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Sie fragen – wir antworten: Versicherungsschutz in der Kita

Ob allein oder mit Begleitung in die Kita: Für den Versicherungsschutz ist das unerheblich. Auch die Wahl des Beförderungsmittels hat grundsätzlich keine Bedeutung für den Unfallschutz.

Kinder sind auf dem Weg zur Kita und nach Hause unfallversichert. Spielt es eine Rolle, ob die Kinder zu Fuß gehen oder mit dem Auto gebracht werden?

Die Wahl des Beförderungsmittels hat grundsätzlich keine Bedeutung für den Unfallschutz. Auch die Frage, ob das Kind allein zur Einrichtung kommt oder in Begleitung, hat auf den Versicherungsschutz keinen Einfluss.

Ich muss mein Kind in den Kindergarten oder zur Tagesmutter bringen, damit ich arbeiten kann. Bin ich dabei versichert?

Wenn Eltern ihre Kinder in die Tagesstätte oder zu einer Tagesmutter bringen müssen, um ihren Beruf ausüben zu können, sind sie auf den Wegen gesetzlich unfallversichert. Auch eine notwendige Abweichung vom sonst üblichen Arbeitsweg ist versichert. Der gesetzliche Versicherungsschutz soll die Ausübung einer Erwerbstätigkeit erleichtern beziehungsweise ermöglichen und gilt für die versicherte Mutter oder den versicherten Vater.

Sind Umwege erlaubt?

Versichert ist grundsätzlich der Weg von und zur Einrichtung. Dies muss nicht unbedingt der kürzeste Weg zwischen Wohnung und Kita sein. Umwege sind zum Beispiel dann erlaubt, wenn sie wegen einer Fahrgemeinschaft nötig sind. Gleiches gilt, wenn ein Umweg einmalig wegen einer Baustelle gemacht wird. Wenn die Kinder einen längeren Weg nutzen, weil dieser gegenüber der kürzesten Strecke verkehrssicherer ist, ist auch dieser „Umweg“ versichert.

Kinder sind generell während ihres Aufenthaltes in der Kita unfallversichert. Gilt das für alle Einrichtungen?

Versichert sind Kinder in Tageseinrichtungen, deren Träger eine sogenannte Betriebserlaubnis haben (§ 45 SGB VII) oder eine entsprechende andere Erlaubnis aufgrund einer landesrechtlichen Regelung. Einrichtungen, die keine Betriebserlaubnis haben bzw. benötigen, sind nicht durch die gesetzliche Unfallversicherung geschützt.

In Kitas gibt es immer wieder Sonderveranstaltungen: Sommerfeste, Martinsumzüge oder gemeinsame Übernachtungen. Wie sieht es da mit dem Versicherungsschutz aus?

Auch Sonderveranstaltungen, die in der organisatorischen Verantwortung der Kita durchgeführt werden, unterliegen dem gesetzlichen Unfallschutz. Versichert ist dabei sowohl die Teilnahme an den Veranstaltungen (Sommerfest, Besuch der Feuerwehr, Martinsumzug) als auch der Weg dorthin und wieder nach Hause.

Als Sozialpädagogin biete ich zurzeit über die hiesige Familienbildungsstätte Spiel- und Bewegungsgruppen für Kinder an und überlege nun, mich selbstständig zu machen. Besteht für private Spiel- und Bewegungsgruppen Unfallversicherungspflicht?

Nein. Versicherungspflicht in der gesetzlichen Unfallversicherung besteht nur für Kinder, die von geeigneten, d. h. vom Jugendamt anerkannten Tagespflegepersonen betreut werden, und für Kinder während des Besuchs von Tageseinrichtungen.

Für private Spiel- und Bewegungsgruppen kann kein Versicherungsschutz in der gesetzlichen Unfallversicherung begründet werden. Unfälle während der Betreuung gelten als Privatunfälle, für die die Krankenversicherung eintritt.

Der Elternbeirat unseres Kindergartens hat einen Aufruf an die Eltern gestartet, in dem es um die Aufstellung eines sogenannten „Eltern-Notplans“ geht. Hintergrund waren krankheitsbedingte Ausfälle beim Fachpersonal. Nun stellt sich natürlich die Frage nach dem gesetzlichen Unfallschutz für die Eltern, die unterstützende Zuarbeit leisten sollen.

Eltern, die im Auftrag der Kindergartenleitung oder des Trägers bei der Betreuung der Kinder oder bei Kindergartenveranstaltungen eingesetzt werden, sind dabei gesetzlich unfallversichert. Zuständig ist bei allen kommunalen Einrichtungen die Unfallkasse Hessen.

Voraussetzung für den Versicherungsschutz ist, dass ein offizieller Auftrag zur Mithilfe vorliegt und die Eltern nach Anweisungen des Kindergartenpersonals unterstützende Zuarbeit leisten. Versichert sind dann auch die erforderlichen Wege von und zur Einrichtung und auch die Wege bei externen Kindergartenveranstaltungen (Wanderungen, Ausflüge, Besichtigungen). Eine vorherige Anmeldung der Personen bei der UKH ist nicht erforderlich.

Zur Kalkulation der monatlichen Kosten einer Kinderkrippe brauche ich die Information, wie hoch die Unfallversicherungsbeiträge sind. Die Krippe hätte ca. 30 Kinder. Welche Kosten kommen auf uns zu?

Für den gesetzlichen Unfallschutz der Kinder entstehen der Einrichtung keine Kosten. Die Beiträge für den Versicherungsschutz der Kinder übernimmt die Stadt bzw. die Gemeinde, sofern es sich um eine kommunale Einrichtung handelt. Werden Einrichtungen von privaten Trägern/Vereinen betrieben, die als gemeinnützig anerkannt sind und eine Erlaubnis zum Betrieb der Einrichtung vom Landesjugendamt besitzen, übernimmt das Land Hessen die Kosten für den Versicherungsschutz der Kinder.

Die Beschäftigten eines privaten Trägers müssen bei der Berufsgenossenschaft angemeldet werden. Bei einer kommunalen Trägerschaft zahlt die Gemeinde die Beiträge für das Personal an die Unfallkasse Hessen.

 

inform Ausgabe 3/2016

Allein oder mit Begleitung in die Kita? Für den Versicherungsschutz ist das unerheblich.

Die Wahl des Beförderungsmittels hat grundsätzlich keine Bedeutung für den Unfallschutz.

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Autor/Interviewer: Alex Pistauer (069 29972-300), E-Mail: a.pistauer@ukh.de