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Datum: Kategorie(n): Erste Hilfe/Schulsanitätsdienst · Schule · Versicherungsschutz · Drucken

Hessischer Schulsanitätstag: Schülerinnen und Schüler engagieren sich

Sie möchten anderen helfen und zu einem entspannteren Schulklima beitragen: Deshalb organisieren sich immer mehr Schülerinnen und Schüler an ihren Schulen im Schulsanitätsdienst. Um diesen Einsatz zu würdigen und die Arbeit öffentlich bekannt zu machen, fand am 2. Juli 2016 der 2. Hessische Schulsanitätstag im Feuerwehr- und Rettungs-Trainings-Center Frankfurt statt. Hier lauschten die Jugendlichen Vorträgen, nahmen an Workshops teil und stellten ihr Können im Wettbewerb gegeneinander unter Beweis.

Schon früh fanden sich die etwa 250 Schulsanitäterinnen und Schulsanitäter aus ganz Hessen am ersten Samstag im Juli ein, um dann ab 9:30 Uhr an Workshops, Wettbewerben und Vorträgen teilzunehmen. Für die begleitenden Lehrkräfte fand außerdem ein Forum mit Erfahrungsaustausch statt. Auch von den Veranstaltern der Unfallkasse Hessen (UKH), dem Hessischen Jugendrotkreuz, der BG Unfallklinik Frankfurt und der Feuerwehr Frankfurt waren zahlreiche Helferinnen und Helfer vor Ort. Und nicht zu vergessen die Schülerinnen und Schüler, die sich tapfer als Mimen zur Verfügung gestellt haben!

Wettbewerb

Zu den Highlights des Tages gehörten sicherlich der Wettbewerb und auch die Workshops mit vielen praktischen Übungen. Im Wettbewerb konnten die Schulsanitätsgruppen ihre Kompetenzen überprüfen. In Fünfer-Teams mussten die Jugendlichen insgesamt sechs Stationen durchlaufen, zu denen sowohl Praxis- als auch Theorie-Übungen gehörten. So wurde etwa in der großen Übungshalle ein Sturz mit Glasscherben auf dem Pausenhof nachgestellt. Ohne zu zögern leisteten die Schulsanitäterinnen und Schulsanitäter an ihren beiden Mitschüler*innen Erste Hilfe nennt man die Erstversorgung eines Verletzten, bevor ärztliche Hilfe wirksam wird.
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Erste Hilfe
und versorgten die Opfer gekonnt.

„Die Schülerinnen und Schüler machten auf mich einen sehr engagierten und motivierten Eindruck,“ freute sich Michael Protsch von der Unfallkasse Hessen. „Auch wenn das Wetter nicht so richtig mitspielte, ließ sich dadurch offenbar niemand den Spaß an der Veranstaltung nehmen.“

Eine weitere praktische Übung fand in einer nachgebauten U-Bahn-Station statt. Hier mussten die jungen Schülersanis ihre Reanimationskenntnisse unter Beweis stellen. Denn aufgrund einer Nussallergie hatte ein junger Mann einen Schock mit Kreislaufzusammenbruch erlitten und lag bewusstlos in der U-Bahn. Die Schulsanitäterinnen und -sanitäter setzten einen Notruf ab, sicherten die Unfallstelle, beruhigten die panische Mutter und betreuten den Patienten. Wie Catrin Kühn vom Hessischen Jugendrotkreuz erklärte, wird die Wiederbelebung mit einem Reanimationsgerät nicht an einem lebendigen Mimen, sondern an einer Übungspuppe ausgeführt.

Als Aufsichtsperson der Schüler-Unfallversicherung (SUV) war Protsch als Schiedsrichter für den theoretischen Wettbewerb eingeteilt. „Hier konnte ich erleben, wie sich die Schulteams strukturiert und besonnen mit den sicherlich nicht ganz leichten Fragestellungen auseinandersetzten,“ erklärte er. „Dabei hat mich die teamorientierte Herangehensweise sehr beeindruckt. Und natürlich auch das bei allen vorhandene Fachwissen. Denn selbst im Falle des Verlustes von Gliedmaßen kann man bei den Schulsanitätsteams durchaus davon ausgehen, dass diese die erforderlichen Maßnahmen auch fachgerecht durchführen werden.“

Workshops

In den Workshops, die parallel zum Wettbewerb stattfanden, konnten die Teilnehmer ihre Kenntnisse zu Themen wie Verletzungen im Sportunterricht, Unfälle im Chemieunterricht oder Sicherheit und Brandschutz in Schulen vertiefen und das Gelernte durch praktische Übungen direkt in die Tat umsetzen. Auch hatten die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, sich das Feuerwehr- und Rettungs-Trainings-Center der Feuerwehr Frankfurt näher anzuschauen und die medizinischen Notfalleinrichtungen der BG-Unfallklinik zu besichtigen. In der Notfallambulanz der BGU konnten die Jugendlichen mehr über die Arbeit in einem Schockraum, als Notärztin auf dem Notarzteinsatzfahrzeug und im Team des Rettungshubschraubers Christoph 2 lernen.

Vorträge

Auch bei den drei Vorträgen „Fallbeispiele aus der Unfallchirurgie“, „Psychiatrische Notfälle bei Kindern und Jugendlichen“ sowie „Vorstellung von Notfallbeispielen mit Triage“ war fast jeder Stuhl belegt. Die Schülerinnen und Schüler hörten gespannt zu, stellten Fragen und diskutierten unter anderem, wie man am besten einem Mitschüler helfen kann, der sich immer wieder selbst verletzt. Oliver Mai von der Unfallkasse Hessen, der zusammen mit Ortrun Rickes für die Organisation der gesamten Veranstaltung zuständig war, lobte das Engagement der Schülerinnen und Schüler. „Die Jugendlichen nahmen aktiv an Workshops und Vorträgen teil,“ sagte er. „Trotz des Wettbewerbs herrschte ein offener und fairer Umgang miteinander.“

Gegen 16 Uhr ging dann der ereignisreiche Tag mit der Siegerehrung und der Ausgabe der Teilnahmebescheinigungen zu Ende. Den ersten Platz erreichte in diesem Jahr das Team der Sankt-Lioba-Schule aus Bad Nauheim. Neben einer Urkunde und einem schmucken Pokal gab es 300 Euro Preisgeld. Die jungen Schulsanitäterinnen und -sanitäter waren sich schnell einig: Das Preisgeld soll in neue Materialien für den Schulsanitätsdienst investiert werden.

 

inform Ausgabe 3/2016

Schulsanitäter

Die Schülersanis stellen ihre Reanimationskenntnisse an einer Übungspuppe unter Beweis.

Das theoretische Fachwissen wird anhand von Fragebögen überprüft.

Auch bei den Vorträgen war fast jeder Stuhl belegt.

Schülerinnen und Schüler diskutieren, wie sie sich in psychiatrischen Notfallsituationen verhalten sollten und wie sie den betroffenen Mitschüler*innen helfen können.

Das Siegerteam: Die Sankt Lioba Schule aus Bad Nauheim belegte den 1. Platz und möchte mit dem Preisgeld die Materialien für ihren Schulsanitätsdienst aufstocken.

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Autor/Interviewer: Yvonne Klöpping (069 29972-611), E-Mail: y.kloepping@ukh.de