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Gesetzlicher Unfallversicherungsschutz für Schülerlotsen

Vor Schulbeginn und nach Schulschluss sind sie an vielen Schulen schon von weitem in ihren neonleuchtenden Jacken zu erkennen: Schülerlotsen im Einsatz. Sie schützen unsere Kinder, helfen Unfälle zu vermeiden und sind Vorbilder für Sozialverhalten. Doch was ist, wenn diesen freiwilligen Helfern selbst etwas passiert?

Unfälle vermeiden

Die Tätigkeit des Schülerlotsendienstes ist ohne Zweifel ein wichtiger Beitrag zur Schulwegsicherheit. Denn zu den üblichen verkehrssichernden Maßnahmen im Straßenverkehr, wie Zebrastreifen oder Fußgängerampel, sind es hier meist junge Menschen, die durch ihr Auftreten und Erscheinungsbild signalisieren: Autofahrer aufgepasst, an dieser Stelle lauern besondere Gefahren für Fußgänger!

Schülerlotse, Schulweghelfer, Verkehrshelfer … hervorragender Schutz!

Schülerlotsen gehören zur Gruppe der Verkehrshelfer, so die amtliche Bezeichnung in Deutschland laut Straßenverkehrsordnung (StVO). Zur Gruppe der Verkehrshelfer gehören außerdem Schulweghelfer, Schulbuslotsen und Schulbusbegleiter sowie Verkehrskadetten. Der Lotsendienst hat sich zu einer äußerst effektiven Verkehrssicherheitsmaßnahme entwickelt. Seit dessen Einführung ist es an keiner Einsatzstelle zu einem schweren oder gar tödlichen Unfall gekommen.

Lotsen im Einsatz

Schülerlotsen werden dort eingesetzt, wo Kinder in Schulnähe oder auf dem Schulweg beim Überqueren der Fahrbahn besonders gefährdet sind. Sie haben die Aufgabe, die Schülerinnen und Schüler gefahrlos über die Fahrbahn zu führen. Es handelt sich in der Regel um ältere Schüler, die für ihre jüngeren und unerfahrenen Mitschüler an gefährlichen Stellen den Schulweg sichern.

Die Ausbildung

Um Schülerlotse werden zu können, muss man in Hessen mindestens 13 Jahre bzw. bei Grundschulen mit Förderstufe zwölf Jahre alt sein. Die Schüler*innen werden von den Schulbeauftragten für Verkehrserziehung ausgewählt und durch die Polizei ausgebildet. Nur Schüler, die sich freiwillig zur Verfügung stellen, kommen für die Aufgabe in Frage. In der Ausbildung werden die angehenden Lotsen über die wichtigsten Bestimmungen der StVO sowie über das Verhalten im Straßenverkehr unterrichtet. Neben der Teilnahme an der Schülerlotsenausbildung ist das Bestehen einer schriftlichen Prüfung Voraussetzung. Danach folgt eine praktische Einweisung am späteren Einsatzort.

Im ehrenamtlichen Einsatz geschützt

Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren, sind grundsätzlich gesetzlich unfallversichert. Dies gilt auch für Schülerinnen und Schüler bei ihrer Tätigkeit als Schülerlotsen. Nur Schüler*innen, die sich freiwillig zur Verfügung stellen, kommen für die Aufgabe in Frage. Der Schule obliegt die Auswahl dieser Personen. Die Schule überträgt somit das „Amt des Schülerlotsen“ an die dafür geeigneten Schülerinnen und Schüler. Damit ist auch der Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung für die Verkehrshelfer gewährleistet.

Gesetzlicher Unfallversicherungsschutz besteht schon während der Ausbildung zum Schülerlotsen und auf den damit verbundenen Wegen. Er erstreckt sich außerdem auf den Lotsendienst selbst, aber auch auf alle anderen Maßnahmen, die mit dem Ehrenamt in unmittelbarem Zusammenhang stehen. So ist zum Beispiel auch die Teilnahme an den Landes- oder Bundeswettbewerben der Schülerlotsen gesetzlich unfallversichert.

Prädikat „zuverlässig und hilfsbereit“

Die Schülerlotsen nehmen durch ihre Tätigkeit eine wichtige soziale Aufgabe war – sie übernehmen nämlich Verantwortung für ihre jüngeren und im Straßenverkehr oftmals noch unerfahreneren Mitschüler*innen. Deshalb erhalten sie üblicherweise in ihren Schulzeugnissen einen entsprechenden Vermerk. Das dokumentierte Prädikat („zuverlässig und hilfsbereit“) kann sich bei späteren Bewerbungen auf eine Lehrstelle als hilfreich erweisen. Auch Erwachsene (Eltern, Großeltern, Geschwister oder andere) können ein Ehrenamt als Schülerlotse, Schulweghelfer oder Schulbusbegleiter im Auftrag der Kommunen oder der Schulträger übernehmen. Zuständig für die hessischen Schülerlotsen ist die UKH. Für die Schulen und die eingesetzten Schülerlotsen ist der Versicherungsschutz beitragsfrei.

 

inform Ausgabe 4/2018

Alex Pistauer, Unfallkasse Hessen: "Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren, sind grundsätzlich gesetzlich unfallversichert." Bild: ©Adobe Stock, Gerhard Seybert

Gesetzlicher Unfallversicherungsschutz besteht schon während der Ausbildung zum Schülerlotsen und auf den damit verbundenen Wegen. Bild: ©DVR

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Autor/Interviewer: Alex Pistauer, E-Mail: a.pistauer@ukh.de