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Datum: Kategorie(n): Schule · Drucken

Ganzheitliche Erziehung in der Maria Ward Schule

Die Maria Ward Schule in Bad Homburg ist eine staatlich anerkannte, überkonfessionelle Schule (Realschule und Berufliches Gymnasium) für Mädchen. Zurzeit wird sie von rund 460 Schülerinnen besucht. Es wird ein Lehrkonzept verwirklicht, das bei der Bildung junger Menschen auf drei wesentliche Schwerpunkte Wert legt – kurz gefasst: die ganzheitliche Erziehung und Bildung von „Kopf, Herz und Verstand“. Im November 2015 wurde die Schule als gesundheitsfördernde Schule durch das Hessische Kultusministerium ausgezeichnet. 

Unsere besondere Welt

Diesen Leitspruch hat sich auch die Schule auf ihre pädagogischen Fahnen geschrieben. Und die wehen zwar nicht sichtbar, aber symbolisch gleich vorn am Schultor: Denn schon mit dem ersten Schritt auf den Schulhof macht der Besucher einen Schritt in eine nicht alltägliche Welt. Die ersten Eindrücke eröffnen einen Blick ins Grüne, denn der Schulhof ist eine Oase. Das bedeutet Ruhe, Friedlichkeit, Erholung. Und ist das nicht das Gegenteil von dem, was wir heute mit Schule verbinden?

Wir sind bunt

Schularchitektur ist in aller Regel sachlich und funktional. Die Pausenhöfe passen sich an. Da wächst nichts drumherum. Die Räume in einheitlich neutralem Anstrich. Die Mensa groß und auf eine hohe Schülerzahl zugeschnitten. Dieser äußere Charakter prägt zwangsläufig Atmosphäre wie Grundstimmung.

Da kann die Maria Ward Schule im positiven Sinn nicht mithalten. Die Räumlichkeiten sind mit der Schule und ihren Bedürfnissen gewachsen. Stück für Stück, aber stetig. Sie strahlen damit die Tradition aus, die die Schule ins 21. Jahrhundert geführt und gestärkt hat. Nicht zu vergessen: die Klassenräume. Sie haben überwiegend alle einen individuellen Anstrich von ihren Schülerinnen erhalten. Sie sind lila, hellgrün, himmelblau oder auch im Farbton „Pflaume“ gehalten.

Zugegebenermaßen haben wir gesetzte Privilegien, die es uns möglicherweise leichter machen, als „gesunde Schule“ erfolgreich zu sein. Da ist zum einen die überschaubare Schülerinnenzahl und zum anderen das kleine Kollegium. Das bedeutet, die „Soft Skills“ des Lehrplans, z. B. Verkehrserziehung oder Suchtprävention, gelingen durch langjährig vertraute Teamarbeit und ihre kurzen Kommunika-tionswege.

Unser Fundament mit Wohlfühlcharakter

Persönliche Bindungen und Verbindungen tragen jeden Einzelnen durch den Schultag. Sich grüßen, Türen aufhalten, mit technischen Geräten, die unabgeschlossen im Schulflur auf ihren Einsatz warten, sorgsam umgehen – das ist Normalität und selbstverständlich. Das sind äußere Zeichen, die von Respekt und Achtsamkeit zeugen. Damit ist ein Fundament mit Wohlfühlcharakter geschaffen, in dem jede/jeder wahrgenommen und beachtet wird. Schulstoff lässt sich leichter verdauen oder gar erst zur eigenen Sache machen, wenn persönliche Bindungen die Lernstunden tragen. Dies setzt sich beim gemeinsamen Mittagessen fort. Der Geräuschpegel gleicht der einer Großfamilie.

… gesund bis ins kleinste Detail …

Wer zuvor in den Pausen ein Brötchen für zwischendurch braucht, der bekommt wunschgemäß eins mit verschiedenen Wurst- oder auch Käsesorten. Doch immer steckt Salat dazwischen: Tomate, Paprikastreifen, grüner Salat. Gesundheit steckt eben im kleinsten Detail.

Carmen Pauly-Kramer, die selber schon Schülerin hier war, und Beate Mennie leiten seit langen Jahren zusammen den Polytechnik-Unterricht an unserer Schule. Mit ihnen wird praktisch und theoretisch im Unterricht erprobt, wie gesundes Essen zubereitet wird, was überhaupt gesundes Essen ist und warum es tatsächlich sinnvoll ist, Burger und Fastfood links liegen zu lassen.

Auf dem Stundenplan: Kochen mit Tim Mälzer

Manchmal schaut dann auch ein prominenter Gast vorbei, um mit den Schülerinnen zu kochen. Zugegebenermaßen keine alltägliche Praxis, die auf dem Lehrplan steht. Doch dafür springt dann gleich eine Lehrküche als Gast-Geschenk raus. So geschehen, als im vergangenen Jahr TV-Koch Tim Mälzer mit den Maria Wardlerinnen einen ganzen Tag in der Küche stand und u. a. gesunde Bolognese brutzelte. In Kooperation mit dem Bundesernährungsministerium zollte er damit seinen Respekt vor so viel Einsatz der Lehrerinnen und Schülerinnen und dem abwechslungsreichen Schul-Lehrplan. Und konnte nicht fassen, was er erlebte: „Ich war ja schon an vielen Schulen, aber so viel Mitdenken und Mitmachfreude wie hier habe ich noch nicht erlebt.“

… und lesen mit Nele Neuhaus

Angetan klang auch Bestseller-Autorin Nele Neuhaus, die uns für eine Lesung aus einem ihrer Jugendromane beehrte. Nele Neuhaus: „Ich möchte mich noch einmal für den herzlichen Empfang und den schönen und kurzweiligen Vormittag in Ihrer Schule bedanken! Es war für mich eine wirklich tolle Erfahrung, so viel Engagement von Schülerinnenseite zu erleben, das ist tatsächlich heutzutage selten. Abgerundet wurde der äußerst positive Eindruck dann noch von dem leckeren Imbiss und dem anschließende Plausch mit Ihnen und Ihren Kollegen.“

Die Auszeichnung

Im November 2015 erhielt die Maria Ward Schule das Gesamtzertifikat „Gesundheitsfördernde Schule“. Das Hessische Kultusministerium würdigte damit das Konzept und die gesundheitsfördernden Aktivitäten im Schulalltag.

Das pädagogische Konzept – „Mit Kopf, Herz und Verstand“ Hierzu zählen:

  • Projekte zum Straßenverkehr
  • der Schulsanitätsdienst
  • die Ausbildung von Schülerinnen zu „Gesundheitsbotschaftern“
  • eine Projektwoche der 7. Klassen mit dem örtlichen Zentrum für Jugend- beratung und Suchthilfe
  • Fortbildungen des Kollegiums zur Gewalt- und Suchtprävention sportliche Maßnahmen in Kooperation mit lokalen Sportvereinen

 

 inform Ausgabe 2/2016

Ein Highlight: Kochen mit Tim Mälzer!

Alles selbstgemacht - wir sind qualitätsbewusst.

Unsere "grüne Schuloase".

Geschafft! Die Schule erhält das Gesamtzertifikat "Gesundheitsfördernde Schule".

Datum: Kategorie(n): Schule · Drucken
Autor/Interviewer: Andrea Glückert, Lehrerin,