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Datum: Kategorie(n): Sicherheit · Gesundheit · Mitgliedschaft UKH · Drucken

Wertschätzung, Vertrauen und Fehlerkultur für ein gutes Arbeitsklima

Im Interview mit inform erklärt Bürgermeister Hans-Werner Bender: „Wertschätzung, Vertrauen und eine gute Fehlerkultur sind in meiner Verwaltung ausgesprochen wichtig. Die Menschen mitzunehmen, sie in die Entscheidungen einzubinden, das ist mein Ziel als Bürgermeister der Kommune Sinn.“

SINNvoll leben und arbeiten

Die rund 6.500 Einwohner zählende Gemeinde Sinn mit den Ortsteilen Sinn, Edingen und Fleisbach liegt im Lahn-Dill- Kreis an dem kleinen Flüsschen Dill zwischen den Ausläufern des Westerwaldes und des Rothaargebirges.

Ursprünglich landwirtschaftlich geprägt, haben die Kerne der beiden Ortsteile Edingen und Fleisbach heute im Wesentlichen Wohncharakter. Seit der Gebietsreform im Jahr 1977 wurden größere, ehemals landwirtschaftlich genutzte Flächen in Gewerbe-, aber auch Wohngebiete umgewandelt.

Die Industrialisierung des 19. und 20. Jahrhunderts prägte den Ortsteil Sinn. Durch den Strukturwandel Ende des letzten Jahrhunderts ist auf dem Gelände der ehemaligen „Neuhoffnungshütte“ ein moderner Gewerbepark entstanden. Besonders erwähnenswert sind eine Reihe kleinerer und mittlerer Unternehmen, die sich durch zukunftsträchtige Technologien auf dem Weltmarkt zu behaupten wissen.

Reges Vereinsleben und die Aktivitäten der Kirchengemeinden fördern das Miteinander. Gute Einkaufsmöglichkeiten direkt am Ort, eine Reihe von Gaststätten und nicht zuletzt eine leistungsfähige, um die Zufriedenheit der Bürger*innen bemühte Verwaltung runden das Bild ab und tragen ebenfalls zur Wohnqualtität bei (Quelle: www.gemeindesinn.de).

Der Bürgermeister

Hans-Werner Bender, 61, verheiratet, Vater von drei Kindern und Opa von vier Enkelkindern, ist seit dem 1. Oktober 2012 Bürgermeister der Gemeinde Sinn. Nach eigenen Angaben „Sportler durch und durch“, lässt es sich der ehemalige hessische Jugendmeister im Langlauf nicht nehmen, auch mal einen Nachmittag auf dem Sportplatz zu verbringen, um die Fußballkarriere seiner Enkel hautnah zu begleiten. Der Bürgermeister kümmert sich „laufend“ um seine Gesundheit: Er absolviert mehrmals in der Woche seine 5-Kilometer- Runde bereits vor dem Frühstück. Hans-Werner Bender: „Morgens zu laufen macht mich körperlich und geistig fit für den Tag.“ Zum Ausgleichsprogramm gehören Radfahren, Schwimmen, Kochen im Team und Karnevalsaktivitäten.

Hans-Werner Bender ist in Sinn geboren, er kennt die Gemeinde und ihre Besonderheiten von Klein auf. Der Betriebswirt beendete seine Karriere als Offizier bei der Bundeswehr nach rund 35 Jahren, um sich intensiv als Bürgermeister um die Entwicklung seiner Heimatgemeinde zu kümmern. Und das scheint ihm bisher ausnehmend gut gelungen zu sein. Die Kommunikation zwischen Bürgermeister, Verwaltung und Bürger*innen läuft u. a. live und transparent über Facebook.

Das macht SINN!

Sportstätte Fleisbach

Alles begann mit der Idee, den Sportplatz im Ortsteil Fleisbach zu sanieren und zu einer zentralen Sportstätte für die Großgemeinde auszubauen. Das Projekt stemmte der jetzige Bürgermeister noch „nebenbei“ als engagiertes Mitglied des dortigen Sportvereins mit einem Netzwerk nützlicher Beziehungen und Erfahrungen aus der Zeit als personalverantwortlicher Offizier bei der Bundeswehr. Es war – so sieht er es heute – der Grundstein für die zweite Karriere als Bürgermeister.

„Unser Dorf hat Zukunft“ – mit hohem ehrenamtlichen Engagement

Hans-Werner Bender trat an mit der Devise, „Sinn bewegen zu wollen“. Dazu gehörte es, die Kommune unter den Schutzschirm zu stellen und eisern zu sparen, um nun mittlerweile den fünften ausgeglichenen Haushalt vorweisen zu können.

Besonders stolz ist der Bürgermeister auf das hohe ehrenamtliche Engagement der Bürgerinnen und Bürger, insbesondere der Jugend im Ortsteil Edingen, das zu einer lebendigen Nachbarschaftshilfe und schließlich zur Gründung des Vereins Wir sind Edingen e. V. führte. Im Ortsteil Fleisbach gibt es die „Rentnerband“, die sich handwerklich nützlich macht. Im Ortsteil Sinn ist es das Schwimmbad, das ehrenamtlich geführt und finanziell noch mit 95.000 Euro jährlich von der Kommune unterstützt wird. Außerdem stellt die Kommune den Bademeister – einen Bauhofmitarbeiter, der im Sommer offiziell die Schutzkleidung wechselt und Badehose trägt. Entsprechend muss ein neu eingestellter Bauhofmitarbeiter nicht nur handwerkliche Fähigkeiten, sondern auch das Rettungsschwimmer-Zertifikat vorweisen. Ausgesprochen gute und verlässliche ehrenamtliche Arbeit leisten auch die Mitglieder des Sinner AsylTisches.

„SINN 2030“ – IKEK

Hinter dem Kürzel IKEK verbirgt sich das Integrierte kommunale Entwicklungskonzept, mit dessen Hilfe die Gemeinde Sinn bis zum Jahr 2030 zukunftsfähig aufgestellt sein will.

Zunächst wurde analysiert, welche Baustellen es zu bearbeiten gilt. Dazu gehörte auf jeden Fall der Bahnhof („dritthässlichster Bahnhof Hessens“), der u. a. keine Pendlerparkplätze aufweist. Geplant ist dabei auch der Ausbau der E-Bike-Infrastruktur. Der Bahnhof soll sauber, sicher und vor allem barrierefrei werden. Außerdem mahnte die UKH bereits die Sanierung der Feuerwehrhäuser in den Ortsteilen Fleisbach und Edingen an. Diese sollen nun in einem gemeinsamen Feuerwehrgerätehaus vereinigt werden.

Die Dorfentwicklung nimmt in der gemeindlichen Arbeit derzeit den größten Raum ein. Stolz ist der Bürgermeister auf die hohe Beteiligung der Bürger*innen. Hier sind u. a. die Spielplatzprojekte zu erwähnen, für die die Bürger*innen sich persönlich einsetzen und auch Hand anlegen. Dieser Tage wurde beispielsweise ein SkatePark für rund 100.000 Euro mit Fördermitteln aus dem LEADER-Programm eingeweiht.

Die Verwaltung arbeitet im Rahmen der interkommunalen Zusammenarbeit eng mit den Kommunen Dillenburg, Herborn und Wetzlar zusammen, um allen Anforderungen auf effiziente Weise gerecht zu werden.

So wurde bereits die gesamte Beleuchtung auf LED umgestellt. Unrentable Liegenschaften wurden verkauft und bestehende sinnvoll saniert, um zeitgemäßen Wohnraum zu schaffen, und vieles mehr.

Noch mehr Visionen und Ziele …

  • Projekt Seniorenheim mit ärztlicher Versorgung
  • Breitbandausbau
  • Optimierung von Verkehrsund Parkinfrastruktur
  • Ausbildung eigener Mitarbeiter*innen für die Verwaltung
  • Sinn prägende Gebäude erhalten
  • Einführung eines Bürgerbusses
  • Nachbarschaftshilfe verstetigen
  • Sichere Schulwege planen
  • Kinderfreundliche Kommune werden
  • Gewerbeansiedlung Fleisbach-Ost
  • Schaffung eines interkommunalen Gewerbegebiets mit Herborn
  • Kulturelle Mitte schaffen

SINNvoll: Absicherung durch die UKH

Hans-Werner Bender: „Ich bin sehr froh über die Absicherung der ehrenamtlich tätigen Bürger*innen durch die UKH und die Tatsache, dass die UKH die Haftung für die Kommunen übernimmt bei Arbeitsunfällen. Wir legen größten Wert auf Arbeitsschutz und persönliche Schutzausrüstung und schulen die Beschäftigten regelmäßig in diesen Themen. Ich selbst achte eigentlich rund um die Uhr auf sicheres Verhalten, gesundes Heben und Tragen, Helmtragen beim Radfahren usw. Als Bürgermeister bin ich natürlich ein Vorbild für rund 30 Beschäftigte – und als Opa auch …

Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit der UKH beim Aus- bzw. Neubau des Kindergartens und des neuen Feuerwehrgerätehauses. Die Experten der UKH geben uns wertvolle Hinweise und unterstützen uns in jeder Weise. Ich weiß genau: Anruf genügt, und ich bekomme Hilfe… .“

inform Ausgabe 3/2019

Hans-Werner Bender: "Fürs Laufen braucht man nichts als gute Laufschuhe."

Ein reges Vereinsleben und die Aktivitäten der Kirchengemeinden fördern das Miteinander in Sinn.

Die Kommunikation zwischen Bürgermeister, Verwaltung und Bürger*innen läuft u. a. live und transparent über Facebook.

Das Schwimmbad wird ehrenamtlich geführt. Ein Bauhofmitarbeiter mit Rettungsschwimmerzertifikat kümmert sich als Bademeister um die Sicherheit der Badegäste.

Hans Werner Bender: „Ich zähle besonders auf Wertschätzung, Vertrauensvorschuss und eine gute Fehlerkultur. Ich bringe mich ein, bin bei ehrenamtlichen Aufgaben auch selbst mit dabei. Ich verzichte auf Respekt, der mir nur aufgrund meines Amtes entgegengebracht wird. Dafür ist mir eine lebendige, transparente Kommunikation ausgesprochen wichtig. Die Menschen mitzunehmen, sie in die Entscheidungen einzubinden, das ist mein Ziel.“ Alle Bilder Jürgen Kornaker für Unfallkasse Hessen

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Autor/Interviewer: Sabine Longerich, E-Mail: s.longerich@ukh.de