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Datum: Kategorie(n): Ehrenamt · Feuerwehr · Drucken

Aktuelles: Übergriffe belasten Einsatzkräfte

Sie sind zur Stelle, um Menschen in Not zu helfen. Doch die Einsatzkräfte von Rettungsdienst und Feuerwehr werden immer häufiger selbst zu Opfern: Über 1.000 Übergriffe während eines Rettungs- oder Löscheinsatzes zählte die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV), Spitzenverband der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen, in den vergangenen fünf Jahren.

„Diese Zahl spiegelt jedoch nur die meldepflichtigen Zwischenfälle, mit einer Arbeitsunfähigkeit ab drei Tagen“, sagt Dr. Walter Eichendorf, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der DGUV. „Dies lässt vermuten, dass es insgesamt eine weitaus höhere Zahl an Übergriffen auf Einsatzkräfte gibt.“ Die Vorfälle reichen von vehementem Ignorieren oder Abwehren notwendiger Maßnahmen über Beschimpfungen und Bedrohungen bis hin zu Schlägen seitens der Hilfsbedürftigen oder Umstehenden. „Wir beobachten, dass unseren Einsatzkräften in letzter Zeit immer weniger Respekt entgegengebracht wird“, berichtet auch Lars Oschmann, Vizepräsident des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV).

Handlungsstrategien für Übergriffe auf einen Blick

Wie Verantwortliche von Rettungsdienst und Feuerwehr ihr Personal vor verbaler und tätlicher Gewalt schützen können, zeigt eine neue Publikation der DGUV. Darin finden Leitungs- und Führungskräfte wichtige Tipps zur Planung, Organisation und Nachbereitung von Rettungs- oder Löscheinsätzen, sodass Konfliktsituationen erst gar nicht entstehen, nicht eskalieren oder die Folgen gering bleiben. Erarbeitet wurde die Publikation vom DGUV Fachbereich „Feuerwehren, Hilfeleistungen und Brandschutz“, gemeinsam mit dem Deutschen Feuerwehrverband sowie mit weiteren Hilfeleistungsorganisationen, die Rettungsdienste betreiben.

Auch verbale Attacken sind Übergriffe und meldepflichtig

Das Berufsfeld soll auch insgesamt besser für die Thematik sensibilisiert und Betroffenen die Hemmschwelle genommen werden, besondere Vorfälle zu melden. Nur wenige Einsatzkräfte wissen, dass schon verbale Übergriffe zu psychischen Belastungen führen können und gemeldet werden sollten.

Praktische Tipps zur Prävention und Deeskalation

Die DGUV Information zeigt außerdem auf, warum in Rettungssituationen Konflikte entstehen und wie Gefahrensituationen bewertet und reduziert werden können. Verantwortliche erhalten praktische Tipps zur professionellen Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Rettungseinsätzen: So sollten Einsatzkräfte nicht nur die Hilfsbedürftigen, sondern auch deren Umfeld gut im Auge behalten, um Aggressionspotenzial rechtzeitig zu erkennen. Zudem sollten die Retter das eigene Handeln immer wieder verständlich erklären, um Missverständnisse zu vermeiden und bei Gefahr Unterstützung holen.

Angriffe ernst nehmen

Einsatzkräfte, die Opfer von verbalen oder körperlichen Angriffen werden, können unter akuten Belastungsreaktionen bis hin zu Posttraumatischen Belastungsstörungen leiden. Dies führt nicht nur zu mangelnder Motivation oder zu Fehlern im Arbeitsablauf, sondern im schlimmsten Fall auch zur Berufsunfähigkeit, zur Kündigung oder zum Austritt aus dem ehrenamtlichen Dienst.

Interessierte können die Broschüre „Prävention von und Umgang mit Übergriffen auf Einsatzkräfte der Rettungsdienste und der Feuerwehr (DGUV Information 205-027)“ in der DGUV Publikationsdatenbank kostenfrei herunterladen oder dort als gedrucktes Exemplar bestellen. Mitgliedsunternehmen können die Informationsschrift kostenfrei über ihre Unfallkasse beziehen.

Bild: Wolfgang Bellwinkel / DGUV

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Autor/Interviewer: Redaktion inform, E-Mail: ukh@ukh.de