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Datum: Kategorie(n): Versicherungsschutz · Leistungen UKH · Versicherungsschutz · Erste Hilfe/Schulsanitätsdienst · Sicherheit · Drucken

Riskante Rettungstat mit Folgen

Ein aufmerksamer Autofahrer stoppte mit seinem Fahrzeug einen bewusstlosen Wagenlenker auf der A 5. Durch ein riskantes Manöver mit seinem PKW verhinderte er Schlimmeres. Der dabei entstandene Sachschaden am Fahrzeug des Retters kann in diesem Fall von der Unfallkasse Hessen (UKH) erstattet werden. Grundsätzlich sind in der gesetzlichen Unfallversicherung nur Personenschäden, nicht aber Grundsätzlich werden von der UKH keine Sachschäden ersetzt.
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Sachschäden
entschädigungspflichtig – bis auf wenige Ausnahmen.

Aus dem Polizeibericht des Polizeipräsidiums Südhessen:

Im Oktober diesen Jahres verlor ein 37-jähriger Fahrer während der Fahrt auf dem linken Fahrstreifen der A 5, zwischen der Anschlussstelle Darmstadt-Eberstadt und dem Autobahnkreuz Darmstadt, die Kontrolle über sein Auto. Er fuhr über alle Fahrstreifen, kollidierte zunächst mit der rechten und im Anschluss mit der linken Schutzplanke. Mit seinem Fahrzeug schrammte er dann weiter entlang der Schutzplanke.

Den Unfall bemerkte ein hinterherfahrender Autofahrer. Der 54-jährige Mann aus dem Landkreis Offenbach fuhr geistesgegenwärtig an dem noch schlingernden Fahrzeug vorbei und erkannte hierbei den offensichtlich bewusstlos im Fahrzeug liegenden 37-Jährigen.

Kurz entschlossen setzte sich der 54-Jährige mit seinem Fahrzeug vor den PKW des bewusstlosen Fahrzeugführers. Er bremste und ließ den PKW auf seinen Wagen auffahren, um das Fahrzeug langsam zum Stillstand zu bringen. Ein weiterer Fahrzeugführer hielt anschließend hinter den beiden und sicherte die Unfallstelle mit einem Warndreieck ab. Gemeinsam kümmerten sie sich bis zum Eintreffen der alarmierten Rettungskräfte um den zu diesem Zeitpunkt noch bewusstlosen Fahrer.

Filmreife Szene mit glücklichem Ausgang

Nur dem beherzten Eingreifen des 54-Jährigen und des dahinterfahrenden, absichernden Autofahrers ist es zu verdanken, dass dieser Verkehrsunfall für alle Beteiligten relativ glimpflich verlief.

Der 37-Jährige wurde in ein Krankenhaus eingeliefert. Lebensgefahr bestand nicht. Der Sachschaden wird von der Polizei insgesamt auf rund 30.000 Euro geschätzt.

Der Retter blieb glücklicherweise bei der Aktion unverletzt. Der Schaden, der ihm an seinem Fahrzeug durch das Auffahren des anderen PKW entstanden ist, kann in diesem Fall von der UKH erstattet werden.

Sonderfall: Sachschadensersatz bei Hilfeleistungen

Die gesetzliche Unfallversicherung darf normalerweise nur für Personenschäden aufkommen. Ausnahme sind Grundsätzlich werden von der UKH keine Sachschäden ersetzt.
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Sachschäden
nach Hilfeleistungen. Dieser Schadensersatz ist in § 13 SGB VII ausdrücklich gesetzlich geregelt.

Hiervon betroffen sind Frauen und Männer, die ehrenamtlich für eine privatrechtliche Organisation im Auftrag oder grundsätzlich mit Einwilligung von öffentlich-rechtlichen Institutionen aktiv sind, erhalten einen gesetzlichen Unfallschutz.
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ehrenamtlich Tätige
in Hilfeleistungsunternehmen (z. B. Freiwillige Feuerwehr, ASB, Johanniter), aber eben auch Privatpersonen, die Hilfe leisten. Darunter fallen: Erste Hilfe nennt man die Erstversorgung eines Verletzten, bevor ärztliche Hilfe wirksam wird.
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Erste Hilfe
nach einem Verkehrsunfall (wie in unserem Beispiel), Rettungs- oder Löschversuche bei einem Brand, Retten eines Menschen vor dem Ertrinken, Verfolgung oder Festnahme eines Diebs oder Einbrechers oder der Einsatz für eine bedrohte oder angegriffene Person.

Den versicherten Helfer*innen werden auf Antrag Grundsätzlich werden von der UKH keine Sachschäden ersetzt.
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Sachschäden
, die infolge der versicherten Tätigkeit als Hilfeleistende entstanden sind, ersetzt (z. B. verlorene oder blutverschmutzte Kleidung nach einer Erste-Hilfe-Leistung, Schäden an KFZ oder Werkzeugen). Es genügt, wenn die beschädigte oder verlorene Sache bei der Sie sind gesetzlich unfallversichert, wenn Sie bei Unglücksfällen oder gemeiner Gefahr oder Not Hilfe leisten oder einen anderen aus erheblicher gegenwärtiger Gefahr für seine Gesundheit retten bzw. zu retten versuchen, z.B. bei einem Verkehrsunfall.
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Hilfeleistung
im Besitz des Helfers war. Auf die Eigentumsverhältnisse kommt es nicht an. Wir würden beispielsweise auch den Eigenanteil im Schadensfall bei einem Mietwagen erstatten.

Haben Sie Fragen dazu oder möchten Sie selbst Ansprüche nach einer dokumentierten Sie sind gesetzlich unfallversichert, wenn Sie bei Unglücksfällen oder gemeiner Gefahr oder Not Hilfe leisten oder einen anderen aus erheblicher gegenwärtiger Gefahr für seine Gesundheit retten bzw. zu retten versuchen, z.B. bei einem Verkehrsunfall.
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Hilfeleistung
anmelden? Bitte kontaktieren Sie unsere Mitarbeiter*innen unter 069 29972-440 (montags bis freitags von 7:30 - 18:00 Uhr).

 

inform Ausgabe 4/2018

Beherzte Rettungstat: Der Schaden des Retters kann von der Unfallkasse Hessen ersetzt werden. Bild: ©Adobe Stock, fabianaponzi

Datum: Kategorie(n): Versicherungsschutz · Leistungen UKH · Versicherungsschutz · Erste Hilfe/Schulsanitätsdienst · Sicherheit · Drucken
Autor/Interviewer: Thiemo Gartz, E-Mail: t.gartz@ukh.de