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Datum: Kategorie(n): Sicherheit · Gesundheit · Bewegung & Sport · Schule · Präventionskampagnen · Drucken

Rollstuhlbasketball – Inklusion in hessischen Schulen

Seit Mai laufen die Rollstuhlbasketball-Trainings der Unfallkasse Hessen wieder an hessischen Schulen – ein Baustein für Inklusion im Sportunterricht. In Kooperation mit Trainer Sebastian Arnold und den Mainhatten Skywheelers rollen sowohl Bälle als auch Rollstühle bis zu drei Mal pro Woche. Die Nachfrage ist hoch. Darum wird das Angebot zunächst bis Ende des Jahres weitergeführt.

Rollstuhlbasketball macht Schule!

Im Sportunterricht Erfahrungen fürs Leben sammeln
"Es hat echt Spaß gemacht!" So lautete das Fazit der angehenden Industriekaufleute, die in ihrem Sportunterricht am 8. Juni 2015 das Basketballspielen aus einer neuen Perspektive kennenlernen durften, als das Schulprojekt "Rollstuhlbasketball" der Unfallkasse Hessen in Kooperation mit den Mainhattan Skywheelers zu Gast an der Martin-Behaim- Schule war. Ein Trainer und zehn Basketballrollstühle standen den Schülerinnen und Schülern der Klasse IN43 und ihrem Lehrer Kai Vogt zur Verfügung.

Die Stunde startete mit einer Analyse der zunächst ungewohnten Sportgeräte – Rollstühle, die speziell für die Sportart Rollstuhlbasketball angefertigt wurden. Die Besonderheiten gegenüber einem Standard-Rollstuhl wurden von den Lernenden schnell erkannt: Schräg montierte Räder, kleine Rollen an Front und Heck sowie ein Stoßbügel am vorderen Ende der Fußrasten. Nach der kurzen theoretischen Einführung begann auch schon die aktive Phase. "Auf die Rollstühle, fertig, los." Zunächst sammelten die Schülerinnen und Schüler Bewegungserfahrungen auf den Rädern, denn für viele war es das erste Mal, dass sie in einem Rollstuhl saßen. Nach und nach bauten sich Berührungsängste ab und viele der Auszubildenden wurden immer sicherer im Umgang mit dem Gefährt. Das Geradeaus- und Kurvenfahren, Drehungen und die Ballaufnahme während der Fahrt wurden schnell erlernt. Passspiel, Dribbling und Korbleger nach Zuspiel waren zwar zunächst Herausforderungen für viele Klassenmitglieder, doch die ersten Treffer fielen bereits nach wenigen Minuten. Im Abschlussspiel wurden Spaß und Freude am deutlichsten sichtbar. Es wurde viel gelacht und einige der Azubis wollten gar nicht mehr aufhören, Rollstuhlbasketball zu spielen.

Letztlich war dieses Projekt eine nachhaltige Maßnahme, um Inklusion im Schulsport erlebbar zu machen. Im Abschlussfeedback wurde deutlich, dass sich die Schülerinnen und Schüler mit dem Thema Behinderung aktiv und spielerisch auseinandergesetzt und ihre anfänglichen Berührungsängste abgebaut haben.

Kai Vogt, Martin-Behaim-Schule, Darmstadt


Rollstuhlbasketball – Inklusion begreifen!

Eine tolle Erfahrung für alle
Es war endlich soweit: Das lang geplante Projekt "Rollstuhlbasketball" fand statt, welches uns durch Daniel Dietz (Sport- Lehrer der KSS) ermöglicht wurde. Die Klasse 10 aR von Gerhard Buch war schon gespannt, aber auch etwas nervös und verunsichert, im Rollstuhl zu sitzen.

Trainer Sebastian Arnold, der Rollstuhlfahrer ist, brachte uns den Umgang mit den Rollstühlen schnell bei. Am Anfang war es für uns nur schwer einzuhalten, dass man seine Beine nicht benutzen durfte. Der Trainer wies uns öfter darauf hin, dass wir unsere Beine am Rollstuhl lassen sollen. Im weiteren Verlauf des Tages lernten wir, wie man richtig vor- und rückwärts und auch schnell mit dem Rollstuhl fahren kann, so dass dann schließlich dem eigentlichen Basketball-Turnier nichts mehr im Wege stand.

Rollstuhlbasketball ist eine Sportart, die sich nicht nur an Gehbehinderte, sondern an jeden, der Interesse an einem temporeichen Sport hat, wendet. Ich denke, jeder aus der Klasse bzw. jeder, der an so einem Projekt schon einmal teilnehmen durfte, hat nun eine ganz andere Sicht auf Rollstuhlfahrer. Für uns war es jedenfalls ein großartiges Erlebnis!

Philipp Adler, 10 aR, Kurt-Schumacher-Schule, Karben


Inklusion in hessischen Schulen

Sport, Spaß, Verständnis
Am 16. Juni besuchte uns, die Klasse 8G2 der Wilhelm-Filchner-Schule in Wolfhagen, Sebastian Arnold, um mit uns Rollstuhlbasketball zu trainieren. Nach einer kurzen Erklärung der Sportrollstühle durften wir mit diesen gleich losrollen. Nach ein paar Versuchen fuhren wir schon richtig schnell und auch das Steuern funktionierte gut. Und schon kam der Basketball hinzu, der alles bereits Erlernte wieder erschwerte. Anschwung geben, den Ball aufnehmen, Dribbeln, Passen und dazu sowohl die Mit- und Gegenspieler als auch die Hallenwände im Auge zu behalten, stellte sich als eine große Herausforderung dar. Sebastian Arnold gab uns wertvolle Tipps, die uns den Einstieg in Rollstuhlbasketball soweit es ging vereinfachten. Er selbst spielte am Ende gegen zehn von uns und zeigte uns damit, mit welcher Geschwindigkeit und Geschicklichkeit man einen Rollstuhl steuern kann, wenn man darauf angewiesen ist.

Am Ende der Einheit waren wir uns alle einig: Rollstuhlbasketball macht unglaublich Spaß und wir haben erlebt, was es heißt, nicht laufen zu dürfen und auf den Rollstuhl angewiesen zu sein. Da wir einen Mitschüler unter uns haben, der bereits heute zeitweise und irgendwann dauerhaft auf den Rollstuhl angewiesen ist, war diese Erfahrung für uns sehr wichtig.

Wir hoffen, dass uns Sebastian im nächsten Schuljahr wieder besuchen kommt und wir weitere Erfahrungen sammeln und Spaß beim Spielen haben können.

Anna-Lena Gerhardt, Wilhelm-Filchner-Schule Wolfhagen




inform Ausgabe 3/2015

Trainer Sebastian Arnold ist stets im Mittelpunkt des Geschehens. Seine eigenen Erfahrungen im Rollstuhl beeindruckten und sensibilisierten die Schülerinnen und Schüler.

Aus dieser Perspektive hängt der Korb ganz schön hoch!

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Autor/Interviewer: Drei Erfahrungsberichte aus Karben, Darmstadt und Wolfhagen,