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Erfolgreiche Behandlung nach Arbeitsunfällen

Die ärztliche Versorgung nach Arbeitsunfällen wird von den gesetzlichen Unfallversicherungsträgern in hoher Qualität und flächendeckend sichergestellt. Wie Verletzte nach einem Ein Arbeitsunfall ist ein zeitlich begrenztes, von außen auf den Körper einwirkendes Ereignis, das zu einem Gesundheitsschaden oder zum Tod führt.
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Arbeitsunfall
möglichst schnell den für sie geeignetsten Ärzten zugeführt werden sollten, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Optimales Behandlungsergebnis wird stets angestrebt

Neben Krankenhäusern, Kur- und Spezialeinrichtungen (siehe inform 1/2014) tragen die niedergelassenen Ärzte im Rahmen der ambulanten Behandlung die "Hauptlast" der ärztlichen Versorgung nach Arbeits- und Schulunfällen. Und auch bei der ambulanten Behandlung gilt der wichtige Grundsatz: Die Unfallkasse Hessen setzt alle geeigneten Mittel ein, um die Gesundheit ihrer Versicherten möglichst rasch wiederherzustellen.

Die ambulante Versorgung muss grundsätzlich die gleiche Qualität haben wie eine stationäre Heilbehandlung. Dies gilt natürlich zuallererst für die Mehrzahl der leichteren Unfälle, die glücklicherweise ohne eine Krankenhausbehandlung auskommen. Aber auch nach einer stationären Behandlung sorgt erst eine sehr gute ambulante Nachbetreuung der Ärzte vor Ort für ein optimales Behandlungsergebnis.

Ambulante ärztliche Behandlung

Grundsätzlich darf jeder an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmende Arzt Unfallverletzte nach Arbeits- und Wegeunfällen behandeln. Das sind die Ärzte, die in den Kassenärztlichen Bundesvereinigungen organisiert sind, d. h., die keine reinen Privatpraxen betreiben.

Dabei ist zu beachten, dass Unfallverletzte unbedingt einem sogenannten Durchgangsärzte sind Ärzte, die als solche von den Landesverbänden der DGUV zugelassen sind. § 24 Durchgangsarztverfahren; § 27; Aufgaben des Durchgangsarztes
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Durchgangsarzt
(D-Arzt) vorzustellen sind, wenn

  • die Unfallverletzung über den Unfalltag hinaus zur Arbeitsunfähigkeit führt, oder
  • die notwendige ärztliche Behandlung voraussichtlich über eine Woche andauert, oder
  • Heil- und Hilfsmittel zu verordnen sind, oder
  • wenn es sich um eine Wiedererkrankung aufgrund von Unfallfolgen handelt.

Häufig wird der Unfallverletzte nach der ergänzenden D-ärztlichen Untersuchung dem vorstellenden Arzt zur weiteren Behandlung zurücküberwiesen. Sofern erforderlich, begleitet der D-Arzt den Heilverlauf dann nur zu bestimmten Terminen (Nachschau). Werden Heil- und Hilfsmittel erforderlich, kann er diese bei der Nachschau verordnen.

Unfallverletzte mit (isolierten) Augen- oder Hals-, Nasen-, Ohrenverletzungen sind direkt einem entsprechenden Facharzt vorzustellen und nicht erst dem D-Arzt.

Das D-Arzt-Verfahren

Wurden Verletzte aus den oben genannten Gründen einem D-Arzt vorgestellt, entscheidet dieser, ob eine allgemeine Heilbehandlung beim Hausarzt durchgeführt werden kann oder ob wegen Art oder Schwere der Verletzung die besondere Heilbehandlung erforderlich ist. Er kann zur Klärung der Diagnose und/oder zur Mitbehandlung andere Ärzte hinzuziehen, wenn er dieses Vorgehen wegen der Besonderheit der Verletzung für erforderlich hält.

Die besondere Heilbehandlung führt der D-Arzt in der Regel selbst durch. In Fällen der allgemeinen (hausärztlichen) Behandlung überwacht er außerdem den Heilverlauf. Die Einleitung der besonderen Heilbehandlung kann in der Regel nur durch die Unfallkasse oder den D-Arzt erfolgen. Eine freie Arztwahl wie bei der allgemeinen Heilbehandlung besteht in diesem Fall nicht mehr.

Zurzeit gibt es auch noch ein sogenanntes H-Arzt-Verfahren, das aber zum 31. Dezember 2015 ausläuft und deshalb hier nicht weiter erläutert wird.

Qualifikation der D-Ärzte

Die Landesverbände der gesetzlichen Unfallversicherung beteiligen ausschließlich fachlich geeignete Ärzte mit entsprechender Ausstattung von Praxis und Klinik am D-Arzt-Verfahren. Diese müssen neben der fachlichen Befähigung spezielle personelle, apparative und räumliche Anforderungen erfüllen und zur Übernahme bestimmter Pflichten bereit sein. Bundesweit sind über 3.800 niedergelassene sowie an Krankenhäusern und Kliniken tätige Ärzte in dieses Verfahren vertraglich eingebunden. Jährlich werden ca. 2.900.000 Versicherte der gesetzlichen Unfallversicherungsträger im D-Arzt- Verfahren versorgt.

Augen- und Hals-, Nasen-, Ohrenverletzungen

Für diese Verletzungen gibt es ebenfalls ein eigenes, vertraglich geregeltes Verfahren. Damit soll die Vorstellung der Versicherten mit Verletzungen in diesen spezifischen Bereichen beim nächsten erreichbaren Facharzt sichergestellt werden. Sämtliche niedergelassene Augenund HNO-Ärzte und die Chefärzte der betreffenden Fachkliniken sind an dem Verfahren beteiligt. Eine zusätzliche Vorstellung beim D-Arzt bei isolierten Verletzungen in diesen Bereichen ist nicht erforderlich.

Der aufgesuchte Facharzt muss dem UV-Träger unverzüglich einen Bericht erstatten.

Psychotherapeuten-Verfahren

Das Psychotherapeuten-Verfahren dient der zügigen psychologisch-therapeutischen Intervention nach Arbeitsunfällen. Damit soll einer Entstehung und Chronifizierung von psychischen Gesundheitsschäden frühzeitig entgegengewirkt werden.

Nur ärztliche und psychologische Psychotherapeuten, die über spezielle fachliche Befähigungen verfügen und zur Übernahme bestimmter Pflichten bereit sind, können am Verfahren beteiligt werden. Die Therapie wird vom Unfallversicherungsträger oder D-Arzt eingeleitet.

Erfolgsaussichten

Erst das Zusammenwirken der im Einzelfall an der Heilbehandlung beteiligten Ärzte und Therapeuten sowie das rechtzeitige Ineinandergreifen therapeutischer Maßnahmen gewährleistet eine optimale Heilbehandlung, die im Idealfall zur schnellen beruflichen Wiedereingliederung und vor allem zur vollständigen Genesung führt.



inform Ausgabe 4/2015

Abrechnung der Behandlung

Die Behandlung der niedergelassenen Ärzte nach Arbeitsunfällen wird grundsätzlich direkt mit uns abgerechnet und nicht über die Krankenkasse der Verletzten. Zuzahlungen werden für gesetzlich Unfallversicherte nicht fällig.

Das rechtzeitige Ineinandergreifen therapeutischer Maßnahmen gewährleistet eine optimale Heilbehandlung (Foto: DGUV).

Für Kinder und Jugendliche stehen speziell qualifizierte Mediziner zur Verfügung.

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Autor/Interviewer: Thiemo Gartz (069 29972-302), E-Mail: t.gartz@ukh.de