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Datum: Kategorie(n): Sicherheit · Gesundheit · Hautschutz · Kita · Drucken

Ab in den Schatten: Sonnenschutz in Kindertagesstätten

Kinder und Beschäftigte in Kindertageseinrichtungen halten sich häufig im Freien auf. Vor allem Kinder, die Wald- und Naturkindergärten besuchen, sind regelmäßig länger als eine Viertelstunde täglich direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt. In diesem Artikel finden Sie Tipps für Schutz- und Verhaltensmaßnahmen.

Die Rangfolge von Schutzmaßnahmen gegen solare UV-Strahlung folgt dem klassischen Präventionsprinzip: Technisch – Organisatorisch – Persönlich, kurz: TOP. Technische Maßnahmen, wie Verschattung durch Sonnensegel und Jalousien, sind baulich umzusetzen (siehe Artikel "Licht rein - Hitze raus" in dieser Ausgabe und Artikel "Heißer Sommer in der Kita: Baulicher Sonnenschutz hilft gegen Hitze" in inform Ausgabe 1/2019). Organisatorische Maßnahmen, wie das Verschieben von Arbeitsaufgaben und -abläufen in Zeiten geringer solarer Exposition, sind im Kita-Alltag selten möglich.

Auf den Index achten

Noch bevor der Aufenthalt im sommerlichsonnigen Außenbereich bei Spiel und Spaß angetreten wird, sollte der Blick in den Himmel und auf den UV-Index erfolgen. Der UV-Index beschreibt den am Boden erwarteten Tagesspitzenwert der sonnenbrandwirksamen UV-Bestrahlungsstärke. In Deutschland werden im Sommer durchschnittlich UV-Indexwerte bis acht erreicht. Je höher der UV-Index ist, desto schneller kann bei ungeschützter Haut ein Sonnenbrand auftreten.

Her mit dem Stoff!

Körperbedeckende Kleidung hat den Vorteil, dass die Sonne möglichst wenig Angriffsfläche vorfindet. Heute gibt es Kleidung mit Ultraviolettlicht-Protektionsfaktor (UPF):

  • Hut, Kappe oder Tuch für den Kopf, für ausreichenden Schutz von Gesicht und Nacken sorgen!
  • Weit geschnittene, möglichst lange Hosen
  • Bequeme und den Fußrücken vollständig bedeckende Schuhe

Wie geschmiert? Nicht so ganz … Sonnencreme ist nach allen anderen Maßnahmen immer das letzte Mittel der Wahl, da sie einige Unzulänglichkeiten hat: Sie muss dick und flächendeckend aufgetragen und bei starkem Schwitzen immer wieder nachgecremt werden. Im Verbund mit den „zuverlässiger“ wirkenden Sonnenschutzmaßnahmen (Verschattung, Bekleidung) soll Sonnenschutzcreme natürlich grundsätzlich auch verwendet werden, weil sie die unbedeckten Teile des Körpers schützt.

Erste Hilfe nennt man die Erstversorgung eines Verletzten, bevor ärztliche Hilfe wirksam wird.
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Erste Hilfe
bei Sonnenbränden, Hitzschlag und Sonnenstich

Trotz großer Sorgfalt kann es vorkommen, dass Beschäftigte oder auch Kinder einen Sonnenbrand, Hitzschlag oder Sonnenstich erleiden. Deshalb ist es wichtig, die Erste-Hilfe-Ausbildung aktuell und regelmäßig sicherzustellen. Wir können hier nur einen kurzen Überblick über die wichtigsten Maßnahmen geben

Maßnahmen bei Sonnenbrand:

  • raus aus der Sonne: Aufenthalt im Schatten
  • Regelmäßige Kühlung mit nicht zu kalten feuchten Umschlägen (Kräutertee, Joghurt oder Quark). Kühlpacks aus dem Gefrierfach können die Haut noch mehr schädigen!
  • Geeignete kühlende Lotionen, Feuchtigkeitscremes und Gels können die Haut beruhigen. Achtung: Unverträglichkeiten vorab prüfen!
  • Die gereizten Hautstellen sollten keiner Reibung (entsprechend leichte oder gar keine Kleidung), also am besten der Luft ausgesetzt sein
  • reichlich trinken

Maßnahmen bei Hitzschlag und Sonnenstich:

  • Aufenthalt im Schatten suchen
  • ruhig liegen können und gekühlt (aber nicht unterkühlt) werden
  • beengende Kleidung entfernen, die Beine hochlegen
  • Flüssigkeit zuführen (nicht bei Bewusstlosigkeit!)
  • bei Bewusstlosigkeit: Notarzt rufen, Erste-Hilfe-Maßnahmen einleiten

Unsere Tipps zu individuellen Verhaltensmaßnahmen und Erste-Hilfe-Maßnahmen finden Sie auch unter kita.ukh.de, Webcode: K1422.

inform-Ausgabe 2/2019

Tipps für die Verwendung von Sonnenschutzmitteln:

  • Alle Hautareale, die unbedeckt bleiben, eincremen. Lippen nicht vergessen!
  • Eine gleichmäßig dicke Schicht auftragen: Viel hilft viel!
  • Creme vor dem Aufenthalt in der Sonne auftragen, mindestens eine halbe Stunde vorher.
  • Nach spätestens zwei Stunden sowie nach dem Baden erneut eincremen.
  • Verwenden Sie einen möglichst hohen Lichtschutzfaktor.

Hut, Kappe oder Tuch schützen den Kopf. Bild: ©Adobe Stock, Jandrie Lombard

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Autor/Interviewer: Michael Protsch, E-Mail: m.protsch@ukh.de