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Datum: Kategorie(n): Schule · Erste Hilfe/Schulsanitätsdienst · Drucken

Schüler in Riedstadt gründen Schulsanitätsdienst

Soziales Leben und Lernen ohne Schulsanitätsdienst – das konnte doch nicht länger Realität sein in Riedstadt! Im Schulunterricht entstand daher die Idee, eine AG zu gründen. Und die Begeisterung und das Engagement der Schüler*innen haben sich ausgezahlt: Seit Februar 2016 gibt es einen Sani-Dienst an der Martin-Niemöller-Schule. 

Vorstellung unserer Schule

Die Martin-Niemöller-Schule (MNS) ist eine integrierte Gesamtschule in Riedstadt, die zurzeit von circa 1.100 Schüler*innen in 41 Klassen (Klasse fünf bis zehn) besucht wird. Der Schulleiter ist Martin Buhl. Vor zwei Jahren konnte die Schule ihr 50-jähriges Bestehen feiern, dahingegen ist der Schulsanitätsdienst (SSD) eine Neuheit.

Unser Leitmotiv

… an dem die pädagogische Arbeit und das Profil der Schule ausgerichtet ist, ist ein Zitat unseres Namensgebers Martin Niemöller:

„Wir können nicht einfach unseren Willen haben.

Wir müssen Rücksicht auf die anderen nehmen.

Wir müssen so oder so zur Verständigung kommen.

Und das gilt im Leben der Völker wie im Leben der Einzelnen.“

Wichtig an diesem Zitat ist uns das „Rücksichtnehmen“, was sich in den verschiedenen Angeboten zum Schwerpunkt „soziales Lernen“ dokumentiert.

Verständigung auf Regeln im täglichen Miteinander und auf unser Schulprogramm gehören zum Alltag. Unsere Schüler haben mehr als 20 Nationalitäten und unterschiedliche kulturelle Hintergründe.

Ein Blick zurück

Im Februar 2016 haben wir Schüler den SSD gegründet. Hintergrund: Im Rahmen des Englischunterrichts wurde besprochen, wie man sich sozial engagieren kann. In der 10. Klasse bei der stellvertretenden Schulleiterin Beatrix Kursch entstand so die Idee, einen Schulsanitätsdienst zu gründen.

Nach wenigen Wochen startete die AG „Schulsanitätsdienst“ in Absprache mit der Schulleitung. Geleitet wird sie von Susanne Wagner und Joshua Christ (Klasse 10 A). Nach einer Ausschreibung haben sich 15 Schüler*innen gemeldet, die an diesem Projekt mitwirken wollten. Die AG ist für Schüler der Jahrgangsstufen acht bis zehn gedacht. Die Suche nach einer betreuenden Lehrkraft gestaltete sich ebenfalls nicht schwer. Katja Wilde erklärte sich schnell bereit, die Jugendlichen beim Projekt als Lehrkraft zu unterstützen.

Das wollen wir!

Nach den ersten wöchentlichen Treffen stand schnell ein Konzept fest: Wir wollen bei Unfällen schnell den betroffenen Personen helfen, aber auch die Lehrkräfte unterstützen. Außerdem sollte das Sekretariat entlastet werden. Weiterhin möchten wir in allen Jahrgangsstufen der Gesamtschule vermitteln, wie man sich in Notfällen sicher und ruhig verhält.

So geht es los – die Ausbildung

Die Teilnehmer werden vom Deutschen Roten Kreuz in Riedstadt zu Schulsanitätern ausgebildet. Während dieser Ausbildung lernen die Jugendlichen den Umgang mit Patienten, aber auch, wie sie schnell und sicher helfen können. Um dies zu finanzieren, haben wir großzügige Sponsoren gefunden und einen Kuchenverkauf auf dem Schulhof unserer Schule organisiert.

Danke für die Unterstützung!

Als SSD möchten wir ein herzliches Dankeschön an Manuel Talinski von Medida GmbH & Co KG Notfallausrüstung aussprechen, der uns materielle Unterstützung zugesichert hat. Außerdem danken wir den Firmen Schmitt + Scalzo Straßenbau GmbH, Orion Bausysteme GmbH und Nalco Deutschland Manufacturing GmbH und Co. KG für die Unterstützung.

Die Praxis

Wir treffen uns einmal in der Woche zur Besprechung wichtiger Ereignisse, zum Beispiel zur Planung des Dienstes. Diese Treffen dienen aber auch der Stärkung der Gemeinschaft, denn die Arbeit im Team ist das Wichtigste! Hier können Einsätze nachbesprochen und noch mal nachgespielt werden.

 

inform Ausgabe 3/2016

Persönliche Ansichten der Schulsanitäterinnen

Sabrina Spanner (16 Jahre):

„Viele Schulen haben bereits einen Sani-Dienst, nun haben auch wir endlich einen – komplett von Schülern organisiert. Durch Spenden und einen Kuchenverkauf, ebenfalls von uns selbst auf die Beine gestellt, können wir nun an einem Erste-Hilfe-Kurs teilnehmen, um die nötigen Kenntnisse, die wir im Ernstfall benötigen, zu erhalten. Zu unseren Aufgaben gehört dann unter anderem, verletzte Schüler*innen zu versorgen, bis der Krankenwagen angekommen ist, aber auch bei kleineren Unfällen zu helfen. Wir wollen auch die Lehrkräfte so gut es geht unterstützen.

Natürlich kann nicht die komplette AG am Ort des Geschehens auftauchen, deshalb haben wir Zweierteams zusammengestellt, die schnell zur Stelle sind. Das Miteinander in unserer Sanitäts-AG ist sehr gut! Wir können es kaum erwarten, als ausgebildete Schulsanitäter anderen Schülern und Lehrern mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.“

Shari Leuthäusser (16 Jahre):

„Wir wollen den Schüler*innen in Notfällen schnell und kompetent helfen können. Dafür werden wir einen Erste-Hilfe-Kurs belegen. Um dies zu finanzieren, haben wir großzügige Sponsoren gefunden und einen Kuchenverkauf auf dem Schulhof organisiert. Für Notfälle sind wir gut ausgerüstet, denn uns wurden mehrere Erste-Hilfe-Sets mit bedruckten Westen von der Schule zur Verfügung gestellt.“

Die Arbeit im Team ist das Wichtigste!

Geschafft - endlich gibt es an der Martin-Niemöller-Schule einen Schulsanitätsdienst!

Regelmäßige Übungen sind Pflichtprogramm.

Datum: Kategorie(n): Schule · Erste Hilfe/Schulsanitätsdienst · Drucken
Autor/Interviewer: Joshua Christ, SSD-Mitglied,