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Datum: Kategorie(n): Gefahrstoffe · Feuerwehr · Landesbetriebe · Kommunale Betriebe · Unternehmen · Sicherheit · Leistungen UKH · Drucken

Unterwegs mit: Thomas Rhiel

Aufsichtsperson Thomas Rhiel aus dem Team "Allgemeine Unfallversicherung" studierte Physische Geographie und hatte wegen seiner Diplomarbeit über Altlastenbeseitigung erste Berührungspunkte mit dem Thema Entsorgungswirtschaft. Heute kümmert er sich nicht nur um diesen Bereich, sondern auch um Hessen Mobil (Straßenunterhaltung); er ist außerdem Koordinator für den Fachbereich der Freiwilligen Feuerwehren.

inform: Sie kommen gerade von einem Termin bei einem Ihrer Mitgliedsbetriebe. Wo genau waren Sie und was war der Grund?

Thomas Rhiel: Mit einigen "meiner" Betriebe treffe ich mich in bestimmten Abständen zum Perspektivgespräch. Heute war ich bei Hessen Mobil, mit denen wir gerade ein Pilotprojekt zur Sicherheit von Straßenwärtern weiterentwickeln.

Meine weiteren Schwerpunkte liegen – neben der Straßenunterhaltung – auf Betrieben der Abfallwirtschaft in Mittel- und Südhessen sowie den Landkreisen Marburg und Gießen und, nicht zu vergessen, auf den Freiwilligen Feuerwehren. Hier bin ich zudem zentraler Ansprechpartner für das Innenministerium, die Feuerwehrschule und den Landesfeuerwehrverband.

inform: Der Großteil der Beratungstätigkeit wird bei den meisten Aufsichtspersonen telefonisch erledigt. Ist der persönliche Kontakt für Sie ebenso wichtig oder sogar wichtiger?

Thomas Rhiel: Netzwerkpflege ist ein elementarer Bestandteil meiner Arbeit. Letztendlich hängt die Entscheidung des Mitgliedsbetriebs, seine Aufsichtsperson in Angelegenheiten rund um den Arbeitsschutz um Rat zu fragen, nicht nur von der Expertise desjenigen ab, sondern auch von Sympathie und Vertrauen.

Wir laden jährlich zu Erfahrungsaustauschen unterschiedlicher Thematik ein, damit wir unseren Mitgliedsbetrieben neben der Überwachung und Beratung einen Mehrwert bieten können und die Unfallkasse dadurch als kompetente und zuverlässige Partnerin präsent bleibt. Um die für uns wichtige Zielgruppe der Führungskräfte zu erreichen – diese sind für den Arbeitsschutz in ihren Betrieben verantwortlich – veranstalte ich z. B. Erfahrungsaustausche mit Hauptamtsleitern im Landkreis Marburg. Durch den direkten Kontakt untereinander bekommen die Führungskräfte nochmal anderen Input und ich lerne persönlich sehr viel über die Bedarfe und Probleme. Dadurch bereichern diese Treffen beide Seiten.

inform: Haben Sie "Lieblingsmitgliedsbetriebe"?

Thomas Rhiel: Bei Hessen Mobil konnten wir in der Vergangenheit viele gemeinsame Projekte durchführen. Das hat über die Dauer der Zusammenarbeit zu einem guten und vertrauensvollen Verhältnis geführt.

Ansonsten gibt es keine direkten "Lieblingsbetriebe". Da ich beruflich aus dem Bereich der Abfallwirtschaft komme – im Landkreis Marburg war ich früher für verschiedene Betriebsanlagen verantwortlich – habe ich an dieser Thematik besondere Freude. Darum engagiere ich mich seit 2004 im Sachgebiet "Abfallwirtschaft" der DGUV. Im Rahmen dieser Arbeitsgruppe erstellen wir momentan sogenannte Branchenregeln, die die technischen Regeln ablösen werden.

inform: Sie haben also beruflich die Seiten gewechselt?

Thomas Rhiel: Ich habe nach meinem Studium der Geographie bei der Kreisverwaltung in Marburg im dortigen Abfallbetrieb angefangen und sollte die Verantwortung für die Betriebsanlagen übernehmen. Ein Kollege bestärkte mich dann darin, eine Ausbildung als Fachkraft für Arbeitssicherheit zu absolvieren.

Über die Seminare, die ich bei einem jetzigen Kollegen der Unfallkasse Hessen besuchte, kamen der Kontakt und ein großes Interesse für die Arbeit der Aufsichtspersonen zustande. Umso mehr habe ich mich darüber gefreut, dass ich 2001 meine Ausbildung zur Aufsichtsperson bei der UKH beginnen konnte.

inform: Sie haben eben die Branchenregeln angesprochen, die jetzt neu durch die DGUV eingeführt werden sollen. Hat dies Auswirkungen auf Ihre Arbeit?

Thomas Rhiel: Die Verantwortung und Entscheidungskompetenzen verschieben sich noch weiter in Richtung der Arbeitgeber bzw. Unternehmer. Für die Aufsichtspersonen wird es dadurch schwieriger, Anordnungen zu treffen, weil wir uns nun weniger auf die Unfallverhütungsvorschriften berufen können. Außerdem denke ich persönlich, dass viele Arbeitgeber ein großes Interesse an klaren Regelungen haben und daher die derzeitige Entwicklung nicht begrüßen.

inform: Was gefällt Ihnen besonders an Ihrer Arbeit?

Thomas Rhiel: Die Wertschätzung für die Arbeit der Aufsichtsperson kann man unter anderem daran erkennen, dass Veränderungen, die wir anstoßen – auch wenn sie höhere Aufwendungen oder größere Umstrukturierungen nach sich ziehen – in den Betrieben schnellstmöglich und umfänglich umgesetzt werden. Wenn man Verbesserungen in einem Mitgliedsbetrieb anstoßen oder wenigstens eine wirksame Argumentationshilfe dazu mit an die Hand geben kann, ist das ein Aspekt meiner Arbeit, der mir besondere Freude bereitet.



inform Ausgabe 3/2015

Thomas Rhiel (links) betreut u. a. das Projekt "Sicherheitsparcours für Straßenwärter" bei Hessen Mobil.

Besichtigung der Rückbauarbeiten des Atomkraftwerks Würgassen 2006 mit Sicherheitsfachkräften der hessischen Entsorgungsbranche

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Autor/Interviewer: Cordula Kraft (069 29972-606), E-Mail: c.kraft@ukh.de