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Datum: Kategorie(n): Versicherungsschutz · Leistungen UKH · Kita · Schule · Sie fragen – wir antworten · Drucken

Unfall in Kita oder Schule: Der richtige Transport nach einem Unfall

Immer wieder werden uns Fragen zum richtigen Transport von Kindern nach einem Unfall im Kindergarten oder in der Schule gestellt. Bei der Wahl des richtigen Transportmittels herrscht offensichtlich große Unsicherheit. Wir wollen Ihnen helfen, die richtige Entscheidung zu treffen.

Ein Kind ist im Schulhof vom Klettergerüst gestürzt und hat sich den Kopf aufgeschlagen – nach einem solchen Unfall herrscht erst mal große Aufregung. Wenn nach den Erste-Hilfe-Maßnahmen entschieden wird, dass eine Ärztin bzw. ein Arzt aufgesucht werden muss, sind Lehrkräfte oder Erzieher*innen oft unsicher bei der Wahl des passenden Transportmittels. Die Folge: Aus Unwissenheit wird selbst bei Bagatellverletzungen leider oft der Rettungsdienst alarmiert, der dann möglicherweise für echte Notfälle nicht zur Verfügung steht.

Bei leichten Verletzungen: Entscheidung nach Augenmaß

Wenn Kinder nach einem Unfall in der Schule oder der Kita zum Arzt oder gar ins Krankenhaus müssen, ist bei der Auswahl des Beförderungsmittels Augenmaß gefragt. Grundsätzlich sollte das Transportmittel nach der Art und Schwere der Verletzung gewählt werden. Dabei ist es bei den sehr häufigen Bagatellverletzungen zulässig und angebracht, Verletzte auch zu Fuß, mit dem Privat-Pkw, mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit dem Taxi zum Arzt oder ins Krankenhaus zu bringen.

Dies gilt zum Beispiel für Verletzungen wie kleinere Platz-, Kratz-, und Schürfwunden, Prellungen oder Quetschungen. Alle diese Beförderungsarten sind auch rechtlich zulässig. Nur nach schweren Unfällen oder bei Bewusstlosigkeit, stark blutenden Wunden oder Knochenbrüchen sollte der Notarzt gerufen werden. Eine gute Entscheidungshilfe bietet die Überlegung, welche Beförderungsart man für sein eigenes Kind wählen würde. Diese Entscheidung vereint die Interessen aller Beteiligten – des verletzten Kindes, des Unfallversicherungsträgers und der Allgemeinheit.

Taxi-Gutscheine der UKH

Wenn ein Taxi in angemessener Zeit gerufen werden kann, ist eine Taxifahrt der mit dem Privat-Pkw vorzuziehen, da sich die Begleitperson hier dem verletzten Kind voll zuwenden kann. Die gesetzliche Unfallversicherung übernimmt die Kosten, die durch Reisen in Zusammenhang mit einem Versicherungsfall entstehen, werden erstattet.
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Fahrtkosten
für Verletzte und in der Regel für eine Begleitperson zum Arzt und zurück zur Einrichtung. Die UKH stellt den Einrichtungen im Bedarfsfall hierfür Taxi-Gutscheine zur Verfügung. Die Einrichtungen können mit dem Fahrauftrag die Taxifahrt veranlassen. Die Taxiunternehmen sind berechtigt, ihre Kosten unmittelbar mit der Unfallkasse abzurechnen.

Einzelne Kita-Träger untersagen den Transport von Kindern mit dem Privat-Pkw der Erzieher*innen (zum Beispiel bei Ausflügen). In diesen Fällen sollte mit dem Träger bereits vorab abgeklärt werden, ob diese Einschränkung auch im Notfall für den Transport zum Arzt gilt.

Bei schweren Verletzungen: Anruf in Notrufzentrale notwendig

Ein Anruf in der Notrufzentrale ist immer dann angebracht, wenn eine Verletzung sofort versorgt werden muss, etwa weil eine starke Blutung gestillt werden muss oder eine spezielle Versorgung schon beim Transport notwendig ist. Beispiele für solche Verletzungen sind großflächige und stark blutende Wunden, Knochenbrüche von Arm oder Bein, Wirbelsäulenverletzungen, ein Schock oder Anfall sowie größere Verbrennungen oder Verbrühungen. Bei Kopfverletzungen sollte stets überprüft werden, ob eine Gehirnerschütterung vorliegt. Hinweise darauf sind Bewusstseinsverlust (eventuell nur kurz), Übelkeit, Erbrechen oder eine Erinnerungslücke. Die Notrufzentrale entscheidet anhand des Unfallablaufs und der Verletzung, welches Transportmittel (Rettungswagen, in extremen Fällen auch der Notarztwagen oder Rettungshubschrauber) angemessen ist.

Transport zum Arzt ist Erste Hilfe nennt man die Erstversorgung eines Verletzten, bevor ärztliche Hilfe wirksam wird.
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Erste Hilfe

Der Transport zum Arzt zählt zur Ersten Hilfe. Da Ersthelfer im Regelfall Laien sind, bei denen ärztliches Wissen nicht vorausgesetzt werden kann, muss ein Ersthelfer selbst bei einer Verschlimmerung der Verletzung durch Erste Hilfe nennt man die Erstversorgung eines Verletzten, bevor ärztliche Hilfe wirksam wird.
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Erste Hilfe
nicht mit rechtlichen Folgen rechnen, wenn er diese nach bestem Wissen und Gewissen durchgeführt hat. Dieser Grundsatz gilt auch dann, wenn er eine Verletzung unterschätzt und daher das falsche Transportmittel gewählt hat.

Transport zum Arzt ist gesetzlich unfallversichert

Verletzte Beschäftigte und Kinder stehen auch während des Transportes zum Arzt unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Der Versicherungsschutz gilt ebenso für Personen, die den Verletzten zum Arzt begleiten – unabhängig vom gewählten Transportmittel. Die häufig anzutreffende Meinung, Fahrten zum Arzt mit dem Privat-Pkw stünden nicht unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung, ist falsch. Die gesetzliche Unfallversicherung steht für die Behandlung und Entschädigung aller Unfallfolgen ein – auch für solche, die beim Transport zum Arzt entstanden sind.

Und was ist mit der Haftungsfrage?

Kein Ersthelfer, keine Lehrkraft, kein*e Erzieher*in wird für eine möglicherweise unangemessene Wahl des Transportmittels zur Rechenschaft gezogen.

 

inform Ausgabe 3/2019

Manchmal ist der Rettungswagen unerlässlich. Oft reicht aber auch ein Taxi oder ein privater Pkw. Bild: ©Adobe Stock, Kzenon

Bei schweren Verletzungen ist ein Anruf in der Notrufzentrale notwendig.

Ausführliche Informationen finden Sie auch in unseren Broschüren.

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Autor/Interviewer: Alex Pistauer, E-Mail: a.pistauer@ukh.de