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Datum: Kategorie(n): Präventionskampagnen · Sicherheit · Gesundheit · Drucken

Beschäftigte in Prozesse einbinden und ernst nehmen

Sowohl die Möglichkeit, an Unternehmensentscheidungen teilhaben zu können, als auch die Kommunikation zwischen Leitung und Beschäftigten sowie zwischen den Beschäftigten selbst beeinflussen die Arbeitszufriedenheit. Beide Faktoren haben Einfluss darauf, ob sich die Beschäftigten vom Arbeitgeber ernst genommen fühlen und sind wichtige Themen der Präventionskampagne „kommmitmensch“ von Unfallkassen und Berufsgenossenschaften, die die Verbesserung der Präventionskultur zum Ziel hat.

Gute und gesunde Führung

Eine Studie der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) zum Thema „Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt“ bestätigte arbeitspsychologische Erkenntnisse, nach denen eine gute und gesundheitsförderliche Führung, aber auch stabile soziale Beziehungen am Arbeitsplatz und darüber hinaus die psychischen Belastungen aus der Arbeit „abpuffern“ können (siehe inform 1/2018). Auch von den Beschäftigten wird eine gute Kommunikation und Partizipation als Teil einer guten Führung angesehen.

Merkmale einer gesunden Führung

  • transparente und respektvolle Kommunikation zwischen Führungskräften und Geführten
  • klare Vermittlung der für die einzelnen Mitarbeiter relevanten Informationen bzw. Regelungen
  • Berücksichtigung sozial-emotionaler Bedürfnisse der Organisationsmitglieder, wie Anerkennung, Selbstwirksamkeit und Lebenszufriedenheit, und die strikte Vermeidung bzw. Sanktionierung sämtlicher Formen destruktiver Führung
  • Beteiligung der Beschäftigten als Expert*innen für ihren eigenen Arbeitsplatz bei allen Maßnahmen zur Verbesserung von Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit

Mehr Sicherheit durch Kommunikation und Partizipation

Für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit sind Kommunikation und Partizipation ebenso wichtig. Frühzeitige Kommunikation versorgt die Beschäftigten mit den notwendigen Informationen zum Umgang mit den Gefahren des Arbeitsplatzes und mit Strategien, diese zu bewältigen. Umgekehrt informiert frühzeitige Kommunikation den Unternehmer über bestehende Probleme und Risiken. Dieses Wissen ist notwendig, um evtl. dahinterliegende Mängel zu beseitigen.

Werden die Beschäftigten in Entscheidungsprozesse eingebunden, erhöht dies die Akzeptanz von Maßnahmen des Arbeitsschutzes. Beispielsweise ist bei manchen Arbeiten das Tragen persönlicher Schutzausrüstung (PSA) notwendig. Häufig ist diese jedoch unbequemer als „normale“ Kleidung ohne Schutzwirkung und folglich ist die Tragequote dann gering. Möchte man dies verbessern, sollte den Betroffenen angeboten werden, die vorgesehenen Modelle zunächst zu testen. Dank dieser Beteiligung akzeptieren die Beschäftigten mögliche Erschwernisse besser als ohne Beteiligung. Der gleiche Mechanismus gilt übrigens auch für die Festlegung von Schichtplänen und Arbeitszeiten.

Soziale Beziehungen ermöglichen und fördern

Der deutliche Einfluss sozialer Beziehungen am Arbeitsplatz auf die mentale Gesundheit, das psychische Befinden, auf psychische Störungen sowie die Motivation, Arbeitszufriedenheit und Leistung gilt für alle Beschäftigten gleichermaßen. Ohne die Möglichkeit der Kommunikation untereinander sind soziale Beziehungen nicht denkbar. Als Arbeitgeber kann man Gelegenheiten schaffen, um die Kommunikation der Beschäftigten untereinander zu fördern. Neben der Regelkommunikation (z. B. in Gremiensitzungen) sollten – beispielsweise im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung – Gelegenheiten zum informellen Austausch auch außerhalb der Arbeit geschaffen werden. Diese Anlässe lassen sich unproblematisch mit Maßnahmen der Gesundheitsförderung (wie Sportangeboten) kombinieren: Gemeinsam macht auch Bewegung mehr Spaß.

Handlungsspielraum als Ressource

In der psychologischen Forschung ist schon seit Langem bekannt, dass es Zusammenhänge zwischen dem Faktor „Handlungs und Entscheidungsspielraum“ und der psychischen Gesundheit gibt. Fühlen Beschäftigte sich als „Herr der Lage“, sind sie deutlich zufriedener, als wenn sie sich ihrer Arbeit ausgeliefert fühlen. Beim Erwerb des subjektiven Eindrucks, die Kontrolle über den eigenen Arbeitsplatz zu besitzen, spielen Kommunikation und Beteiligung eine wichtige Rolle. Nur wer Informationen besitzt, die die eigene Kompetenz fördern, wird neue Entwicklungen vorhersehen können. Nur wer in Prozesse eingebunden ist, wird diese mitgestalten können. Nur wer Entwicklungen abschätzen kann, wird seine Kompetenz entsprechend erweitern können.

Führungskräfte im Betrieb geben den Grad der Kommunikation und Partizipation vor und es ist ihre Aufgabe, beide Faktoren zu verbessern. Sie sind damit Teil der Kultur der Prävention des Unternehmens.

 

inform Ausgabe 2/2018

Reden ist das A und O – damit alle im Unternehmen sicher und gesund arbeiten können.

Wer das Wissen aller im Betrieb nutzt, handelt sicherer, gesünder und erfolgreicher.

Für alle kommmitmenschen stehen Broschüren und Videos mit konkreten Handlungshilfen für die Arbeit in Unternehmen und Einrichtungen zur Verfügung.

Bilder: ©DGUV

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Autor/Interviewer: Dr. Torsten Kunz, E-Mail: t.kunz@ukh.de