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Datum: Kategorie(n): Sicherheit · Kommunale Betriebe · Gesundheit · Drucken

Jeder Unfall ist vermeidbar

Das Bensheimer Unternehmen mit dem sperrigen Namen „Kommunalwirtschaft Mittlere Bergstraße“ (kurz: KMB) und seine 95 Mitarbeiter haben einiges zu bieten: vielfältige Arbeitsbereiche und Aufgaben, eine hohe Verantwortung für Menschen und Umwelt, und, für die Unfallkasse Hessen von ganz besonderem Interesse, sehr hohe Standards im Bereich Sicherheit und Gesundheit. Die Sicherheitsphilosophie des Verbandes und seines Geschäftsführers Frank Daum lautet: „Jeder Unfall ist vermeidbar“ – Vision Zero als konkrete Zielsetzung.

Der Zweckverband Kommunalwirtschaft Mittlere Bergstraße (KMB) ist ein Zweckverband nach den Vorschriften des Gesetzes über kommunale Gemeinschaftsarbeit (KGG), der von der Stadt Bensheim sowie den Gemeinden Einhausen und Lautertal gebildet wird. Der Verband ist als Dienstleistungsunternehmen für seine Verbandsmitglieder tätig. Zu seinen Aufgaben zählen seit der Gründung im Jahr 1964 die Abwasserentsorgung, seit 2001 der kommunale Straßenbau und seit 2011 der Bauhofservice mit Bestattungswesen. Seit 2006 ist der KMB außerdem mit der Geschäftsführung der „Kommunalen Arbeitsgemeinschaft Bergstraße“ (KAB) beauftragt.

Expansion und Entwicklung

Der KMB hat sich in den vergangenen Jahrzehnten im Bereich Abwasserentsorgung zu einem großen Umweltschutzunternehmen Südhessens entwickelt. Daneben ist er ein expandierendes Dienstleistungsunternehmen, der sich auch unter dem Aspekt der interkommunalen Zusammenarbeit stetig weiterentwickelt. Jüngstes Projekt des KMB bei der interkommunalen Zusammenarbeit ist die Übernahme des Regiebetriebs Bauhof der Gemeinde Lautertal zum 1.1.2016.

Ein gestiegenes Umweltbewusstsein, das generelle Bedürfnis nach ordnungsgemäßen Abwasserverhältnissen und die Notwendigkeit, die Wasserqualität der Lauter zu verbessern, brachten die Stadt Bensheim und die damals noch selbstständigen Gemeinden des Lautertales dazu, 1964 einen gemeinsamen Abwasserverband Bensheim-Lautertal zu gründen.

Nach 28 Jahren, im Jahr 1992, wurde durch den Beitritt der Gemeinde Einhausen der Name des Verbandes in „Abwasserverband Mittlere Bergstraße“ geändert.

Im Jahr 1999 hatte der Abwasserverband in seinem Verbandsgebiet Bensheim, Lautertal und Einhausen einen Anschlussgrad von 99,2 Prozent erreicht. Von den damals insgesamt 54.000 Einwohnern in den Mitgliedskommunen waren bereits 53.700 an die öffentliche Abwasserentsorgung angeschlossen.

2001 wurden dann von dem inzwischen mit einer modernen und zukunftsorientierten Organisationsstruktur ausgestatteten Verband die Weichen für den weiteren Weg zum Dienstleister der Kommunen gestellt. Der Verband übernahm von der Stadt Bensheim die Aufgaben des Straßen- und Ingenieurbaus. 2005 und 2006 folgten mit entsprechenden öffentlich-rechtlichen Vereinbarungen auch die Verbandskommunen Lautertal und Einhausen.

Die Öffnung des Verbandes für andere kommunale Aufgaben machte schließlich auch die Änderung der Rechtsform möglich. Aus dem „Abwasserverband Mittlere Bergstraße“ wurde 40 Jahre nach seiner Gründung der Zweckverband „Kommunalwirtschaft Mittlere Bergstraße“.

Die Ziele des Zero Accident Forum sind klar definiert:

„Wir entwickeln und verbessern mit der Leitung und der Belegschaft gemeinsam unsere Arbeitssicherheit mit dem Ziel, alle Unfälle zu vermeiden.“ „Wir betrachten Gesundheit am Arbeitsplatz und Arbeitssicherheit als feste Bestandteile unserer Arbeit.“

Arbeits- und Gesundheitsschutz

Im Bereich der Abwasserentsorgung hat sich der Verband nach eigener Aussage mit großem Engagement, viel Sachverstand und der Bereitschaft zur Innovation in den vergangenen fünf Jahrzehnten zu DEM großen Umweltschutzunternehmen Südhessens entwickelt. Zum 1.1.2017 war KMB der einzige Kläranlagenbetreiber in Hessen, der alle neuen Einleitwerte korrekt einhielt.

Im Interview erläutern Geschäftsführer Frank Daum und Betriebsleiter „Kläranlagenbetriebe“ Daniel Zimmermann den inneren Antrieb des Unternehmens, in Sachen Arbeitsschutz jeden Tag ein Stückchen besser zu werden. Die Sicherheitsphilosophie lautet: „Jeder Unfall ist vermeidbar“, das Ziel ganz klar: null Arbeitsunfälle („Vision Zero“). Als einziges öffentliches Unternehmen ist KMB daher seit 2016 Mitglied im Zero Accident Forum, einem Netzwerk des Instituts für Arbeitsschutz (IFA) der DGUV.

KMB scheut keine Herausforderung (O-Ton Frank Daum: „Wir haben doch nichts zu verlieren!“): Das Unternehmen nahm am Deutschen Arbeitsschutzpreis 2014 sowie 2015 am Wettbewerb der VDSI „Unterwegs – aber sicher!“ teil und errang den Hauptpreis im Förderpreiswettbewerb 2013/2014 der UKH im Rahmen der Kampagne „Mit Sicherheit – für einen gesunden Rücken“. Selbstverständlich wurde das Preisgeld umgehend in Präventionsmaßnahmen für Rückengesundheit investiert.

Arbeitsschutz ist Chefsache – unsere Gesprächspartner stellen sich vor

Frank Daum, 51, ist verheiratet und Vater einer Tochter. Der Diplom-Verwaltungswirt ist hunde- und sportbegeistert und 1. Vorsitzender des SV 1958 Schwanheim e. V. Er leitet den Verband seit Juli 2010. Vor dieser Zeit machte er sich bereits im Bereich Controlling, Organisation und Personalmanagement der Stadt Bensheim einen Namen. So entwickelte er z. B. den damaligen städtischen Bauhof zu einem erfolgreichen Eigenbetrieb.

Daniel Zimmermann, 41, ist verheiratet und Vater eines knapp einjährigen Sohnes. In der Fachkombination des Abwassermeisters und technischen Betriebswirts leitet er seit Juli 2011 die Kläranlagenbetriebe. In den Bereich Arbeitsschutz ist Zimmermann „hineingewachsen“, für ihn bietet sich damit eine zusätzliche sinnvolle und erfüllende Aufgabe.

„Viel erreicht, viel zu tun!“

Absolute Übereinstimmung herrscht bei beiden in Sachen Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit: Zwischen Geschäftsführung und Betriebsleitern herrsche ein ausgezeichnetes Vertrauensverhältnis, man habe dort immer ein offenes Ohr, und die volle Unterstützung der Verbandsgremien sei ihnen sicher. Arbeitsschutz sei Chefsache: Die Führungskräfte müssen einen vollumfassenden Sicherheitsblick vom Gebäude bis zur Person haben sowie über alle Technik, Fahrzeuge und Maschinen. Der Arbeitsschutz ist bei KMB ein lernender Prozess, die Mitarbeiter werden Schritt für Schritt mitgenommen. Um das Ziel „null Unfälle – Vision Zero“ zu erreichen, ist man bereit, alle Wünsche bezüglich der Sicherheit umzusetzen. Frank Daum betont, dass „neue sichere persönliche Ausstattung die Mitarbeiter motiviert und so für mehr Produktivität sorgt“.

Arbeitsschutz aktuell (Auszug)

Wir wünschen den beispielhaften Arbeitsschützern des KMB Bensheim weiterhin viel Erfolg auf ihrem Weg zum Ziel: „Vision Zero – keine Arbeitsunfälle!“

Quellen und Kontakte:

Daniel Zimmermann daniel.zimmermann@kmb-bensheim.de

Frank Daum frank.daum@kmb-bensheim.de

 

inform Ausgabe 2/2017

KMB – Partner der Kommunen und der Bürger

  • KMB klärt: Abwasserentsorgung in Bensheim, Lautertal, Einhausen
  • KMB baut: Organisation der Tiefbauarbeiten in drei Kommunen
  • KMB hilft: Bauhofservice mit 68 Mitarbeitern für Bensheim und Lautertal
  • KMB begleitet: Bestattungswesen als hoheitliche Aufgabe
  • KMB integriert: Federführung der gemeinsamen optimierten Stadtentwicklung als Kommunale AG Bergstraße für sechs Kommunen

Markus Marquardt vom Bauhofteam demonstriert die Kehrmaschine.

Julia Metzger und Norbert Böhm analysieren Wasserproben. Bauhofleiter Peter Stanzel vor dem Salzbehälter (rechtes Bild)

Dennis Rötgerding zeigt ein Multifunktionsfahrzeug für verschiedene Einsätze. Schreiner Carsten Pfeiffer vom Bauhofteam (rechtes Bild)

Rudolf Ritz und Andreas Krug warten das Notstromaggregat.

"Der Arbeitsschutz ist fester Bestandteil unserer täglichen Arbeit." Daniel Zimmermann (Bilder: Jürgen Kornaker für Unfallkasse Hessen)

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Autor/Interviewer: Sabine Longerich, E-Mail: s.longerich@ukh.de