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Datum: Kategorie(n): Sicherheit · Gesundheit · Drucken

Coronavirus: Gefährdungsbeurteilung muss angepasst werden

Das zentrale Element zur Gewährleistung von Sicherheit und Gesundheit für Beschäftigte ist die Gefährdungsbeurteilung. Dieses gilt natürlich auch jetzt in der besonderen Situation, in der die biologische Gefährdung durch den Coronavirus und die von ihm ausgelöste Erkrankung (COVID-19) das gesamte Arbeitsleben vor neue Herausforderungen stellt.

In jedem Betrieb wurde das Risiko für die Beschäftigten analysiert und Schutzmaßnahmen ergriffen. Für viele Arbeitsbereiche war eine biologische Gefährdung in der Gefährdungsbeurteilung eine eher zu vernachlässigende Größe. Andere Infektionskrankheiten wie die Influenza wurden eher als allgemeines Lebensrisiko angesehen und daher selten in der Gefährdungsbeurteilung berücksichtigt. Dieses hat sich durch das neue Virus vollständig geändert.

Was sich nicht geändert hat ist die Systematik bei der Festlegung der Schutzmaßnahmen. Zuerst werden technische Maßnahmen ergriffen, danach organisatorische Maßnahmen und als letzte Möglichkeit, häufig als Ergänzung auch individuelle Maßnahmen wie persönliche Schutzausrüstung und Verhaltensregeln.

Auch die Berücksichtigung besonderer Personengruppen gehört zur Gefährdungsbeurteilung. Bei der Gefährdung durch den Coronavirus ergeben sich besondere Schutzmaßnahmen für Schwangere.

In der aktuellen Situation der wachsenden Pandemie sollten schwangere Frauen folgende Tätigkeiten nicht mehr ausüben:

  • Tätigkeiten mit direktem Publikumsverkehr. Hierzu gehört z. B. der Verkauf in Apotheken, im Einzelhandel und an Tankstellen.
  • Tätigkeiten im Außendienst. Hierzu gehören z. B. Behörden, Personentransport, Handwerker, Lieferdienste. Bei den zuvor genannten beruflichen Tätigkeiten ist das Infektionsrisiko per se durch wechselnde Kontakte erhöht!

Auch wenn das Infektionsrisiko am Arbeitsplatz nicht höher bewertet werden sollte, ist zu bedenken, dass bei einer Erkrankung der Schwangeren unter Umständen nicht alle zur Verfügung stehenden Medikamente verabreicht werden können. Dadurch kann es zu einer unverantwortbaren Gefährdung infolge von notwenigen therapeutischen Maßnahmen kommen.

Zur Unterstützung der Betriebe bei der Bewältigung der neuen Gefährdung bieten sowohl die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung mit ihren Mitgliedsverbänden sowie viele staatliche Institutionen und auch die Fachverbände Informationen und Hilfen zur Risikoeinschätzung und zu konkreten Schutzmaßnahmen an.

Bei der Gefährdung durch den Coronavirus sollten besondere Schutzmaßnahmen für Schwangere eingehalten werden.

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