbar?
  • Können die vorhandenen Schneelasten ermittelt werden?
  • Sind geeignete Aufstiegshilfen vorhanden?
  • Wie werden die Beschäftigten gesichert?
  • Sind Anschlagpunkte und persönliche Schutzeinrichtungen gegen Absturz vorhanden?
  • Sind die Beschäftigten unterwiesen und mit dem sicheren Räumen betraut?
  • Bestehen weitere Gefahren durch Schnee und Eis (z. B. Eiszapfen an den Dachrändern, Abgang von plötzlichen Dachlawinen)?

Weitere Informationen

Unfallverhütungsvorschriften:

  • DGUV Vorschrift 1: Grundsätze der Prävention
  • DGUV Vorschrift 38 und 39: Bauarbeiten
  • DGUV Regel 112-198: Benutzung von persönlichen Schutzausrüstungen gegen Absturz
  • DGUV Regel 112-199: Retten aus Höhen und Tiefen mit persönlichen Absturzschutzausrüstungen
  • DGUV Information 212-002: Schneeräumung auf Dachflächen

Arbeiten an der Dachkante – Absturzgefahr! Bild: ©Adobe Stock

Autor/Interviewer: Michael Protsch, E-Mail: m.protsch@ukh.de