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Datum: Kategorie(n): Sicherheit · Mitgliedschaft UKH · Gesundheit · Drucken

„Leere Köpfe sind schlimmer als leere Kassen …“

Netzwerke sind Strukturen, die durch Verbindungen miteinander in Beziehung stehen. „Networking“ bedeutet in der Geschäftswelt: sich austauschen, gemeinsam Lösungen finden, statt allein Probleme zu wälzen, Feedback und Zugang zu Spezialwissen erhalten und so sein Fachwissen und vielleicht sogar seinen Horizont erweitern. Wir stellen Ihnen erfolgreiche hessische Netzwerker*innen vor, die die Angebote der Unfallkasse Hessen zur Optimierung von Sicherheit und Gesundheit in ihrer Kommune nutzen – heute Klaus Schejna aus Rodenbach.

Klein, aber fein!

Im Jahr 2000 feierte die Gemeinde Rodenbach im Main-Kinzig-Kreis bereits ihr 975-jähriges Gemeindejubiläum – es ist also nicht mehr lang, bis die 1.000 Jahre voll sind. Die Kommune mit den Ortsteilen Ober- und Niederrodenbach und etwas mehr als 11.000 Einwohner*innen gehört zum Regierungsbezirk Darmstadt und zum Main-Kinzig-Kreis. Die nördliche Grenze des Gemeindegebiets bildet zum Teil die Kinzig, im Süden liegt die hessisch-bayerische Landesgrenze.

Ausgedehnte Waldungen des Staatsforstes Wolfgang und des Rodenbacher Waldes umgeben die Gemeinde im Landschaftsschutzgebiet Vogelsberg/Hessischer Spessart. Rodenbach ist ein zunehmend beliebter Wohnort für junge Familien, nicht zuletzt wegen der sehr guten Anbindungen ans Rhein-Main-Gebiet: Anschlüsse an die Autobahnen A 66 (Hanau-Fulda) und A 45 (Hanau-Gießen) sind nur wenige Kilometer entfernt. Und sogar Nahverkehrszüge auf der Bahnlinie Frankfurt- Fulda halten am Bahnhof Rodenbach.

Der Bürgermeister

Klaus Schejna, 50 Jahre alt und verheiratet, ist schon seit 2002 Bürgermeister der Gemeinde Rodenbach. 2008 und 2014 wurde er mit großer Mehrheit im Amt bestätigt. Seine aktuelle Amtszeit endet im September 2020, aber er wird wohl erneut kandidieren: „Kommunalpolitik braucht einen langen Atem. Es wird vieles angestoßen, verhandelt und letztlich auch entschieden, aber manche Vorhaben dauern halt ihre Zeit bis zur Umsetzung. Und die Umsetzung meiner Ideen und Pläne möchte ich einfach gern begleiten.“

Der Diplom-Verwaltungswirt ist gebürtiger „Rodenbächer“, hier zur Schule gegangen und hier ist sein Lebensmittelpunkt. Er kennt die Gemeindeverwaltung von der Pike auf, hat im Jahr 1992 beim Ordnungsamt angefangen, wurde 1997 stellvertretender Amtsleiter des Ordnungsamts mit Bürgerbüro und Standesamt und 2002 im ersten Wahlgang mit knapp 55 Prozent der Stimmen zum Bürgermeister gewählt.

Klaus Schejna findet seinen Ausgleich beim Kochen und beim Skifahren, beim Tennisspielen, beim Spazierengehen in der Natur und als treuer Fan von Eintracht Frankfurt, der seinen Club, wenn es die Zeit zulässt, bei den Heimspielen besucht. Sein Büro lässt daran keinen Zweifel: Der Bürgermeister und die Eintracht gehören zusammen.

Schwerpunkte und Ziele

Klaus Schejna: „Gerade in einer Kommune ist es von großer Bedeutung, in ständigem Dialog zu stehen. Wir brauchen den Dialog, wir brauchen Interessenausgleich und Übereinkünfte, um Rodenbach weiterentwickeln, um große Projekte durchziehen und große Aufgaben bewältigen zu können.

Denn wir haben auch dank unserer soliden Finanzen einiges vor in den nächsten Jahren. Vom Neubau eines Kindergartens sowie eines Mehrfamilienwohnhauses über die Gestaltung eines Familienzentrums bis hin zur Entwicklung eines ganzen Wohngebiets mit Ärztehaus und Einkaufsmöglichkeiten sowie eines Gewerbegebiets sind wir damit befasst, Rodenbach für die Zukunft fit zu halten.

Ich bin dabei Ansprechpartner für alle, in Rodenbach soll sich niemand übergangen oder abgehängt fühlen. Nur so können wir unsere Zusammengehörigkeit stärken und gemeinsam in die Zukunft gehen.“

Klaus Schejna liebt den direkten persönlichen Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern seiner Gemeinde, sein Management „by walking and talking“ hilft ihm, wichtige Dinge gleich vor Ort zu erfahren. Die Nöte und Sorgen der Mitmenschen zu erfahren und aktiv an Lösungen zu arbeiten, ist ihm ein Herzensbedürfnis.

Was haben Sie seit 2002 konkret erreicht, Herr Bürgermeister, und wo wollen Sie noch hin?

„Nehmen wir beispielsweise den Ortsteil Oberrodenbach. Durch Ausbau der Infrastruktur und durch das Dorferneuerungsprogramm haben wir hier ‚die Mitte stark gemacht‘. Seit mehr als zehn Jahren steht uns in Oberrodenbach neben dem renovierten Schützenhof nun ein Fest- und Begegnungsplatz zur Verfügung, der rege genutzt wird.

Außerdem haben wir den Rathausumbau in Angriff genommen samt schöner Vorplatzgestaltung und so einen barrierefreien Zugang zum Rathaus geschaffen. Nicht zu vergessen unsere wunderbare Bücherei im Ortszentrum, die stark frequentiert wird und mein Credo untermauert: ‚Lieber leere Kassen als leere Köpfe …‘

Wir müssen dringend für weiteren bezahlbaren Wohnraum sorgen. Wir entwickeln aktuell ein Baugebiet für rund 1.000 neue Bewohner*innen. Das bedeutet auch, wir brauchen mehr Kitaplätze und die Schule muss erweitert werden. Die Infrastruktur muss selbstverständlich mitwachsen. Es gibt bereits Pläne für ein Rodenbacher Familienzentrum, genannt RoBBE (Rodenbacher Bildungs- u. Betreuungseinrichtung). Dies soll als Kompetenzzentrum für Weiter-, Fort- und Ausbildung und als Anlaufstelle für Jung und Alt dienen.

Aufgrund des geplanten vierspurigen Ausbaus der Bahnstrecke Hanau-Fulda besteht für uns die historische Chance, den Bahnhof barrierefrei umzubauen. Dies gilt es, in Verhandlungen mit der Bahn umzusetzen.

Unsere Pläne sind alle nachhaltig und belastbar und betreffen heutige und künftige Generationen, was aber auch nur aufgrund unserer soliden Finanzpolitik möglich ist. Wir haben es die letzten drei Jahre geschafft, unsere Haushalte jeweils auszugleichen. Darüber hinaus verfügen wir über eine Rücklage, die uns in schlechten Zeiten helfen wird.“

Auf welche Netzwerke können Sie sich besonders verlassen?

„All das kann die Gemeindeverwaltung nicht allein stemmen. Wir brauchen die aktive Hilfe der Mitbürgerinnen und Mitbürger. Ich gehe also auf die Menschen zu und werbe für die Mitarbeit an unseren Projekten. Und das mit Erfolg: In unserer Bücherei machen beispielsweise mehr als 50 Ehrenamtliche mit.

Wie Sie sicher gemerkt haben, liegen mir die sozio-kulturellen Projekte besonders am Herzen: Die Bücherei ist einer meiner Lieblingsplätze, genauso der Schützenhof und der Festplatz als Begegnungsstätte, die Bürgersprechstunde im Rathaus gehört dazu und vieles mehr. Meine Tür steht immer offen. Ich kann ja nur Dinge ändern, von denen ich Kenntnis habe.

Ohne funktionierende Netzwerke ist die Betreuung und Pflege der Begegnungsstätten und die kommunale Arbeit an sich gar nicht zu schaffen. Zum Netzwerk des Bürgermeisters und seiner Verwaltung gehören die vielen Vereine, die Kirchen, die Bürgerschaft, die ehrenamtlich Tätigen. Wir haben z. B. ein ‚Ökommunen- Frühstück‘ etabliert mit den Pfarrern zur Abstimmung der Seniorenarbeit oder der Bestattungskultur oder einfach nur zum Austausch. Auch die Bürger*innen selbst gehören zu meinem Netzwerk. Sie sind aufgerufen, Missstände zu melden, nicht nur zu meckern. Wir alle sind nämlich die Gemeinde und wegschauen gilt nicht.

Und nicht zu vergessen: Im Fall der Fälle habe ich auch die UKH …“

Was fällt Ihnen denn spontan zur UKH ein? Wie arbeiten Sie mit uns zusammen?

„Ich rufe meine direkte Ansprechpartnerin an, wenn ich Fragen habe. Mein Bild von der UKH ist durchweg positiv, die UKH ist fachlich gut aufgestellt. Bisher haben wir jede Art von Unterstützung erhalten, beispielsweise beim Bau des Waldkindergartens und im Bereich der Freiwilligen Feuerwehr. Das Bürgermeister-Frühstück bei der UKH war eine schöne Idee, um sich mit den Kollegen auszutauschen und aktuelle Informationen mitzunehmen. Wir arbeiten gut zusammen.“

Wie sind Sie in Sachen Sicherheit und Gesundheit aufgestellt?

„Unsere Verwaltung hat rund 180 Beschäftigte, davon u. a. 45 in der Verwaltung und gut 20 im Bauhof. In jeder Einrichtung sind zwei Sicherheitsbeauftragte unterstützen Fachkräfte für Arbeitssicherheit und Vorgesetzte bei der Unfallverhütung und beim Gesundheitsschutz.
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Sicherheitsbeauftragte
etabliert. Wir verfolgen bei der Arbeitssicherheit einen ganzheilichen Ansatz, die Führungskräfte leben Sicherheit und Gesundheit vor. Wir haben Gefährdungsbeurteilungen erstellt und die für die psychischen Belastungen ist bereits in der Planung. Die Kosten für notwendige individuelle PSA werden ohne Wenn und Aber übernommen. Ergonomisch sind wir ebenfalls auf dem aktuellen Stand der Technik. Und: Wir haben keine Arbeitsunfälle zu beklagen.

Es gibt auch Angebote für die Erhaltung der Gesundheit unserer kommunalen Beschäftigten: Dazu gehören Yoga und Tai-Chi und demnächst ein weiterer Gesundheitstag.“

 

inform-Ausgabe 2/2019

Wertvolle Netzwerke – Sicher. Gesund. Miteinander.

„Meine Basis für funktionierende menschliche Beziehungen ist das gegenseitige Vertrauen. Weiterhin lege ich Wert auf die Pflege von Freundschaften, auf gegenseitiges Zuhören, auf Ehrlichkeit, Authentizität und auf den liebevollen Umgang miteinander. Dann ergeben sich Einfühlung, Respekt, Toleranz und Solidarität von ganz allein.“

Klaus Schejna in der heißgeliebten Bücherei – dem Bildungshotspot von Rodenbach.

Kein Zweifel:Der Bürgermeister und die Eintracht gehören zusammen! Bilder: Jürgen Kornaker für Unfallkasse Hessen

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Autor/Interviewer: Sabine Longerich, E-Mail: s.longerich@ukh.de