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Datum: Kategorie(n): Versicherungsschutz · Leistungen UKH · Schule · Versicherungsschutz · Drucken

Unfallschutz beim Schüleraustausch

Deutsche Schülerinnen und Schüler, die an einem kurzfristigen schulischen Austauschprogramm teilnehmen, sind auch im Ausland nach deutschem Recht gesetzlich unfallversichert. Der gesetzliche Unfallversicherungsschutz ist allerdings an gewisse Voraussetzungen gebunden.

Planung und Organisation durch die Schule

Für Schülerinnen und Schüler besteht während der Teilnahme an schulischen Veranstaltungen grundsätzlich gesetzlicher Unfallversicherungsschutz. Der Versicherungsschutz erstreckt sich dabei auf den lehrplanmäßigen Unterricht, auf unmittelbar vor oder nach dem Unterricht durchgeführte Betreuungsmaßnahmen und auf sonstige schulische Veranstaltungen. Zu den „sonstigen schulischen Veranstaltungen“ gehört auch der Schüleraustausch. Voraussetzung ist allerdings, dass dieser im organisatorischen Verantwortungsbereich der Schule liegt. Konkret heißt das: Die Schule muss den Austausch organisieren, planen und durchführen.

Versicherte Tätigkeiten

Während des Auslandsaufenthalts nimmt der Schüler in der Regel am dortigen Unterricht teil, er ist in den ausländischen Klassenverband integriert. Dabei steht er, wie bei allen anderen schulischen Tätigkeiten, die im organisatorischen Verantwortungsbereich der Schule liegen, unter dem Schutz der deutschen gesetzlichen Unfallversicherung. Dazu gehören auch gemeinschaftliche Unternehmungen, die im Klassenverband durchgeführt werden. Unstrittig sind beispielsweise Museumsbesuche, sofern diese von der Bildungseinrichtung organisiert sind, gemeinsame sportliche Aktivitäten oder Vortragsveranstaltungen.

Eigenmächtige Unternehmungen, wie das Erkunden der Stadt auf eigene Faust, stehen nicht mehr im Zusammenhang mit dem Zweck des Schüleraustausches und sind deshalb nicht versichert.

Auch Tätigkeiten in der Freizeit, also außerhalb der unmittelbaren Schulaufsicht, wie abendliche Discobesuche, private Besorgungen und Verrichtungen wie Waschen, Essen, Schlafen etc. unterliegen nicht dem Schutz der Unfallversicherung. Behandlungskosten für Unfälle in diesem Zusammenhang übernimmt die gesetzliche oder private Krankenversicherung.

Für Schüler, die ohne Anknüpfungspunkt an eine deutsche Schule eine Schuleinrichtung im Ausland besuchen, besteht ebenfalls kein Versicherungsschutz.

Lernen und Wohnen

Beim Schüleraustausch gelten grundsätzlich die gleichen Voraussetzungen wie zu Hause: Alle Tätigkeiten, die nicht im Zusammenhang mit der Schulveranstaltung stehen, sind unversichert.

Eine Ausnahme davon kann es bei Unternehmungen und dem Zusammenleben mit der Gastfamilie geben. Die individuelle Unterbringung der Schülerinnen und Schüler bei Gasteltern ist ein wesentlicher Kernbereich des Auslandsaufenthaltes und lässt sich nur schwer in einen versicherten und einen unversicherten Teil aufspalten. Vor dem Hintergrund der angestrebten Kontaktpflege mit den Gasteltern und der Sprachförderung können daher ausnahmsweise auch private Unternehmungen innerhalb der Gastfamilie unfallversichert sein. Es kommt aber immer auf den Einzelfall an.

Oft ist die Trennung zwischen versichertem und unversichertem Bereich nicht einfach. Die Schulen sollten deshalb der Unfallkasse vorsorglich alle Unfälle im Zusammenhang mit einem Schüleraustausch melden.

Wenn Kinder auf private Initiative außerhalb der schulischen Organisation für längere Zeit (z. B. Austauschjahr) ins Ausland gehen, sollten die Eltern für eine ausreichende Auslandsreisekrankenversicherung sorgen.

Sind Austauschschüler aus dem Ausland in Deutschland versichert?

Ausländische Austauschschüler sind während ihres Aufenthalts in Deutschland grundsätzlich nicht versichert, sie bringen in der Regel den Versicherungsschutz ihres Heimatlandes mit. Nur ausnahmsweise kann Versicherungsschutz in der deutschen Unfallversicherung bestehen, wenn eine Integration in den Unterricht der inländischen Schule erfolgt (Mitschreiben von Klassenarbeiten, Benotung). Der Gastschüler muss außerdem den Bedingungen der Schulordnung unterliegen. Dies setzt in der Regel eine Aufenthaltsdauer von mehr als vier Wochen voraus.  

 

inform Ausgabe 4/2017

Auslandsaufenthalt: Hier muss in jedem Fall eine Verbindung zu einer deutschen Schule bestehen. Bild: ©Adobe Stock

Autor/Interviewer: Alex Pistauer, E-Mail: a.pistauer@ukh.de