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Glossar

Verletztengeld

Wenn jemand durch einen Arbeitsunfall oder eine Berufskrank­heit arbeitsunfähig ist, dann übernimmt die Unfallkasse Hessen die finanzielle Versorgung und zahlt Verletztengeld (§§ 45 ff SGB VII).
Beschreibung

Beschäftige (Arbeitnehmer) erhalten Verletztengeld, sobald die Lohnfortzahlung des Arbeitgebers endet. Berechnet und ausgezahlt wird es von der Krankenkasse im Auftrag der Unfallkasse. Das Verletztengeld beträgt 80 % des regelmäßigen Bruttolohns. Obergrenze ist der regelmäßige Nettolohn. Wie beim Krankengeld muss der Empfänger vom Verletztengeld den halben Beitrag zur Renten- und Arbeitslosenversicherung abführen. Die andere Hälfte zahlt die Unfallkasse. Den Beitrag zur Kranken- und Pflegeversicherung übernimmt die Unfallkasse komplett.

Selbständig Tätige (Unternehmer) erhalten ab dem 1. Tag der Arbeitsunfähigkeit Verletztengeld. Grundlage für die Berechnung des Verletztengeldes eines Unternehmers ist der 360. Teil des im Kalenderjahr vor der Arbeitsunfähigkeit erzielte Arbeitseinkommen. Bei der Auszahlung von Verletztengeld an Selbständige ist zu beachten, dass der Einkommensteuerbescheid vom vergangenen Jahr für die Berechnung benötigt wird.

Die Zahlung von Verletztengeld endet mit dem letzten Tag der Krankschreibung, spätestens mit Ablauf der 78. Woche - es sei denn, eine notwendige stationäre Behandlung ist noch nicht abgeschlossen. Bei schweren Unfallfolgen kann es zudem sein, dass der Verletzte zwar wieder arbeitsfähig wird, aber die bisherige Tätigkeit nicht mehr ausüben kann. Ist deshalb eine berufliche Rehabilitationsmaßnahme vorgesehen, dann zahlt die Unfallkasse das Verletztengeld bis zum Beginn dieser berufsfördernden Maßnahme weiter. Während der Maßnahme sichert die Unfallkasse die finanzielle Versorgung des Betroffenen mit dem so genannten Übergangsgeld ab.