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Sicherheitsbeauftragter der Feuerwache 1 in Wiesbaden

Robert Blanz ist seit sieben Jahren Sicherheitsbeauftragter der Feuerwache 1 in Wiesbaden. Er unterstützt seine Vorgesetzten in Sachen Gesundheitsschutz sowohl für Beamte sind im Rahmen ihrer dienstlichen Tätigkeit in der gesetzlichen Unfallversicherung versicherungsfrei, da sie einen Anspruch auf Unfallfürsorge nach beamtenrechtlichen Grundsätzen haben.
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Beamte
als auch für Angestellte.

inform: Welche Position bekleiden Sie hier in der Feuerwache 1?

Robert Blanz: Als ausgebildeter Kfz-Elektriker und Hauptfeuerwehrmann leite ich die Fahrzeugwerkstatt der drei Abteilungen. Wir sind ein Team von fünf Feuerwehrleuten und drei angestellten Kfz-Mechanikern inklusive eines Kfz-Meisters. Wir reparieren alle Fahrzeuge, führen auch den TÜV und die Abgasuntersuchungen durch. Als Feuerwehrmann habe ich mein Hobby zum Beruf gemacht. Wenn man einem Menschen oder einem Tier das Leben retten kann, dann ist das die größte Motivation für diesen Beruf. So bin ich seit 20 Jahren auch in führender Position bei der Freiwilligen Feuerwehr (FFW) meiner Heimatgemeinde tätig. In dieser Eigenschaft war ich bereits auf vielen Schulungen der Unfallkasse Hessen.

inform: Wie sieht Ihr typischer Arbeitstag aus?

Robert Blanz: Wir arbeiten in 24-Stunden-Schichten an durchschnittlich drei Tagen in der Woche mit entsprechendem Freizeitausgleich. Wenn wir morgens um sieben den Dienst antreten und die Fahrzeuge vom Team des Vortags übernommen haben, verrichten wir unseren Dienst in der Abteilung, in der wir vormals unsere Berufsqualifikation erworben haben – also in der Schlosserei, Schreinerei oder der Kfz-Werkstatt, danach ist Fortbildungszeit. Themen können zum Beispiel der Atemschutz oder die Unfallvermeidung sein. Ab 17 Uhr gibt es verpflichtenden Feuerwehrsport, denn als Feuerwehrmann muss man fit sein. Zwei Stunden trainieren wir mit Anleitung oder selbstständig im Gerätebereich. Ab 19 Uhr bis zum Schichtwechsel folgt der Bereitschaftsdienst. Während des Bereitschaftsdiensts haben wir ungefähr drei bis zehn Einsätze. Zuständig sind wir für Wiesbaden und einige Vororte.

inform: Worin bestehen die häufigsten Gefährdungen in Ihrem Arbeitsbereich?

Robert Blanz: Die meisten Gefährdungen gibt es beim Sport. Ich schaue mir alle Unfallanzeigen an und identifiziere je nach Unfallhäufung bestimmte Unfallschwerpunkte, an denen beispielsweise mit einer Schulung oder einer baulichen Maßnahme Abhilfe geschaffen werden kann. Da Fußballspielen während des Feuerwehrsports ein vergleichbar hohes Verletzungspotenzial aufweist, wird es von unserer Einsatzabteilung nur noch sehr selten angeboten. Ich achte natürlich auch bei den Einsätzen auf die Unfallverhütung. Jährlich und bei Bedarf führen wir Schulungen durch. Dabei helfen mir die Informationen, die ich bei Seminaren der UKH erhalten habe. Auch im Bereich Gesundheitsprävention machen wir viel: Für Beschäftigte mit Rückenproblemen in der Verwaltung beispielsweise gibt es höhenverstellbare Tische zur Entlastung des Rückens.

inform: Und wenn doch mal ein Unfall passiert?

Robert Blanz: Wenn sich ein Unfall ereignet, dann sichte und unterschreibe ich ausnahmslos alle Unfallberichte, bevor sie weitergeleitet werden. Wenn ich dabei Unfallschwerpunkte identifiziere, spreche ich mit den Vorgesetzten und schule die Kollegen gegebenenfalls zu bestimmten Themen nach. Generell ist es so: Sobald ich Mängel finde oder von Kollegen auf solche aufmerksam gemacht werde, dann leite ich diese Information weiter und bin auch derjenige, der immer noch mal nachhakt und nachfragt, wann konkret mit der Abhilfe zu rechnen ist. Ich sensibilisiere die Kollegen dafür, ihren Dienststellenleiter auf eventuelle Mängel aufmerksam zu machen.

inform: Als „Mahner“ machen Sie sich damit bestimmt nicht immer beliebt …

Robert Blanz: Die Unterstützung von und Zusammenarbeit mit den Vorgesetzten ist in jedem Fall gegeben. Auch wenn man sich bei den anderen Kollegen nicht immer beliebt macht, übe ich dieses Ehrenamt unheimlich gerne aus, weil die Themen Arbeits- und Gesundheitsschutz mir sehr wichtig sind. Generell denke ich aber, dass die Akzeptanz in meinem Beruf für die Arbeit des Sicherheitsbeauftragten in Relation sehr hoch ist, denn jeder Einsatz kann lebensgefährlich sein. Deshalb ist allen Kollegen bewusst, wie wichtig das Thema Sicherheit ist.

 

inform Ausgabe 2/2016

Robert Blanz, Feuerwache 1 in Wiesbaden

Autor/Interviewer: Cordula Kraft (069 29972-606), E-Mail: c.kraft@ukh.de