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Datum: Kategorie(n): Kommunale Betriebe · Sicherheit · Versicherungsschutz · Mitgliedschaft UKH · Unternehmen · Drucken

Die sichtbaren Dienstleister von Heppenheim: Der Baubetriebshof

Sie leuchten orange, damit man sie sieht: Die Frauen und Männer des Baubetriebshofs Heppenheim. Sie sorgen für Verkehrssicherheit und Ordnung auf Straßen und Wegen, in Parks und im Stadtwald, auf Spielplätzen, in Kindertageseinrichtungen und auch auf dem Friedhof. Baubetriebshofleiter Thomas Dexheimer legt Wert auf das einheitliche Erscheinungsbild seiner Truppe, auf korrekte persönliche Schutzausrüstung jedes Einzelnen und darauf, dass jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter sich bewusst darüber ist, welche Gefährdungen im Arbeitsalltag drohen können.

Heppenheim an der Bergstraße

Mit rund 25.000 Einwohnern ist Heppenheim die viertgrößte Stadt des Kreises Bergstraße. Hessens südlichste Kreisstadt, die 2004 den Hessentag ausgerichtet und 2005 den 1250. Jahrestag ihrer Ersterwähnung gefeiert hat, kann auf eine lange Geschichte zurückblicken.

Wie archäologische Funde belegen, ist das Heppenheimer Gebiet seit der Jungsteinzeit von Menschen besiedelt. Die erste urkundliche Erwähnung der Stadt und ihrer Kirche St. Peter stammt aus dem Jahr 755 und ist durch den Lorscher Codex überliefert. Seit 773 gehörten der Ort und die gesamte Mark Heppenheim zu den zahlreichen Besitzungen der Reichsabtei Lorsch. Die malerische Altstadt Heppenheims wird überragt von der Starkenburg, die 1065 als erste und wichtigste Burg der Reichsabtei Lorsch errichtet wurde.

Leben in Heppenheim

Obst- und Weinbau, Tabakverarbeitung und Ziegelherstellung bestimmten lange Zeit das Heppenheimer Wirtschaftsleben. Die nach und nach entstandenen Unternehmen etwa der Textil- und der Lebensmittelbranche hatten den Vorteil, die Umwelt wenig durch Emissionen zu belasten. Und darauf wurde an der Bergstraße geachtet.

Eine gut ausgebaute kommunale Infrastruktur mit Schulen und Sportstätten trägt gleichfalls zur hohen Lebensqualität bei, die Heppenheim seinen Einwohnern zu bieten hat . Und wenn die Baumblüte an der Bergstraße Frühlingsstimmung verbreitet, während in anderen Gegenden Deutschlands noch der Winter herrscht, zeigt sich Heppenheim in seinen schönsten Farben. (Quelle: www.heppenheim.de)

Wir stellen heute den Leiter und einige Mitarbeiter des Baubetriebshofs, der vorbildlich im Sinne von nachhaltigem Arbeits- und Gesundheitsschutz aufgestellt ist, vor. Woran das liegt, erklärt uns Thomas Dexheimer in Theorie und Praxis.

Der Baubetriebshof

Bauingenieur Thomas Dexheimer, 47 Jahre alt, verheiratet und Vater von zwei Kindern im Alter von sechs und acht Jahren, seit 2010 Leiter des Bauhofs, erläutert den aufwändigen Weg, das Thema Sicherheit umzusetzen: „Als ich 2010 hier begann, war meine wichtigste Aufgabe, den Bauhof sozusagen von alten Strukturen zu lösen und in die Moderne zu überführen, und das im laufenden Betrieb. Auf den Arbeitsschutz haben wir von Anfang an den allergrößten Wert gelegt.

Zunächst musste ich alle Prozessabläufe und die Logistik kennenlernen und auf den Prüfstand stellen. Dabei hat mich die ganze Mannschaft hervorragend unterstützt. Aus der Verwaltung und von Seiten des Bürgermeisters habe ich von Anfang an großen Rückhalt bekommen; die Gelder für notwendige Investitionen, insbesondere für Schutzmaßnahmen, wurden unbürokratisch bewilligt.

Die komplette Erneuerung des Maschinen- und Fuhrparks war das erste große Projekt, das wir gemeinsam gestemmt haben, und parallel dazu wurde die ganze Mannschaft mit einheitlicher persönlicher Schutzausrüstung ausgestattet.“

Gefragt nach den wichtigsten Schritten bei der Modernisierung, berichtet Thomas Dexheimer: „Ein Bauhof kann im Tagesgeschäft nie genau planen, was als Nächstes eintritt. Tagesablauf und Projekte werden gemeinsam abgestimmt. Das gibt uns Gelegenheit, auf aktuelle Ereignisse kurzfristig reagieren zu können. Es kann trotzdem eine unvorhergesehene Aufgabe hinzukommen, die Anforderungen an Sicherheit und Gefährdungsbeurteilung stellt. Außerdem werden Bauhofmitarbeiter oft mit Unannehmlichkeiten in Stadt und Verkehr in Verbindung gebracht, obwohl sie nur ihre Pflicht tun und sich für die Bürger einsetzen. Aus diesem Grund haben wir von Anfang an dafür gesorgt, dass projektbezogen über unsere Arbeit berichtet wird. So konnten wir uns ein positives Image in der Bevölkerung aufbauen und sichern. Die einheitliche Kleidung trägt ebenfalls dazu bei: Für jeden Bürger erkennbar arbeiten wir in der Öffentlichkeit. Das ist allen Mitarbeitern durchaus bewusst.“

Erfolgsrezept für guten Arbeitsschutz

Thomas Dexheimer beschreibt die Gestaltung sicherer Arbeitsplätze als stetigen Prozess, der niemals abgeschlossen ist. Zusammen mit drei Vorarbeitern und in Abstimmung mit allen Mitarbeiter*innen realisiert er demokratische Entscheidungen, zum Beispiel in Sachen Fuhrpark und Maschinen. Die Verantwortung jedes Einzelnen ist gefordert, damit Gefahren bewusst werden und das Sicherheits- konzept gelebt wird. Thomas Dexheimer: „Wir kommen gemeinsam zu einem Ergebnis – es gibt aber nicht nur einen einzigen Weg dahin. Die Verantwortung dafür liegt auf vielen Schultern, was auch meine Leute motiviert.“

Wie wird das richtige Verhalten im Sinne nachhaltigen Arbeitsschutzes eigentlich vermittelt? Thomas Dexheimer erzählt: „Der Arbeitsschutz ist ein Hauptthema, das als „Gesamtwerk“ betrachtet werden muss. Zunächst wurde das Bewusstsein für die gesetzlichen Vorgaben und die Verantwortung jedes Einzelnen geschaffen. Dann haben wir uns daran gemacht, Gefährdungseinschätzungen vorzunehmen und zu dokumentieren – ein laufender Prozess! Zusammen mit den Sicherheitsexperten von der Fa. IAS, die uns beraten, haben wir eine Maximalanforderung für die Gefährdungsbeurteilungen erstellt und müssen diese nun sinnvoll und praktisch an unserer Arbeit orientiert wieder anpassen. Wir bringen unsere Erfahrungen aus den Arbeitsabläufen ein.

Für Fachschulungen kaufen wir die entsprechenden Fachleute ein und achten sorgfältig darauf, dass alle Beschäftigten regelmäßig unterwiesen und geschult werden. Auch die Seminare der UKH stehen bei uns auf der Tagesordnung.“ 

 

Die Unterweisung für Motorsägenführer

Bei bestem Herbstwetter durfte inform nach dem Interview an der Auffrischungsunterweisung für Motorsägenführer teilnehmen. Ausbilder Markus Rieger und sein Kollege Julian Stahl sind bereits zum dritten Mal angetreten, um die jährliche Unterweisung des Personals an der Motorsäge vorzunehmen. An zwei Tagen werden ca. 20 Personen geschult. Heute beweisen die Männer ihr Können am Baumbiegesimulator (simuliert Gefahrensituationen im Wald) und beim windengestützten Baumfällen.

Motorsägenausbilder Markus Rieger erläutert: „Wir vermitteln drei Basisschnitte, mit denen die Leute jede Situation meistern können. Beim Bauhof wird ja nicht täglich mit der Motorsäge gearbeitet wie beispielsweise im Forst.“

Christian Stadler von der Feuerwehr Heppenheim hat die Aufgabe, den im Simulator eingespannten Stamm mit dem sogenannten Zapfenschnitt zu entlasten und so den Druck ins Innere des Stammes zu verlagern. So wird ein unkontrolliertes Platzen des Stammes und damit eine Gefährdung verhindert.

Sein Kollege Jonas Wipplinger zeigt uns dann, was ein falscher Schnitt bewirken kann: die Kräfte des Stammes entladen sich unkontrolliert und Holzteile und -splitter könnten die Anwesenden verletzen.

Eindrucksvoll ist auch ein Einsatz, bei dem Forstwirt Harald Schumacher vom Bauhof Heppenheim unter Aufsicht des Ausbilders, Forstwirtschaftsmeister Julian Stahl, einen kranken und damit gefährlichen Nussbaum fällt. Wurzelzersetzender Pilzbefall im Stammfußbereich und Totholz in der Krone gefährden auf dem Spazierweg Fußgänger und Radfahrer, so dass die Fällung unausweichlich ist.

Neben Harald Schumacher sind Sägeführer Markus Jung, Seilwindenführer André Tiedemann und drei weitere Personen mit der Fällung und der Absicherung beschäftigt.

Zur Zufriedenheit des Ausbilders setzt Schumacher einen perfekten Sicherheitsfällschnitt mit korrekter negativer Bruchleiste – der Baum wird durch die Seilwinde gesichert und fällt ohne Gefährdung von Anwesenden in die vorgegebene Richtung.

Harald Schumacher betont anschließend, wie hellauf begeistert alle von den Schulungen am Baumbiegesimulator sind. Die Männer erhalten damit Schulungen und Unterweisungen, die lebensrettend für sie selbst und andere sein können.

Die Unfallkasse Hessen wünscht dem beispielhaften Baubetriebshof der Stadt Heppenheim weiterhin viel Erfolg auf dem Weg zum unfallfreien Betrieb!

 

inform Ausgabe 4/2016

Herbstliches Heppenheim – die Stadt im Grünen an der Bergstraße

Thomas Dexheimer, Leiter des Baubetriebshofs

Die Männer vom Baubetriebshof meistern mit drei Basisschnitten jede – auch brenzlige – Situation, ohne sich und andere zu gefährden.

Julian Stahl (2. v.l.) erläutert die folgende Sitution.

Die Instruktoren von der Fa. Rieger

Seilwindenführer André Tiedemann

Motorsägenausbilder Markus Rieger (rechts) demonstriert mit Christian Stadler den Zapfenschnitt am Baumbiegesimulator.

Sägeführer Markus Jung im Einsatz

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Autor/Interviewer: Sabine Longerich (069 29972-619), E-Mail: s.longerichukh.de