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Versicherungsschutz beim betrieblichen Gesundheitsmanagement: Gesunde Mitarbeiter – gesunder Betrieb!

Gesundheitstage, Entspannungskurse oder Zumba: Die Angebote im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements können vielfältig sein. Doch wie sieht es mit dem Versicherungsschutz für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus? Klare Regelungen und Vorgaben des Arbeitgebers sorgen hier für Sicherheit.

Vorteile nutzen mit dem betrieblichen Gesundheitsmanagement

Einer der Megatrends der letzten Jahrzehnte ist das allgemein steigende Gesundheitsbewusstsein in der Bevölkerung. Aber auch für Unternehmen ist die Förderung der Gesundheit ihrer Mitarbeiter von wachsender Bedeutung – und das nicht nur aus rein monetärer Sicht zur Reduzierung der Krankheitskosten, die aufgrund des demografischen Wandels und des ansteigenden Durchschnittsalters der Belegschaften in den nächsten Jahren weiter zulegen werden. Gleichzeitig steigt nämlich auch die Attraktivität der Arbeitgebermarke, was die Wettbewerbsposition um neue Fachkräfte gegen den zunehmenden Fachkräftemangel stärkt.

Das betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM)

Neben klassischen Arbeitsschutzmaßnahmen zielt systematisch eingesetztes betriebliches Gesundheitsmanagement vor allem auf das individuelle, gesundheitsförderliche Verhalten jedes Beschäftigten ab. Denn es kann nur gesund und damit leistungsfähig bleiben, wer auch gesund lebt. Das gilt gleichermaßen für die Arbeitszeit wie für die Freizeit. Dieses Umfeld zu schaffen, indem es den Mitarbeitern ermöglicht wird – und sie zugleich motiviert und angeleitet werden – auch während der Arbeitszeit auf ihre Gesundheit zu achten, ist Aufgabe des BGM. Davon profitieren letztendlich beide Seiten, Beschäftigte und Arbeitgeber.

Ziele des BGM

Für die Mitarbeiter verbessern BGM-Maßnahmen die Verhältnisse am Arbeitsplatz und zielen zugleich auf eine gesündere individuelle Verhaltensänderung ab, z. B. eine gesündere Ernährung, Techniken zur Stressbewältigung oder eine Sensibilisierung und Motivation für mehr Bewegung im Alltag. Dadurch werden Belastungen reduziert und Wohlbefinden, Arbeitszufriedenheit und Motivation verbessern sich.

Aus Arbeitgebersicht sprechen ebenfalls eine Reihe von Punkten für ein solches Engagement:

  • Fehltage, Krankheitskosten und Produktionsausfälle werden gesenkt.
  • Die Zufriedenheit und Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter erhöht sich und damit deren Produktivität.
  • Die Wettbewerbsfähigkeit steigt.
  • Der durchschnittliche Return on Investment beträgt im Schnitt mindestens 1:2,7.

Versicherungsschutz im BGM – so geht's

Gesetzlicher Unfallschutz besteht immer, wenn eine betriebliche Weisung zur Teilnahme an einer derartigen Maßnahme vorliegt. Der Unternehmer übt sein Direktionsrecht aus; der Arbeitnehmer folgt der Weisung. Folglich ist er versichert.

Kein gesetzlicher Unfallschutz besteht dagegen, wenn der Arbeitgeber die Teilnahme an einer Maßnahme ausdrücklich ablehnt. So weit die Theorie. In der Praxis sind die Verhältnisse oft nicht so eindeutig. Der Arbeitgeber fördert hier beispielsweise Maßnahmen durch finanzielle Hilfen oder er duldet lediglich die Durchführung im Betrieb.

Förderung oder Duldung

Als Grundsatz gilt: Versicherungsschutz bei der Teilnahme an Maßnahmen des BGM besteht immer dann, wenn dem Betriebsinteresse im Verhältnis zum privaten Interesse des Versicherten an der Gesundheit eine wesentliche Bedeutung zukommt. Deshalb muss die Teilnahme an der BGM-Maßnahme

  • entweder auf die Arbeitszeit
  • oder auf das Weiterbildungskonto

des Beschäftigten angerechnet werden. Übernimmt oder beteiligt der Arbeitgeber sich nur an den Kosten der Maßnahme oder stellt er nur Räumlichkeiten zur Verfügung, reicht dies für den Versicherungsschutz nicht aus.

Fallbeispiele aus der Praxis

Gesundheitsseminare
SZENARIO 1:
Ein zweitägiges auswärtiges Seminarangebot "Work-Life-Balance – persönliches Gesundheitsmanagement in der Praxis" ist im Weiterbildungsprogramm des Arbeitsgebers aufgeführt. Der Arbeitgeber übernimmt die Kosten und stellt Arbeitszeit zur Verfügung.

LÖSUNG: Die Teilnahme ist versichert, weil alle o. a. Voraussetzungen erfüllt werden.

SZENARIO 2: Der Arbeitgeber empfiehlt nur die Teilnahme an dem zweitägigen auswärtigen Seminar. Er übernimmt die Kosten der Hotelunterbringung und der Anfahrt, aber nur unter Bedingung, dass die Beschäftigten für die Teilnahme an dem Seminar Urlaub nehmen oder in ihrer Freizeit daran teilnehmen. Weiterbildungskonten existieren im Betrieb nicht.

LÖSUNG: Leider unversichert, weil keine Anrechnung auf die Arbeitszeit oder auf das Weiterbildungskonto erfolgt.

Regelmäßige Gruppenkurse
SZENARIO 1: Ein Entspannungskurs findet zweimal wöchentlich während der Arbeitszeit im Betrieb statt. Teilnehmer und Arbeitgeber übernehmen jeweils anteilig die Kosten für den Trainer.

LÖSUNG: Die Teilnehmer sind versichert.

SZENARIO 2: Der Entspannungskurs findet jeweils im Anschluss an die Arbeitszeit statt. Es erfolgt keine Zeitgutschrift und keine Anrechnung auf ein Weiterbildungskonto.

LÖSUNG: Ist leider unversichert, weil keine Anrechnung auf die Arbeitszeit oder auf das Weiterbildungskonto erfolgt.

Fitnesscenter
Der Arbeitgeber beteiligt sich mit 50 Prozent am Beitrag für den Besuch im Fitnesscenter. Eine Anrechnung auf die Arbeitszeit oder ein Weiterbildungskonto gibt es nicht.

LÖSUNG: Dieses Angebot ist leider auch nicht versichert!

Abgrenzung zu anderen versicherten betrieblichen Tätigkeiten

Die Maßnahmen der Gesundheitsförderung sind von anderen betrieblichen Aktivitäten oder Veranstaltungen abzugrenzen. Zweck gesundheitsfördernder Maßnahmen ist es, die Gesundheit der Beschäftigten zu erhalten oder zu stärken. Steht allerdings die berufliche Weiterbildung, der sportliche Ausgleich, die Pflege der Gemeinschaft oder die Anerkennung für Leistungen der Beschäftigten im Vordergrund, so handelt es sich nicht um gesundheitsfördernde Maßnahmen. Deshalb zählen Betriebsfeiern, Betriebssport gilt als versicherte Tätigkeit und unterliegt dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung, wenn er darauf abzielt, den beruflich bedingten körperlichen oder geistigen Belastungen entgegenzuwirken.
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Betriebssport
, Gemeinschaftsveranstaltungen, teambildende Maßnahmen oder Angebote mit Belohnungs- oder reinem Erholungscharakter nicht zur Gesundheitsförderung. Versicherungsschutz für solche Maßnahmen ist aber ggf. nach anderen Kriterien zu prüfen.

Klarheit sorgt für Rechtssicherheit!

Je klarer die Regelung, desto eindeutiger ist die Beurteilung des Versicherungsschutzes. Sorgen Sie also im Vorfeld für klare Regelungen. Bringen Sie zum Ausdruck, welche Maßnahmen Sie als Bestandteil des Beschäftigungsverhältnisses sehen und welche Sie ausdrücklich ablehnen. Bei einer Duldung oder Empfehlung zur Teilnahme müssen auch objektive Kriterien gegeben sein (z. B. Anrechnung auf die Arbeitszeit), die belegen, dass ein wesentliches betriebliches Interesse vorliegt.

Return of Investment: 2,70 Euro!

2,70 Euro können mit jedem investierten Euro in die Die betriebliche Gesundheitsförderung verfolgt ebenso wie die Gesundheitsförderung den Ansatz der Stärkung der Gesundheitspotentiale und -ressourcen.
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betriebliche Gesundheitsförderung
durch reduzierte Fehlzeiten eingespart werden. Das geht aus einem Report der Initiative Gesundheit und Arbeit (iga) hervor. Auf Basis von rund 2.400 Studien zeigt der Report auch: Die krankheitsbedingten Fehlzeiten sinken durch Investitionen in die betriebliche Prävention um durchschnittlich ein Viertel. Auch die Beschäftigten profitieren. Ein Großteil der Studien belegt eine Verbesserung ihrer körperlichen beziehungsweise psychischen Verfassung.

Häufig ist der Nutzen betrieblicher Gesundheitsförderung besonders hoch, wenn Programme verschiedene Maßnahmen berücksichtigen: etwa wenn sie Betroffene darin unterstützen, ihr Verhalten zu verändern und/oder ein gesundheitsförderndes Umfeld zu schaffen. Besonders deutlich wird dies bei der Prävention psychischer Erkrankungen, aber auch bei Programmen der Bewegungsförderung, Gewichtsreduktion oder Nikotinentwöhnung.

Den Report "Wirksamkeit und Nutzen betrieblicher Prävention" findet man unter: www.iga-info.de > Veröffentlichungen > iga-Reporte > iga-Report 28



inform Ausgabe 4/2015

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Autor/Interviewer: Alex Pistauer (069 29972-300), E-Mail: a.pistauer@ukh.de