Twitter Facebook Instagram Youtube Xing RSS Snapchat LinkedIn
inform ukh
Datum: Kategorie(n): Gesundheit · Kommunale Betriebe · Landesbetriebe · Mitgliedschaft UKH · Unternehmen · Drucken

Der Technische Prüfdienst Hessen

Unterstützer der Freiwilligen Feuerwehren in Hessen
Teil 2: Die praktische Arbeit bei Revisionen

Der Technische Prüfdienst (TPH) besichtigt Feuerwehrhäuser, überprüft Einsatzfahrzeuge und -geräte, nimmt bei Herstellern Fahrzeuge ab und berät die Feuerwehren in technischen und organisatorischen Fragen. In Heft 3/2015 haben wir die Historie des Prüfdienstes und einige grundsätzliche Aspekte beleuchtet. Im zweiten Teil geht es nun konkret um die Revisionen.

Wie läuft eine Revision ab?

Wie im ersten Teil des Artikels ausführlich dargestellt, finden die Revisionen der Feuerwehren in einem 5-Jahres-Zyklus statt. Die Kommunen werden vorab durch das zuständige Regierungspräsidium (RP) auf dem Dienstweg über die anstehende Revision informiert. Parallel macht der Prüfdienst die nötige Terminplanung.

In vielen Landkreisen ist es mittlerweile üblich, sich vor der Revision unter Mitwirkung von Regierungspräsidium, Kreisbrandinspektor oder -inspektorin, Technischem Prüfdienst und UKH angemessen über den Revisionsablauf zu informieren, um dann gut vorbereitet in die Überprüfung zu gehen. Das spart während der Revision Zeit und ggf. auch personelle Ressourcen. Kommt der Prüfer dann vor Ort, werden zunächst die Pumpen überprüft, anschließend die Einsatzfahrzeuge begutachtet und danach die einzelnen Feuerwehrhäuser besichtigt. Im Anschluss an alle Besichtigungen innerhalb einer Kommune bespricht man mit den Verantwortlichen – neben der/dem Stadt- oder Gemeindebrandinspektor/- in sind meist die/der Bürgermeister/-in und der zuständige Fachbereich der Verwaltung beteiligt – die wesentlichen Mängel und es werden Möglichkeiten aufgezeigt, diese abzustellen.

Die einzelne Revision kann je nach Größe der Kommune mehrere Tage in Anspruch nehmen und je nach Kreisgröße pro Landkreis bis zu drei Monate dauern.

Transparente Informationskette

Nach der Besichtigung jeder einzelnen Kommune wird ein Bericht erstellt und an die Brandschutzaufsicht und die UKH verschickt. Die Kommunen erhalten den Bericht auf dem Dienstweg. Am Ende der kreisweiten Revision setzen sich die Aufsichtsbehörden zusammen und legen gemeinsam fest, in welcher Kommune welche Mängel dringlich und vor allem weiter zu verfolgen sind.

Die Revisionsberichte bestehen derzeit aus einer auf dem Postweg verschickten Zusammenfassung der Ergebnisse sowie den Detailberichten zu den Fahrzeugen, Geräten und den Häusern. Bislang wurde in der Zusammenfassung das sogenannte "Ampelprinzip" angewendet. Eine rote Ampel steht dabei für dringenden Handlungsbedarf, eine gelbe Ampel für Defizite und eine grüne Ampel zeigt: Es ist im Großen und Ganzen alles in Ordnung.

Änderungen ab 2016

Ab 2016 wird diese Einteilung anders aussehen, da insbesondere die fehlende Differenzierung bei der roten und gelben Ampel für manche Verantwortliche Schwierigkeiten bei der Deutung der Maßnahmendringlichkeit zur Folge hatte.

Künftig wird in einer Übersicht zwischen unmittelbarem sowie kurz- und mittelfristigem Handlungsbedarf unterschieden. Der/die Bürgermeister/-in bzw. die verantwortlichen Gremien können dann in der Übersicht für die Gesamtkommune sofort erkennen, in welchem Ort sie bei welchem Mangel ohne Verzug tätig werden müssen und wo zwar kurzfristiger Handlungsbedarf besteht, aber ein planerischer Vorlauf zugestanden wird. Außerdem wird es eine zusätzliche Übersicht über die einzelnen Standorte inklusive Mängelbeschreibung geben. Der eigentliche Detailbericht bildet dabei die Grundlage für die Übersichtsblätter. Er bleibt weitgehend unverändert, alle Informationen rund um die Revision finden sich dort.

Gefährdungsbeurteilung

Auf die Notwendigkeit, auch in den Bereichen der Feuerwehr, in denen dies notwendig ist, eine Gefährdungsbeurteilung durchzuführen, möchten wir an dieser Stelle wieder hinweisen.

Hoher Sicherheitsstandard in Hessen

Hessen ist das einzige Bundesland, in dem ein vom Land und von der Unfallkasse finanzierter Technischer Prüfdienst die Kommunen bei ihren Aufgaben im Brandschutz unterstützt. Damit wird ein bundesweit beispielgebend hoher Standard beim Brandschutz sichergestellt und die Kommunen werden weit über das sonst übliche Maß hinaus bei ihrer diesbezüglichen Aufgabe im Rahmen der Selbstverwaltung unterstützt.

Die Zusammenarbeit zwischen Unfallkasse, Innenministerium und Prüfdienst war schon immer ausgezeichnet. Daran hat auch die Privatisierung des Prüfdienstes nichts geändert. Wir möchten uns deshalb ausdrücklich für die gute Zusammenarbeit seit 2004 bedanken und freuen uns auf die nächsten zehn Jahre mit den Kollegen vom Technischen Prüfdienst!

Für die Kollegen des Fachbereichs Feuerwehr der UKH.



inform Ausgabe 4/2015

Welche Mängel in den Häusern gelten als "schwer" bzw. "gravierend" oder sind häufig?

Ein großes Problem stellt natürlich die Kombination "Einsatzkleidung in der Fahrzeughalle" und "krebserzeugende Dieselmotoremission (DME)" dar. In Verbindung mit viel zu geringen Sicherheitsabständen besteht hier in jedem Fall unmittelbarer Handlungsbedarf. Stimmen die Abstände, dann ist zumindest aber noch der Aspekt DME zu bedenken. Hier ist der Handlungsbedarf zwar immer noch sehr kurzfristig, aber ein planerischer und haushaltsrelevanter Vorlauf ist natürlich wichtig, da die Lösung des Problems kostenintensiv sein kann.

Weiterhin können ungesicherte Aufstiege in Schlauchtürme, statische Probleme am Gebäude, unbeheizte Räume und Schimmelbildung, mangelhaft konstruierte Tore unmittelbaren Handlungsbedarf auslösen. Diese Aufzählung ist nicht vollständig! – Recht häufig ist das Prüfszenario für Anlagen, Geräte und Ausrüstung unvollständig. Insbesondere ortsfeste elektrische Anlagen werden leider nur selten geprüft – oft ein Mangel, der dann für alle Liegenschaften der Kommune zutrifft. Dazu kommen ggf. verschiedenste Probleme in der Atemschutzwerkstatt oder im Atemschutzpflegebereich.

Mängel finden sich auch bei der Ladungssicherung auf den Einsatzfahrzeugen und auch ein markanter Unterschied zwischen zulässigem und tatsächlichem Gesamtgewicht einzelner Einsatzfahrzeuge kommt gelegentlich vor. Auch das zu hohe Alter von Fahrzeugbereifung, diverse Stolper- und Quetschstellen, unsichere Regale – häufig Marke Eigenbau –, schlechte Lagerbedingungen, zu wenig Parkmöglichkeiten für die Einsatzkräfte, individuelle, aber unzulässige Lösungen bei der Schutzausrüstung, eine undurchsichtige Gemengelage zwischen Einsatzabteilung und Feuerwehrverein – all das sind häufig festgestellte Mängel. Diese Aufzählung ist natürlich nicht vollständig …

Andreas Zey

Achim Weck beim Prüfen einer Pumpe

Muster der Revisionsberichte

Datum: Kategorie(n): Gesundheit · Kommunale Betriebe · Landesbetriebe · Mitgliedschaft UKH · Unternehmen · Drucken
Autor/Interviewer: Thomas Rhiel (069 29972-210), E-Mail: t.rhiel@ukh.de