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Datum: Kategorie(n): Kommunale Betriebe · Sicherheit · Drucken

Die neue DGUV Branchenregel „Abfallwirtschaft“

Mit einer DGUV Branchenregel soll dem Unternehmer ein übersichtliches und gut lesbares Arbeitsschutzkompendium zur Verfügung gestellt werden. Für die Branche „Abfallwirtschaft“ hat die DGUV nun die ersten beiden Teile der Branchenregel veröffentlicht. Teil 1 beschäftigt sich mit der „Abfallsammlung“, Teil 2 mit der „Abfallbehandlung“. Beide Teile sind seit Jahresbeginn sowohl als Download als auch in gedruckter Version erhältlich.

DGUV Branchenregel „Abfallwirtschaft“

Eine DGUV Branchenregel hat den Anspruch, Regelungen zur Gewährleistung der Arbeitssicherheit für eine komplette Branche lesbar, verständlich und nachvollziehbar zu beschreiben. Rechtlich gesehen kann sie nicht mit einer DGUV oder gar staatlichen Regel gleichgesetzt werden. Dennoch beschreibt sie den Stand der derzeitigen Technik und ist damit für den Unternehmer eine unverzichtbare Zusammenfassung aller relevanten Aspekte, die er in puncto Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz seiner Beschäftigten bedenken muss. Hinzu kommen viele praxisnahe Tipps und Anregungen.

Die Branchenregel „Abfallwirtschaft“ wird nach ihrer Fertigstellung aus mehreren Teilen bestehen. Neben den bereits fertiggestellten Regeln „Abfallsammlung“ und „Abfallbehandlung“ entstehen derzeit die Regeln „Straßenreinigung“ und „Wertstoffhöfe“. Nach deren Fertigstellung wird mit dem Teil „Deponien“ die erstmalige Erstellung der Branchenregel zunächst abgeschlossen sein. Alle Branchenregeln sind dann in einem Fünfjahres-Turnus auf Aktualität zu prüfen und ggf. zu überarbeiten.

Eine Branchenregel ist klar gegliedert. Nach einem allgemeinen Teil, der für alle Arbeitsbereiche gleichermaßen gilt, geht sie in den folgenden Teilen speziell auf die Einzelbereiche ein. Bei der Branchenregel „Abfallwirtschaft“ wird es aufgrund der Vielschichtigkeit der Branche voraussichtlich die o. g. fünf Einzelregeln geben. Sollte es zu inhaltlichen Überschneidungen mit anderen Branchen bzw. Themen kommen, die bereits an anderer Stelle ausführlich beschrieben und geregelt wurden, wird darauf verwiesen und auf eine erneute Bearbeitung verzichtet.

Allgemeiner Teil der Branchenregel

Die in den ersten beiden Kapiteln jeder Branchenregel enthaltenen Informationen sind immer gleich. Hier werden die Grundlagen erläutert, die für alle Unternehmer gelten, danach dann diejenigen, die für alle Unternehmen der Abfallwirtschaftsbranche gelten. Dazu gehören die Erläuterung der Verantwortlichkeiten, Hinweise zu Qualifikationen, zu Sicherheitsbeauftragten, Gefährdungsbeurteilung, allgemeinen arbeitsmedizinischen Maßnahmen, Unterweisung und verschiedene Informationen mehr.

Ab dem dritten Kapitel „Arbeitsplätze und Tätigkeiten“ werden dann die speziellen Aspekte der jeweiligen Regel dargestellt. Dabei geht es zunächst um die möglichen Gefährdungen und anschließend um die deshalb erforderlichen Maßnahmen.

Teil 1 – Abfallsammlung

Ein wichtiger Aspekt der Abfallsammlung ist die richtige Planung. Deshalb beginnt der spezielle Teil der Regel mit wichtigen Hinweisen hierzu. Dabei geht es z. B. um sichere Bereitstellungsplätze und die nötige Beschaffenheit der Straßen. Die genannten Themen sind auch deshalb besonders relevant, da damit auch die Pflichten der Auftraggeber angeführt werden.

Eine Sammeltour ist nicht nur zu planen, sie muss auch vor- und ggf. nachbereitet werden. Die eigentliche Sammlung umfasst die Bereitstellung der Gefäße ebenso wie den Transport der Behälter zum Fahrzeug und das Anliefern der Abfälle durch das Sammelfahrzeug bei der Entladestelle. Ganz speziell geht die Regel auf die Sperrmüllsammlung ein. Insbesondere das Rückwärtsfahren ist ein wichtiges Thema, welches ausführlich beschrieben wird. Die besonders für die Mitarbeiter relevanten Themen wie Hygiene, arbeitsmedizinische Vorsorge, persönliche Schutzausrüstung und der Schutz gegen Lärm sowie Hinweise zur Wartung und Instandhaltung und zu besonderen Arbeitssituationen vervollständigen die Regel.

Teil 2 – Abfallbehandlung

Abfallbehandlungsanlagen haben viele Gemeinsamkeiten. Dazu gehören beispielsweise Aspekte, die bei Neu- oder Umbauten, bei der Gestaltung von Verkehrswegen oder auch bei der Qualifikation von Führungskräften zu bedenken sind. Dies alles spielt sich in einem Umfeld ab, das neben dem Menschen auch dem Material einiges abverlangt. Die Anlagen und Arbeitsmittel müssen daran angepasst sein und die Wartung, Reinigung und Instandhaltung erfordert auf die Arbeit abgestimmte Maßnahmen. Gefahrstoffe, biologische Arbeitsstoffe und die besondere Brandgefahr, der innerbetrieblich häufig nötige Transport der Abfälle, aber auch die Anlieferung und das Umladen werden beschrieben. Dazu kommen auch hier die für die Mitarbeiter wichtigen Aspekte wie arbeitsmedizinische Vorsorge, persönliche Schutzausrüstung und der Atemschutz sowie die speziellen Hygienemaßnahmen bis hin zum Hautschutz.

Auch spezielle Anlagen werden behandelt. Die mechanische Aufbereitung, das manuelle Sortieren und die speziellen Gefährdungen und Maßnahmen bei der Kompostierung und der Vergärung sowie bei der Zerlegung von Elektro-Altgeräten werden ausführlich beschrieben.

Fazit

Mit der Branchenregel „Abfallwirtschaft“ bzw. den ersten beiden fertiggestellten Einzelregeln wird dem Unternehmer ein passgenaues Kompendium für seine betrieblichen Arbeitsschutzmaßnahmen zur Ver- fügung gestellt. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit erhält er einen detaillierten, aber dennoch übersichtlich aufbereiteten Überblick über die Gefährdungen und Maßnahmen, die er für sein Handeln als Verantwortlicher für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz in seinem Unternehmen benötigt. Die weiteren Teile der Regel sollen im Jahresverlauf 2017 und in 2018 erstellt werden. Verantwortlich hierfür zeichnet das Sachgebiet „Abfallwirtschaft“ der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV).

Für Fragen rund um das Thema steht auch der Fachbereich „Abfallwirtschaft“ der UKH gerne zur Verfügung.

Weitere Infos zur Branchenregel www.dguv.de, Fachbereich Verkehr, Abfallwirtschaft.

 

inform Ausgabe 1/2017

Die Mitarbeiter*innen in der Abfallwirtschaft sind vielen Belastungen ausgesetzt.

Datum: Kategorie(n): Kommunale Betriebe · Sicherheit · Drucken
Autor/Interviewer: Thomas Rhiel (069) 29972-210, E-Mail: t.rhiel@ukh.de