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Datum: Kategorie(n): Kommunale Betriebe · Schule · Landesbetriebe · Versicherungsschutz · Mitgliedschaft UKH · Leistungen UKH · Gesundheit · Drucken

Ganztagsbetreuung im ehemaligen Hattersheimer Rathaus

Alle Angestellten der hessischen Städte und Kommunen sind bei der UKH gegen Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten sind Krankheiten, die sich ein Arbeitnehmer durch seine berufliche Tätigkeit zuzieht und die entweder in der Berufskrankheiten-Verordnung verzeichnet oder die nach neuen medizinischen Erkenntnissen durch den Beruf verursacht sind.
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Berufskrankheiten
versichert. Anders als die gesetzlichen Krankenkassen kennen wir unsere Versicherten jedoch nicht persönlich, es sei denn, ein Ein Arbeitsunfall ist ein zeitlich begrenztes, von außen auf den Körper einwirkendes Ereignis, das zu einem Gesundheitsschaden oder zum Tod führt.
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Arbeitsunfall
macht sie für uns als einzelne Menschen „sichtbar“, weil wir dann eine Unfallanzeige oder einen Arztbericht erhalten. Die Kolleginnen und Kollegen der Leistungsabteilung lernen auf diese Weise eine – leider verletzte oder erkrankte – Auswahl unserer Versicherten und ihrer Tätigkeiten kennen. Sie kümmern sich nicht um „Fälle“, sondern um Menschen mit ihren Ängsten und Sorgen. 

Und auch die inform-Redaktion ist neugierig, welche Menschen und welche (besonderen) Aufgaben, Ideen und Projekte sich eigentlich in unseren Städten und Kommunen verstecken. Wir haben uns auf die Suche gemacht und sind in Hattersheim am Main fündig geworden. Und nicht die Bürgermeisterin allein, nein, die ganze Stadtverwaltung brachte hier ein ganz besonderes Projekt auf den Weg – und in kürzester Zeit auch zum Erfolg.

Hattersheim am Main

Mitten in der Rhein-Main-Region liegt das 28.000 Einwohner zählende Hattersheim im Städtedreieck Mainz, Frankfurt, Wiesbaden, in direkter Nachbarschaft von Taunus und Rheingau. Die wechselvolle Geschichte prägt das Stadtbild ebenso wie die vielfältigen Freizeitmöglichkeiten: Schwimmen im schönsten Freibad der Region, regelmäßige Live-Musikveranstaltungen am Sonntagmorgen im histo-rischen Alten Posthof oder mit der Fähre über den Main schippern … In der Mainstadt mit drei Stadtteilen verbindet sich urbanes Leben mit hohem Freizeit- und Erholungswert. Darüber hinaus sorgt eine bestens ausgebaute Infrastruktur für ideale Lebens- und Arbeitsbedingungen.

Kinderbetreuung: Herzensangelegenheit!

Hattersheim am Main gilt nach übereinstimmenden Aussagen verantwortlicher Personen als kinderfreundliche Stadt. In mehr als zehn eigenen Einrichtungen werden Kinder vom Baby bis zur Einschulung und auch im Grundschulalter fachgerecht betreut. Zudem gibt es Krippen und Kitas konfessioneller und freier Träger. Die schulischen Angebote reichen von vier Grundschulen bis zur kooperativen Gesamtschule mit Oberstufe.

Für Kinder steht also von der Krabbelgruppe über Krippe und Kindertagesstätte bis zum Hort und Schulkinderhaus ein umfassendes Betreuungsangebot zur Verfügung. Ein lückenloses Schulangebot und mehrere Universitäten im Rhein-Main-Gebiet garantieren eine universelle Ausbildung. Eine internationale Schule liegt in unmittelbarer Nachbarschaft. Sechs kommunale Kinderbetreuungs- Einrichtungen kümmern sich ausschließlich um Kindergartenkinder, zwei verbinden Hort und Kindergarten unter einem Dach und zwei sind Schulkinderhäuser.

Neu: Das Schulkinderhaus an der Robinsonschule

Hier werden seit Anfang September letzten Jahres unter Leitung von Brigitte Seidler und Sabrina Jarosch bis zu 170 Kinder vom Schuleintritt bis zum Wechsel in die weiterführende Schule betreut. Auch Kinder mit Behinderung oder von Behinderung bedrohte Kinder finden hier ihren Platz.

Das neue Schulkinderhaus ist Anlass für den Besuch der Unfallkasse Hessen – nicht aus Beratungs- oder Prüfungsgründen, sondern rein aus Neugier und Interesse …

Die Bürgermeisterin

Antje Köster bekleidet dieses Amt seit Oktober 2010. Vorher leitete sie das Sozial- und Jugendamt in Hochheim; außerdem war sie dort für den Aufbau der Wirtschaftsförderung verantwortlich. Begonnen hatte ihre kommunale Karriere beim Sozialamt des MTK in Hofheim, beim Amt für Alten- und Behindertenhilfe. Die Mutter von zwei fast erwachsenen Kindern identifiziert sich zu 100 Prozent mit ihrer Heimatstadt Hattersheim. Im Jahr 2010 war sie mit drei Schwerpunkten zur Wahl angetreten:

  • Wir müssen die Balance zwischen Arm und Reich halten.
  • Wir müssen Familien- und Kulturangebote erhalten und weiter ausbauen.
  • Wir wollen gestalten statt verwalten. Dafür brauchen wir gute Ideen, Geld und, vor allem, Menschen, die mitmachen.

An Ideen mangelt es Antje Köster nicht. Ihr „Herzblut-Thema“ sind Kinder und Jugendliche und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, auch aus eigener Erfahrung heraus.

Antje Köster: „Als berufstätige Mutter habe ich mein ganzes Leben lang gearbeitet. Dafür braucht man natürlich eine optimale Kinderbetreuung, die es früher so nicht gab. Aus eigener Erfahrung kann ich also die Position der Menschen vertreten, die die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf verlangen. Ich selbst bin der Meinung, dass Kinder vor allem eine verlässliche und vertrauensvolle Betreuung brauchen, damit sie gesund und stark groß werden können.“

Da die Robinsongrundschule wegen des Zuzugs vieler junger Familien stetig wächst, musste über eine erweiterte Hortbetreuung nachgedacht werden. Geld war nicht vorhanden, Räume für weitere Ganztagsbetreuung gab es genauso wenig. Was also tun?

Antje Köster: „Für mich war es das Naheliegendste, das Rathaus zu räumen, das ja ganz praktisch gegenüber der Schule lag. Davon musste ich allerdings zunächst einmal die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung überzeugen. Raus aus ihren vertrauten Büros in, wie sich im Laufe des Prozesses zeigte, helle, transparente, gläserne Gemeinschaftsräume … Zufällig wurden Büroräume im Nassauer Hof frei und ich hatte sofort die Vision einer zentralisierten Verwaltung als Frequenzbringer direkt in der Innenstadt … Kurzum, im Sinne der Bürgerfreundlichkeit und der Kostenersparnis zogen wir in die bereits vorhandenen Räume im Nassauer Hof und legten dafür Verwaltungen zusammen.“

Die Bürgermeisterin traf diese Entscheidung nicht allein und nicht über den Kopf ihrer Mitarbeiter*innen hinweg. Beteiligung und transparente Prozesse gehören zu ihrem Erfolgskonzept. Nach der Entscheidung für den Umzug verfolgte sie zusammen mit ihren Fachleuten dann konsequent ihr Ziel, um so schnell wie möglich weitere Betreuungskapazitäten zu schaffen.

Antje Köster: „Wir sind im laufenden Betrieb umgezogen. Dafür hatten wir nur acht Wochen Zeit. Mit einer gehörigen Portion Zweckoptimismus, guter Zusammenarbeit und Unterstützung aus der Elternschaft ist uns das Vorhaben gelungen.“

Von der Idee bis zur Einweihung verging ein knappes Jahr. Die Betroffenen zu Beteiligten machen – das Konzept ist einmal mehr aufgegangen. Und es geht weiter:

Antje Köster: „Wir haben nicht nur Eltern, Presse und Politik ins Projekt einbezogen, sondern natürlich auch die Kinder selbst. Sie haben mich im Rathaus besucht, sind mit auf der Baustelle gewesen, sie haben alle Hochs und Tiefs miterlebt. Umso stolzer waren sie dann, als sie in ihr neues Domizil ‚einziehen‘ konnten.

2015 wurden hier 170 Kinder betreut, 2016 werden es bereits 200 sein. Wir sind im Dialog mit dem Schulträger beim ‚Pakt für den Nachmittag‘, hier müssen Kreis und Kommune zusammenstehen, damit wir die Betreuung weiter ausbauen können. Die Grundschulen platzen aus allen Nähten, der Zuzug ist ungebrochen.“

Welche Botschaft kann Antje Köster anderen Kommunen mit auf den Weg geben?

Antje Köster: „Gute Erziehung und gute Bildung sind die wichtigsten Fundamente für ein glückliches Leben. Gerade Kinder aus bildungsfernen Schichten brauchen viel Unterstützung dabei – sie brauchen gutes Essen, Regeln, Grenzen und vor allem demokratische Spielregeln. Im Sinne von Freiheit und Demokratie sind die Kommunen bei diesem Thema ganz besonders in der Pflicht. Meine Stadt ist offen und tolerant, die Verwaltung trägt meine Entscheidungen mit, die Bürgerinnen und Bürger bringen sich durch transparente Beteiligung ein – es geht ja um ihr eigenes Leben und um ihre Stadt. Man muss allerdings den Bedarf in seiner Kommune erkennen und die richtigen, zukunftsweisenden Schlüsse daraus ziehen. Wir haben viele Ideen – es braucht nur die richtigen Leute, die mit anpacken.“

(Quelle: Website der Stadt Hattersheim)

 

inform Ausgabe 1/2016

Antje Köster ist seit 2010 Bürgermeisterin von Hattersheim.

...im Schulkinderhaus

Das neue Schulkinderhaus, ehmals Hattersheimer Rathaus.

Blick auf die Robinsonschule in Hattersheim.

Die Leiterin des Schulkinderhauses, Brigitte Seidler, erklärt uns die Wünsche der Viertklässler.

Brigitte Seidler und ihre Stellvertreterin Sabrina Marosch.

Gela Verkic (links) und Elisabeth Heissel sorgen für gutes Essen und gute Laune!

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Autor/Interviewer: Sabine Longerich (069 29972-619) , E-Mail: s.longerich@ukh.de