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Datum: Kategorie(n): Erste Hilfe/Schulsanitätsdienst · Sicherheit · Gesundheit · Schule · Drucken

Sanitätsdienst macht Schule

In inform 1/15 starteten wir mit der Vorstellung der Schulsanitätsdienste, die am ersten Hessischen Schulsanitätsdiensttag im Juni 2014 teilgenommen haben. Heute präsentieren sich die Schulsanitäter der Marienschule in Limburg. 2014 wurden sie von den Maltesern sogar als einer der zehn besten Malteser Schulsanitätsdienste bundesweit ausgezeichnet.

Unsere Schule

Die Marienschule ist eine 1895 gegründete katholische Schule in Limburg an der Lahn. Sie verfolgt eine im christlichen Menschen- und Weltverständnis begründete pädagogische Zielsetzung und vertritt eine ganzheitliche Erziehung. Sie ist mit dem Gütesiegel Hochbegabung des Hessischen Kultusministeriums ausgezeichnet.

Die Marienschule gehört heute der St. Hildegard-Schulgesellschaftƒ mbH und damit dem Bistum Limburg an. Mehr als 1.500 Schülerinnen und Schüler sowie Studierende besuchten im Schuljahr 2013/2014 die verschiedenen Schulzweige.

Darüber hinaus bietet die Schule neben zahlreichen Arbeitsgemeinschaƒften und Förderkreisen eine Tagesheimschule mit Hausaufgabenbetreuung und Mittagessen an. Etwa 130 Lehrkräftƒe sind an unserer Schule tätig; Schulleiterin ist Frau Dr. Zilling.

Unser Schulsanitätsdienst

Der Schulsanitätsdienst (SSD) der Marienschule wurde 1994 vom damaligen Biologielehrer Otto Albrecht gegründet, nachdem dieser mit seinen Schülerinnen hilflos bei einer bewusstlosen Schülerin im Unterricht dabeistand und nicht wusste, was er tun sollte. In Kooperation mit den Maltesern aus Limburg organisierte er die ersten Kurse. Seit dem Jahr 2000 steht der Schulsanitätsdienst unter der Leitung von Detlef Kraut (Rettungssanitäter, Dipl.-Krankenpfleger, Fachlehrer für Pflege und Medizin). Seitdem hat sich vieles verändert. Nicht nur die Zahl der Schulsanitäterinnen ist angestiegen, sondern auch die Zahl der Einsätze. Im Moment gehören dem Schulsanitätsdienst 21 Schulsanis an.

… und so ist man dabei:

Beitreten kann man dem Schulsanitätsdienst ab der achten Klasse nach Absolvierung eines einfachen (16 Stunden) und eines erweiterten Erste-Hilfe-Kurses (24 Stunden). Anschließend werden die Schüler und Schülerinnen zu Schulsanis ernannt. Sie erhalten eine Urkunde, ein Sani-T-Shirt, und es erfolgt ein Vermerk im Zeugnis. Die Ausbildung erfolgt ausschließlich durch Marienschülerinnen mit Ausbilderinnenberechtigung in Erster Hilfe und durch Herrn Kraut.

Aber auch darüber hinaus bilden sich die Schulsanis immer weiter fort, so z. B. in Outdoor-Erste-Hilfe-Kursen, bei Brandschutzübungen oder durch Basisreanimationskurse im Krankenhaus.

In und außerhalb der Schule sind wir gefragt!

Wir sammeln zudem auch Erfahrung durch außerschulische Einsätze, z. B. bei Sportveranstaltungen wie der Deutschen Showdance-Meisterschaƒft, den Hessischen Turnmeisterschaƒften und anderen Events wie dem Song-Contest in Naurod, wo wir die Sanitätsbetreuung für Menschen mit Behinderung übernahmen.

Für alle innerschulischen Veranstaltungen wie Sportfeste, Theater-/Musicalabende, Tag der offenen Tür, Tag der Ehemaligen, Marienschulball, Abiturfeier, Mini-Fußball-WM, Spendenläufe etc. gibt es einen Einsatzplan.

Damit das Team super funktioniert, greifen sich die Sanis gegenseitig unter die Arme und treffen sich einmal pro Woche im sogenannten "Sanitreff". Dort wird über Geschehenes und Anstehendes sowie über die Dienste gesprochen.

Pro Tag sind vier bis fünf Sanis eingeteilt, die sich abwechselnd das Sanihandy morgens an der Pforte abholen und somit jederzeit erreichbar sind.

Ein Schulsanitätsdienst – für uns einfach ein Muss!

An jeder Schule sollte es unserer Auffassung nach einen SSD geben, denn er steigert die Sicherheit, entlastet die Lehrkräftƒe und minimiert den Unterrichtsausfall. Zudem spart "man", laut Unfallkasse Hessen, eine Menge Geld, da eine Arztbehandlung im Nachhinein oƒftmals nicht mehr notwendig ist.

Unser Einsatz ist gefragt

Aber auch die Schulsanis fühlen sich sicher. Die vielen Einsätze steigern das Verantwortungsgefühl und die soziale Kompetenz, fördern das Selbstbewusstsein und die Persönlichkeitsentwicklung. Sie zeigen außerdem, wie wichtig es ist, in Notfallsituationen Ruhe zu bewahren und gezielt vorzugehen.

An Schulen passiert viel mehr, als man denkt. Das zeigen auch die jährlichen Auswertungen unserer Einsatzprotokolle. Waren es im Jahre 2000/2001 etwa 50 Einsätze, so kamen wir im Schuljahr 2013/2014 auf 586 Einsätze! Wir haben den Eindruck, dass auch die Verletzungen an Heftigkeit zugenommen haben. Den Spitzenwert bildeten 13 Einsätze an einem Tag!

So einfach geht's:

Um einen Schulsanitätsdienst zu gründen, bedarf es unserer Einschätzung nach folgender Dinge: der Unterstützung der Schulleitung, einer engagierten Lehrkraftƒ, einer Hilfsorganisation, ausreichender Räumlichkeiten mit entsprechendem Material und das Ganze sollte in Form einer AG stattfinden. Motivation bringen die Schüler ausreichend mit. Sie muss nur in die richtigen Bahnen gelenkt werden …

Feiern können wir auch!

Neben diesen vielen Aktivitäten kommt bei uns auch das Feiern nicht zu kurz. In der Adventszeit begehen wir unsere legendäre Weihnachtsfeier, zu der immer auch Ehemalige und der Nikolaus erscheinen. Das Ende des Schuljahres feiern wir mit unserem Sommerfest. Hier finden sich immer ausreichend nette Menschen bei knusprigen Flammkuchen und leckeren Getränken ein. Diese Veranstaltungen werden sehr gerne angenommen, stärken unseren Teamgeist und bilden einen netten Abschluss des (Schul-)Jahres.

Unser Tipp:

Wir haben – als einziger Schulsanitätsdienst in Deutschland – ein Buch über den Schulsanitätsdienst geschrieben: "Sanitätsdienst macht Schule". Dieses Buch ist über den Buchhandel erhältlich.



inform Ausgabe 2/2015

O-Töne der Sanis und Schüler

Für viele ist der SSD nicht mehr aus dem Schulalltag wegzudenken.

"Auf sie ist immer Verlass", findet Katja E., "angefangen beim Kleben von Pflastern bis hin zu kritischeren Fällen – der SSD ist immer schnell vor Ort."

Das findet auch Alina W.: "Unsere Sanis handeln schnell und gezielt. Man merkt, dass sie wissen, was zu tun ist. Ich fühle mich sicher an unserer Schule."

Hannah U. erläutert: "Für mich bedeutet Schulsanitätsdienst, für andere da zu sein, wenn diese meine Hilfe brauchen."

Michaela I. findet: "Es macht Spaß, mein Wissen z. B. bei Wettbewerben anwenden und erweitern zu können. Man lernt etwas fürs Leben."

Das Schulsanitätsdienst-Team der Marienschule in Limburg

Ein Muss – immer wieder wird intensiv geübt!

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Autor/Interviewer: Elisa Häuser, Michaela Isbert, Katharina Müller, Selina Wehner und Detlef Kraut,