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Datum: Kategorie(n): Psychische Belastungen · Feuerwehr · Erste Hilfe/Schulsanitätsdienst · Gesundheitsdienst · Leistungen UKH · Drucken

Psychologische Einsatznachsorge: Hilfe nach traumatischen Erlebnissen

Der Umgang mit psychischen Folgen nach besonders belastenden Einsätzen ist ein Thema, das erst nach und nach offen in den Feuerwehren und der Gesellschaft angesprochen wird. Es ist aber von herausragender Bedeutung, denn eine schnelle und gute Nachsorge beugt weiteren schweren Gesundheitsschäden vor. Persönlichkeitsveränderungen und Überlastungssyndrome, oftmals auch in Verbindung mit Ausfallzeiten im Beruf, sollen durch die frühzeitige Vorsorge gar nicht erst entstehen. Ein einziges Gruppengespräch kann nach einem belastenden Einsatz eine große positive Wirkung entfalten.

Bei der Unfallkasse Hessen sind mehr als 2,3 Millionen Menschen gesetzlich unfallversichert. Neben den Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehren zum Beispiel auch Arbeitnehmer im öffentlichen Dienst, Bankangestellte, Schüler und viele mehr. Sie alle können bei ihrer Tätigkeit traumatische Ereignisse erleben; am Arbeitsplatz, in der Schule oder auch bei einem Feuerwehreinsatz.

Betroffene erleben und bewältigen solche Situationen sehr unterschiedlich und benötigen Hilfe – der eine mehr, der andere weniger. Für den Fall der Fälle bietet die Unfallkasse Hessen ihren Versicherten daher seit vielen Jahren schon Unterstützung in Form von Psychologischer Einsatznachsorge (PEN), also Krisenintervention, an.

Was ist Krisenintervention?

Krisenintervention ist die erste Stufe von Maßnahmen nach besonders belastenden Ereignissen. Sie beginnt so früh wie möglich nach dem auslösenden Ereignis oder dem Auftreten erster psychischer Symptome und findet im Gespräch statt. Weil sie zeitnah erfolgen soll, haben wir hierfür spezielle Ansprechpartner, die sofort einsatzbereit sind. Oft reicht eine Maßnahme von nur wenigen Stunden schon aus, um Betroffene „aufzufangen“.

Sind mehrere Personen vom Ereignis betroffen, so kann die Krisenintervention im ersten Schritt in der Gruppe stattfinden. Darüber hinaus sind natürlich auch Einzelgespräche möglich und angebracht, entweder von Beginn an oder später nach Ende der Gruppengespräche.

Ziel der Krisenintervention ist es, eine mögliche kritische Entwicklung zur persönlichen Katastrophe aufzuhalten und zu bewältigen. Sie soll die persönlichen Anpassungs- und Überwindungsstrategien der Betroffenen unterstützen. Durch die frühzeitige Intervention wird den Betroffenen Raum für ihre Situation verschafft. Sie macht sie wieder handlungsfähig und beugt dadurch der Entstehung weiterer Gesundheitsschäden, z. B. einer post-traumatischen Belastungsstörung, vor. Wir setzen diese Maßnahmen bei allen Versichertengruppen ein, insbesondere dann, wenn nach dem Ereignis mit einer enormen psychischen Belastung zu rechnen ist. Nach Banküberfällen, Hilfeleistungen mit Todesfolge und auch im Rahmen der freiwilligen Flüchtlingshilfe kam die Krisenintervention bereits zum Einsatz.

Wie geht es danach weiter?

Sind die Maßnahmen der Krisenintervention nicht ausreichend, so kommen unsere Reha-Manager zum Einsatz. Sie erarbeiten gemeinsam mit besonders geeigneten Psychotherapeuten und den Betroffenen individuelle, auf einen längeren Zeitraum ausgerichtete Therapiekonzepte. Je nachdem, wie stark die psychischen Folgen sind, kommt zum Beispiel eine ambulante Einzeltherapie in Frage. Aber auch stationäre Maßnahmen in ausgewählten Trauma-Kliniken können erforderlich sein. Eine solche stationäre Therapie dauert in der Regel vier bis sechs Wochen. Hierbei sind Fingerspitzengefühl und Kompetenz gefragt, denn jeder Mensch verarbeitet ein Trauma anders. Es gilt, das Konzept zu finden, mit dem sich für den einzelnen Betroffenen das bestmögliche Ergebnis erreichen lässt und mit dem er sich vollständig identifizieren kann.

 

inform Ausgabe 1/2016

Die Unfallkasse Hessen bietet ihren Versicherten Unterstützung in Form von Psychologischer Einsatznachsorge (PEN), also Krisenintervention an.

Datum: Kategorie(n): Psychische Belastungen · Feuerwehr · Erste Hilfe/Schulsanitätsdienst · Gesundheitsdienst · Leistungen UKH · Drucken
Autor/Interviewer: Kathrin Weis (069 29972-478), E-Mail: k.weis@ukh.de