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Datum: Kategorie(n): Sicherheit · Gesundheit · Bewegung & Sport · Präventionskampagnen · Schule · Drucken

Präventionsprojekt für Sportlehrkräfte: Parkour – aber sicher!

Im Schulsport die Wände hochlaufen, mit den Füßen voraus über einen hohen Kasten springen, eine sichere Vierpunktlandung nach einem "Balance Battle" auf einem Schwebebalken meistern oder einen Präzisionssprung auf einen Bodenbalken vollenden – und das ohne Gesundheitsgefahr! Die Trendsportart "Parkour" hält Einzug in hessischen Schulen – als attraktive Unterrichtsgestaltung mit gleichzeitigem Blick auf die Perspektiven "Wagnis" und "Risikokompetenz". Wie passen nun Parkour und Prävention im Schulsport zusammen?

Parkour ist eine Mischung aus Sport und Bewegungskunst. Grundsätzlich geht es um eine ästhetische, dynamische und effiziente Art der Hindernisüberwindung. Die Sportler, die Parkour ausüben, nennen sich "Traceure". Die erforderlichen Bewegungskompetenzen im Parkour gleichen turnerischen und leichtathletischen Anforderungen: Laufen, Springen, Klettern, Hängen, Balancieren, Rollen, Kippen und Stützen. Verantwortungsvolles Handeln trotz einer potenziell riskanten Reizsituation ist hierbei ein weiteres Lernziel. Und die gute Nachricht: Die für Parkour benötigte Ausstattung ist in der Regel in den Schulen vorhanden!

Schülerinnen und Schüler kommen zunehmend über Youtube-Videos mit der Sportart Parkour in Kontakt. Diese Bewegungskunst birgt jedoch eine erhebliche Verletzungsgefahr und verlangt eine individuelle Risikokompetenz. Durch die Thematisierung dieser Trendsportart im schulischen Sportunterricht sollen Risikobewusstsein sowie grundlegende Handlungskompetenzen vermittelt werden, so dass die Jugendlichen Parkour auch außerhalb des schulischen Kontextes verantwortungsbewusst betreiben können. Bezeichnend bei der Hindernisüberwindung ist, dass sie die damit verbundenen Bewegungsrisiken abschätzen können, so dass es in der Folge nicht zu Unfällen im Sportunterricht oder in der Pause kommt.

Die praktische Fortbildung

Die Fortbildung "Parkour – aber sicher!" richtet sich an Sportlehrkräfte an weiterführenden Schulen. Sie orientiert sich direkt an der Schulsportpraxis und besteht im Wesentlichen aus praktischen Übungen. Im Rahmen der Fortbildung lernen Lehrkräfte, wie sie durch den sicherheitsförderlichen Aufbau Bewegungsrisiken verringern können. Weiterhin werden Wege zu bestmöglichen Hilfestellungen und Ideen für die attraktive Gestaltung des Sportunterrichts vermittelt. Zudem sind technische und organisatorische Sicherheitshinweise elementare Bestandteile der Fortbildung. Dabei werden zahlreiche Anregungen für Stationsaufbauten und Bewegungsgelegenheiten gegeben, die zum Teil auch mit geringem Gerätebedarf zu realisieren sind.

Das Informationsangebot auf unserer Internetseite sportkolleg.ukh.de umfasst Unterrichtsreihen, die im Kontext der bewegungsfeldorientierten Lehrplangeneration Lerninhalte für den Einsatz von Parkour innerhalb des Sportunterrichts aufzeigen und die in Kooperation mit dem Institut für Sportwissenschaften der Goethe-Universität entstanden sind. Die Unterrichtsmaterialien werden durch Schulungsvideos ergänzt, die im Internet abrufbar sind. In den Videos werden u. a. funktionales Aufwärmen, Landen und Rollen, der Katzensprung und Übungen zur Überwindung von Angst gezeigt.

Im Rahmen der eintägigen Fortbildung geben wir den Teilnehmerinnen und Teilnehmern alles an die Hand, was sie an Ideen und Lehrinhalten für die direkte Umsetzung in der Schule brauchen.

Kick-off-Veranstaltung

"Be part of it" lautete das Motto der Auftaktveranstaltung am 17. Mai. Impressionen sind bereits auf unserem YouTube- Kanal zu betrachten. Die Bewertung der Teilnehmer war eindeutig: Die Kompetenz der Referenten, aber auch die Schülerorientierung der Lehrinhalte wurde durchweg gelobt. Die gute Atmosphäre wurde ebenfalls positiv hervorgehoben.

Der nächste Schulungstermin steht bereits fest. Er findet am 24. September 2015 von 10 bis 16 Uhr am Institut für Sportwissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt statt.

Weitere Veranstaltungen sind für 2016 geplant. Bitte informieren Sie sich unter sportkolleg.ukh.de.



inform Ausgabe 3/2015

Was ist "Parkour"?

Parkour (im Gegensatz zum französischen parcours mit "k" und ohne "s" am Ende) bezeichnet die Kunst der Fortbewegung, deren Ziel es ist, nur mit den Fähigkeiten des eigenen Körpers eine Strecke optimal zurückzulegen und dabei die im Weg befindlichen Hindernisse durch Kombination verschiedener Bewegungen so effizient wie möglich zu überwinden. Bewegungsfluss und ‑kontrolle stehen dabei im Vordergrund. Parkour versteht sich als Sportart, die ein umfangreiches Training verlangt. Über zahlreiche Filme, Bücher, Musikvideos und Videospiele wurde Parkour insbesondere bei einem jüngeren Publikum populär.

In den Videos wird das Erlernen des "Speed Vault" zur Beibehaltung der Vorwärtsbewegung als effiziente Art der Bewegungskunst erklärt.

Der "Durchbruch rückwärts" in einer der unzähligen Variationen – alle Lernschritte sind in den Videos erklärt und werden von der UKH online zur Verfügung gestellt.

Der sicherheitsförderliche Aufbau und die einzelnen Lernschritte werden den Teilnehmer/-innen der Fortbildung praxisnah erklärt.

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Autor/Interviewer: Oliver Mai (069 29972-239), E-Mail: o.mai@ukh.de