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Datum: Kategorie(n): Sicherheit · Gesundheit · Kommunale Betriebe · Versicherungsschutz · Mitgliedschaft UKH · Drucken

Willkommen in Bensheim! Lachen hilft immer – bei einer "spürbar gesunden" Stadtverwaltung

Die Stadt Bensheim, im Süden Hessens gelegen, wird dieses Jahr 1250 Jahre alt und ist immer ein lohnendes Ausflugsziel. Eine malerische Innenstadt mit liebevoll restaurierten Fachwerkhäusern und ehemaligen Adelshöfen, ein vielfältiges kulturelles Angebot und ein besonders mildes Klima laden zum Besuch ein. Rund 40.000 Einwohner zählt die Stadt zurzeit. Bensheim heißt alle Besucher herzlich willkommen – auch die vielen Flüchtlinge, die seit einigen Monaten hier Schutz suchen. Die Stadtverwaltung Bensheim kümmert sich außerdem beispielhaft um den Gesundheitsschutz ihrer Beschäftigten.

Auerbacher Schloss und Fürstenlager

Weit über Bensheim ragt das Auerbacher Schloss, das zum beliebtesten Bauwerk in Hessen gewählt wurde. Früher galt die Burg als uneinnehmbar, jetzt steht sie den Besuchern offen. Ihnen bietet sich in einer atemberaubenden Kulisse eine Zeitreise durch die Vergangenheit. Unzählige Sagen und Legenden ranken um diesen Bau, zum Beispiel die von einem geheimnisvollen Schatz, der irgendwo in der Burg verborgen sein soll.

Das Fürstenlager in Bensheim-Auerbach, ehemalige Sommerresidenz der Landgrafen und Großherzöge von Hessen-Darmstadt, ist auch heute noch ein beliebter Ausflugsort: Hier steht nicht nur der älteste Mammutbaum auf europäischem Festland. Die schlichte, dorfartige Anlage ist um den Gesundbrunnen angeordnet. Die einzelnen Gebäude, wie Fremden- und Kavaliersbau, Prinzen- und Damenbau, Wachen und Remisen, sind fast unverändert erhalten geblieben. Umgeben werden sie von einem 42 Hektar großen Park mit exotischen Pflanzen und Bäumen.

Die Hessische Bergstraße – ein Paradies für Wanderer und Weinliebhaber

Bereits vor 2000 Jahren entdeckten die Römer die Schönheit und das milde Klima der Bergstraße. Sie pflanzten die ersten Reben und setzten eine bis heute andauernde Erfolgsgeschichte des Bergsträßer Weins in Gang. Denn Bensheim liegt mitten im Weinbaugebiet "Hessische Bergstraße". Von der Innenstadt aus führen verschiedene Wege über den Stadtpark direkt in die Weinberge zum Weinlehrpfad. Anschaulich informieren Schautafeln über den Weinbau, die Lage, die Region und ihre Entstehungsgeschichte. Das milde Klima bietet hervorragende Bedingungen für den Weinbau, der Frühling hält hier schon viel früher Einzug als in anderen Regionen Deutschlands. An den sonnenverwöhnten Hängen wächst daher ein ganz besonderer Wein.

Das Stadtoberhaupt
Im Oktober 2001 wechselte der ehemalige Richter am Amtsgericht Fürth, später am Landgericht Darmstadt, ins Hessische Justizministerium, wo er 2005 als Referatsleiter den Bereich EDV und Organisation übernahm. Im Oktober 2006 ging Rolf Richter in die Hessische Staatskanzlei. Der Schwerpunkt seiner dortigen Tätigkeiten lag auf dem Gebiet der Verwaltungsmodernisierung und der Elektromobilität.

Im August 2013 wurde Rolf Richter Regierungsvizepräsident im Regierungspräsidium Darmstadt. Er war 13 Jahre lang Stadtverordneter der Stadt Bensheim und ist seit dem 15.12.2014 ihr Bürgermeister. Seine transparente Informationspolitik wird von allen Beteiligten hoch gelobt: Der Bürgermeister informiert bei besonderen Themen mit großer Tragweite die Beschäftigten per E-Mail über aktuelle Entwicklungen, bevor sie darüber etwas in der Zeitung lesen. Kommunikation wird auf allen Ebenen der Stadtverwaltung großgeschrieben.

Bürgermeister Richter sagt über das Projekt "spürbar gesund": "Ich freue mich über diese Intitiative und unterstütze sie, wo ich kann. Ich blicke auf mehr als zehn Jahre Verwaltungsmodernisierungsarbeit zurück. Auch als Regierungsvizepräsident beim RP Darmstadt war ich für das Gesundheitsmanagement zuständig und weiß: Positiv gestimmte und wertgeschätzte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich am Arbeitsplatz wohlfühlen, sind das höchste Kapital jeden Unternehmens. "spürbar gesund" ist eine Initiative für uns alle; alle sind betroffen und können sich beteiligen, ob als Teilnehmer oder als Kursleiter oder Ideengeber. Die AG arbeitet mit Augenmaß und darum werden auch alle Vorschläge genehmigt."

Dabei handelt es sich beispielsweise um die ergonomische Ausstattung aller Arbeitsplätze (höhenverstellbare Schreibtische wurden bei der Stadt Bensheim als Standardausstattung definiert), aber auch um "weiche" Angebote wie Sport, Ernährung, Entspannung, Grillabende – alles dient dazu, die Belegschaft zusammenzuschweißen und das WIR-Gefühl zu stärken. Bensheim hatte den überaus erfolgreichen Hessentag 2014 ausgerichtet und dabei das WIR-Gefühl unter den Helferinnen und Helfern erzeugt – ein Gefühl, das weiterleben sollte, um sich am Arbeitsplatz wohlzufühlen und gesund zu erhalten.

Wie funktioniert das nun in der Praxis?
Frank Faber: "Die Gesundheit ist ein hohes Gut. Sie zu bewahren, wiederzugewinnen und zu fördern ist eine wichtige Aufgabe. Daher haben wir es uns zum Ziel gesetzt, fachliche Kompetenzen zu bündeln, bereits bestehende Einzelaktionen zusammenzufassen, ein gemeinsames Konzept zu entwickeln und dieses in unseren beruflichen Alltag zu integrieren und umzusetzen. Die Mitglieder der AG setzen sich aus den Bereichen Personalrat, Personalmanagement, Gleichstellungsbeauftragte und Arbeits- und Gesundheitsschutz zusammen."

Erfolg durch Leidenschaft, Herzblut und Nachhaltigkeit
Teamleiter Frank Wienecke ergänzt: "Ich möchte ergänzen, dass wir mit Frank Faber, der sich persönlich dafür einsetzt, dass "spürbar gesund" die Menschen erreicht und der die Kollegen zum Mitmachen in der Arbeitsgruppe motiviert, einen Glücksgriff getan haben. Seine Leidenschaft für die Sache macht es uns leichter, auch schwierige Sachverhalte anzugehen. Im Jahr 2012 wurde dieser Bereich intensiviert und auch professionalisiert. Gründe dafür waren neue rechtliche Vorschriften."

Gesundheit am Arbeitsplatz
Gesundheit ist nicht allein das Fehlen von Krankheit oder Gebrechen, sondern auch der Ausdruck körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens. Alle diese Aspekte werden im Rahmen eines umfassenden Gesundheitsmanagements berücksichtigt. Gerade die psychischen Belastungen und die Beeinträchtigung sozialer Belange der Beschäftigten sind mittlerweile in den Fokus des Gesundheits- und Arbeitsschutzes gerückt.

Elke Ritter ist Vorsitzende des Personalrats und überzeugt davon, dass die Stadtverwaltung in Bezug auf Gesundheitsförderung ihrer Belegschaft auf einem sehr guten Weg ist: "Die Arbeitsgruppe "spürbar gesund" hat es sich zur Aufgabe gemacht, die negativen Tendenzen, die unseren beruflichen und auch privaten Alltag beeinflussen, entgegenzuwirken. Mit gezielten Aktionen werden die Beschäftigten für die eigene Gesundheit, das eigene Wohlbefinden und ein soziales berufliches Miteinander sensibilisiert. Für diese Aktionen hat die Arbeitsgruppe die sogenannte "BAR" ins Leben gerufen."

Die BAR

Bei der "BAR" handelt es sich um gezielte themenspezifische Sonderaktionen, die einen kleinen Baustein des Gesundheitsmanagements bilden, die Beschäftigten direkt ansprechen und zum Mitmachen animieren.

  • Die lesBAR setzt das Konzept des offenen Bücherschranks um und lädt die Beschäftigten ein, bei einem guten Buch vom Stress abzuschalten.
  • In der dehnBAR werden die Auswirkungen der täglichen Arbeit auf Muskulatur und Skelett thematisiert und praktische Tipps und Tricks zur Vermeidung von Muskel- und Skeletterkrankungen vermittelt.
  • Die hörBAR thematisiert die akustische Belastung, der man tagtäglich im Berufsleben ausgesetzt ist, und zeigt durch Gesundheitsvorträge auf, wie man gesundheitliche Risiken minimieren kann.
  • Im Rahmen der trinkBAR wurde den Beschäftigten erläutert, wie wichtig regelmäßiges Trinken ist und dass Wasser nicht gleich Wasser ist. Darüber hinaus wurden den Beschäftigten selbstgemixte Smoothies aus frischem Obst und Gemüse angeboten – eine Veranstaltung, die bei der Belegschaft großen Anklang fand.
  • Bei der bewegBAR dreht sich alles um Sport und Bewegung. Hier werden vielfältige Aktivitäten, z. B. die bewegte Mittagspause, Boule, Fußball, Qigong u. v. m. gebündelt.
  • Eine Veranstaltung, die nicht im Rahmen der BAR läuft, hat sich ebenfalls etabliert und erfreut sich großer Beliebtheit: das After-Work-Grillen. Hier steht nicht so sehr der Gesundheitsaspekt im Vordergrund, sondern das gesellige Miteinander, die Sozialkompetenz und der Zusammenhalt der Beschäftigten und damit automatisch eine Verbesserung des Betriebsklimas.

Lachen hilft immer!

Gefragt nach den Zukunftsaussichten der Initiative sowie den besonderen Erfolgen oder auch Misserfolgen und weiteren Ideen, sind sich die Interviewpartner einig:

"Immer mehr Kolleginnen und Kollegen nutzen die Angebote und kommen zu den Aktionen. Und immer mehr bieten sich auch als Ideengeber oder sogar als 'Trainer' oder Leiter einer Aktivität an. Man merkt ja eigentlich auch erst während einer Aktion, ob diese gut oder schlecht angenommen wird. Es gibt Angebote, wie den täglichen Obstkorb, den Obstsalat und die Antipasti-Schale, die laufen von selbst. Dinge, bei denen die Kollegen aktiv gefordert werden, brauchen etwas länger. Aber wir haben uns auf die Fahne geschrieben, dass wir auf jeden Fall durchhalten: Kommen nur zwei Personen zum Boule, dann ist das halt so. Dann sind wir anfangs eben nur wenige – und darüber lachen hilft immer. Es hat sich gezeigt, dass die Aktionen immer besser angenommen werden, je mehr Durchhaltevermögen wir zeigen. Und die Ideen gehen uns dank der Kollegen auch nicht aus."

Wir wünschen dem engagierten Team rund um das Projekt "spürbar gesund" weiterhin viel Erfolg und raten anderen Stadtverwaltungen: Nehmen Sie sich doch ein Beispiel an Bensheim …



inform Ausgabe 4/2015

Arbeits- und Gesundheitsschutz bei der Stadtverwaltung Bensheim

"spürbar gesund!" ...
ist eine Initiative der Stadt Bensheim, um die Gesundheit der rund 430 Beschäftigten mit einem Altersdurchschnitt von fast 44 Jahren zu verbessern und zu erhalten. Die Arbeitsgruppe "spürbar gesund" wurde durch den Personalrat der Stadt Bensheim initiiert. In der Arbeitsgruppe werden die Kompetenzen des Gesundheits- und Arbeitsschutzes gebündelt, um ein sicheres und gesundes Arbeiten für alle Beschäftigten zu ermöglichen. Im Interview mit inform sprechen Bürgermeister Rolf Richter, Arbeitsschutzkoordinator Frank Faber, Teamleiter "Zentraler Service" Frank Wienecke und Elke Ritter, Personalrat, über Hintergründe, Schwierigkeiten und Erfolge des Projekts und insbesondere auch über ihre Motivation.

"Spürbaren Spaß" hatten Bürgermeister Rolf Richter, Frank Faber (links) und Frank Wienecke (rechts) beim Fotoshooting.

Aussicht vom Auerbacher Schloss (Foto: Matthias Schaider, Bensheim)

Der Obst- und Gemüsetag ist hochwillkommen!

Pressesprecher Matthias Schaider

Elke Ritter ist Vorsitzende des Personalrats

Arbeitsschutzkoordinator Frank Faber ist Ansprechpartner für alle Fragen des Gesundheitsschutzes in der Stadtverwaltung.

Beim After-Work-Grillen steht nicht das Essen im Vordergrund. Weitaus wichtigere Gründe für diese Art der Zusammenkunft sind Entspannung und die Möglichkeit der Kommunikation und das dabei entstehende Zusammengehörigkeitsgefühl.

Das Team, das sich um die "spürbar gesunde" Stadtverwaltung kümmert

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Autor/Interviewer: Sabine Longerich (069 29972-619), E-Mail: s.longerich@ukh.de