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Datum: Kategorie(n): Sicherheit · Gesundheit · Feuerwehr · Drucken

Eignungsuntersuchung von Atemschutzgeräteträgern

Der Präventionsausschuss der Unfallkasse Hessen hat den Trägern der Feuerwehren mit Beschluss vom 30. September 2015 die Möglichkeit eingeräumt, die Eignungsuntersuchungen in Bezug auf das Tragen von Atemschutz gemäß DGUV Grundsatz "G 26" nicht nur von Arbeits- und Betriebsmedizinern, sondern auch von anderen geeigneten Ärzten durchführen zu lassen.

Hintergrund

Die gesetzliche Unfallversicherung ist seit Inkrafttreten der "Arbeitsmedizinischen Vorsorge Verordnung (ArbMedVV)" nicht mehr autorisiert, geeignete Ärzte zu "ermächtigen", damit diese die erforderlichen Vorsorgeuntersuchungen durchführen können. Vorsorgeuntersuchungen dürfen seitdem ausschließlich von Medizinern mit der speziellen Qualifikation als Arbeitsmediziner/ Betriebsarzt durchgeführt werden. Bei Eignungsuntersuchungen wurde bislang analog verfahren.

Für die Atemschutzgeräteträger der Feuerwehren wird zur Eignungsfeststellung sowohl in der derzeit gültigen Unfallverhütungsvorschrift "Feuerwehr" als auch in der Feuerwehrdienstvorschrift FwDv 7 ausdrücklich die Untersuchung nach Grundsatz "G 26" gefordert.

In der "G 26" werden für die Untersuchungen ausschließlich Arbeitsmediziner zugelassen. Die Zahl der Arbeitsmediziner ist aber leider auch in Hessen rückläufig. Bereits jetzt kann die Versorgung insbesondere der meist ehrenamtlichen Einsatzkräfte durch Arbeitsmediziner oder Betriebsärzte "in der Fläche" nicht mehr verlässlich sichergestellt werden. Diese Entwicklung wird sich in den kommenden Jahren noch erheblich verstärken.

Vorgehensweise

Grundsätzlich liegt die Verantwortung für die Auswahl des geeigneten Arztes ausschließlich beim Träger der Freiwilligen Feuerwehr. Dieser muss darauf achten, dass nur Ärztinnen und Ärzte die Untersuchungen durchführen, die die nachfolgend beschriebenen Qualitätskriterien erfüllen.

Die Ärztin/der Arzt muss

  • mit den Aufgaben der Feuerwehrangehörigen allgemein und insbesondere mit den Aufgaben der Atemschutzgeräteträger/-innen vertraut sein und die besonderen physischen und psychischen Belastungen und Anforderungen kennen,
  • die Eignungsuntersuchung nach dem DGUV Grundsatz für arbeitsmedizinische Untersuchungen G 26 "Atemschutzgeräte" durchführen,
  • über die erforderliche apparative Ausstattung für die Eignungsuntersuchungen verfügen. Erforderlich ist laut G 26 der Besitz eines Lungenfunktionsgeräts (nach Möglichkeit mit Dokumentation der Fluss-Volumenkurve), eines EKGs (mindestens drei Kanäle), einer Ergometrie-Einrichtung mit zwölf-Kanal-EKG mit physikalisch definierter und reproduzierbarer Belastungsmöglichkeit (Fahrrad-Ergometer), eines Sehtestgeräts oder von Sehprobentafeln, eines Audiometers und eines Otoskops. Weiterhin ist der Zugang zu einer Laboreinrichtung (u. a. für Blutuntersuchungen) und zu einem Röntgengerät erforderlich,
  • fachlich in der Lage sein, aus den Untersuchungsergebnissen die Eignung des/der Atemschutzgeräteträgers/-in festzustellen. Erforderlich ist hier insbesondere die Teilnahme an Fortbildungsveranstaltungen zur regelmäßigen Aktualisierung der Kenntnisse,
  • bereit sein, das Ergebnis der Eignungsuntersuchung schriftlich zu bescheinigen.

Um den Träger der Freiwilligen Feuerwehr bei der Auswahl der Ärzte zu unterstützen, bietet die Unfallkasse Hessen – im oben erwähnten Vorgriff auf die derzeit in Überarbeitung befindliche UVV und vorbehaltlich einer möglichen Änderung – ein Formblatt sowie ein beispielhaftes Anschreiben an. Damit kann sich der Träger der Feuerwehr als Beauftragungsvoraussetzung von dem ins Auge gefassten Arzt dessen fachliche Eignung und apparative Ausstattung bescheinigen lassen. Diese Bestätigung des Arztes sollte im Regelfall ausreichen, um dessen Eignung zu dokumentieren. Liegen allerdings Anhaltspunkte vor, dass einzelne Angaben der Bestätigung fehlerhaft sind, muss die beauftragende Stelle die Qualifikation anderweitig überprüfen. Andere Regelungen, wie in der Feuerwehr Dienstvorschrift 7 (FwDV 7), bleiben hiervon unberührt.

Fazit

Mit dem Vorgriff auf die vorgesehene Regelung in der Unfallverhütungsvorschrift hat die Selbstverwaltung der Unfallkasse Hessen einen äußerst wichtigen Beschluss gefasst, der die Träger der Feuerwehren und insbesondere auch die ehrenamtlich engagierten freiwilligen Feuerwehrfrauen und -männer erheblich entlastet. Damit werden in vielen Landesteilen lange Wege zum untersuchenden Arzt und der damit verbundene hohe (Freizeit-)Aufwand vermieden und somit auch die Kosten für die Untersuchungen begrenzt.

Für uns als Unfallkasse ist es aber wichtig, dass diese Vorgehensweise keinen Qualitätsverlust bei der Eignungsfeststellung nach sich zieht. Ob dieser Fall eintritt oder nicht, hängt letztlich allein von den beteiligten Akteuren, dem Träger der Feuerwehr und dem untersuchenden Arzt ab. Die UKH wird die Entwicklung im Rahmen ihres Beratungs- und Überwachungsauftrages im Auge behalten.



inform Ausgabe 4/2015

Das Anschreiben an den Arzt sowie das Bestätigungsblatt des Arztes können Sie über das Feuerwehrportal der Unfallkasse Hessen unter www.feuerwehrportal-hessen.de, Webcode F82, herunterladen.

Sie finden das Merkblatt unter: www.feuerwehrportalhessen.de

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Autor/Interviewer: Für den FB Feuerwehr der UKH: Thomas Rhiel (o69 29972-210), E-Mail: t.rhiel@ukh.de