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Datum: Kategorie(n): Sicherheitsbeauftragte unterstützen Fachkräfte für Arbeitssicherheit und Vorgesetzte bei der Unfallverhütung und beim Gesundheitsschutz.
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Sicherheitsbeauftragte
· Kommunale Betriebe · Leistungen UKH · Gesundheit · Sicherheit · Versicherungsschutz ·
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Sicherheitsbeauftragte der Darmstädter Finanzverwaltung

Im vergangenen Jahr wurde Veronika Rodenhäuser zur ersten Sicherheitsbeauftragten der Darmstädter Finanzverwaltung bestellt. In der Verwaltung sind vor allem Themen wie Ergonomie und Stolperfallen von Bedeutung.

inform: Welche Tätigkeit üben Sie in der Finanzverwaltung aus?

Veronika Rodenhäuser: Ich bin für die juristische Sachbearbeitung zuständig. Dazu gehört die Beratung aller Abteilungen, vorbereitete Widersprüche an das Rechtsamt abzugeben sowie Sonderaufgaben der Leitung zu erledigen, wie Gebührenkalkulation oder die Erarbeitung von Dienstanweisungen. Da ich zwei Kinder habe, arbeite ich in Teilzeit. Das lässt sich sehr gut vereinbaren. Da die Finanzverwaltung mit etwa 100 Beschäftigten recht groß ist, wurde jemand für die Stelle gesucht, der schon rechtlich vorprüft und filtert. Von 2008 bis 2010 war ich Abteilungsleiterin in der Abteilung Steuern. Bei der Stadt Darmstadt bin ich seit 2005.

inform: Wie kam es dazu, dass Sie Sicherheitsbeauftragte unterstützen Fachkräfte für Arbeitssicherheit und Vorgesetzte bei der Unfallverhütung und beim Gesundheitsschutz.
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Sicherheitsbeauftragte
wurden?

Veronika Rodenhäuser: Offiziell wurde ich im Mai 2015 zur Sicherheitsbeauftragten bestellt. Für die Finanzverwaltung wurde schon seit geraumer Zeit jemand gesucht. Und mir war die Materie nicht fremd, da auch mein Mann bei einer Berufsgenossenschaft arbeitet, auch wenn die Situation in der Verwaltung sicher eine andere ist als in der gewerblichen Industrie.

Zum Einstieg hat mir unsere Fachkraft für Arbeitssicherheit, Herr Baron, viel Informationsmaterial zur Verfügung gestellt. Die Wissenschaftsstadt Darmstadt hat erst seit 2013 eine eigene Fachkraft für Arbeitssicherheit. Davor war die Arbeits- und Gesundheitsschutzbetreuung extern vergeben. Zur Vertiefung habe ich im Februar dieses Jahres am Seminar der UKH „Arbeitsschutz in Verwaltungsbereichen“ teilgenommen. Hier fand ich vor allem das E-Learning-Programm, das wir im Vorfeld durchlaufen haben, interessant. Das Seminar, das genau auf den Verwaltungsbereich zugeschnitten war, baute dann darauf auf. Es ging vorrangig um Ergonomie und psychische Belastung am Arbeitsplatz.

inform: Wie sieht Ihr Einsatz als SiBe im Arbeitsalltag aus?

Veronika Rodenhäuser: Da das Thema Arbeitsschutz in der Verwaltung der Stadt Darmstadt erst neu aufgestellt worden ist, war ich anfangs fast nur in die Erstellung der Gefährdungsbeurteilungen eingebunden. Danach habe ich für die Amtsleitung eine Präsentation für die Unterweisungen erstellt, die diese für die Grundunterweisung der Abteilungsleiter genutzt hat.

Grundsätzlich ist es so, dass ich als Ansprechpartnerin für die Kolleginnen und Kollegen zur Verfügung stehe, wenn Probleme mit dem Arbeitsplatz oder den Arbeitsbedingungen bestehen. In Rücksprache mit der Amtsleiterin als meiner Vorgesetzten gebe ich diese dann an die zuständigen Stellen weiter und suche gemeinsam mit der Fachkraft für Arbeitssicherheit nach Lösungen. Unsere Unfallquote liegt zum Glück im unteren Durchschnitt, und die Arbeit als Sicherheitsbeauftragte unterstützen Fachkräfte für Arbeitssicherheit und Vorgesetzte bei der Unfallverhütung und beim Gesundheitsschutz.
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Sicherheitsbeauftragte
ist daher nicht so zeitaufwändig. Ich schätze sie auf etwa drei bis fünf Stunden im Monat.

inform: Für welche Tätigkeiten und Gefährdungen setzen Sie sich ein?

Veronika Rodenhäuser: Der Arbeitsbereich der Finanzverwaltung beschränkt sich fast ausschließlich auf Büroarbeitsplätze. Nur bei Angestellten der Vollstreckung im Außendienst gibt es zusätzliche Aspekte des Arbeits- und Gesundheitsschutzes, die es zu beachten gilt, wie etwa der Umgang mit schwierigen Schuldnern. Für diese Beschäftigten gibt es eine zusätzliche Gefährdungsbeurteilung.

Unsere Themen hier im Büro sind meist Ergonomie und das Klima am Arbeitsplatz. Hier passieren zwar in der Regel keine direkten Arbeitsunfälle, anders als in den Produktionsabteilungen der Industrie, aber ein falsch eingerichteter Arbeitsplatz kann durchaus schleichende Gesundheitsbeschwerden hervorrufen. Die Ausstattung ist natürlich auch immer eine Frage der finanziellen Mittel. Aber die Amtsleitung unterstützt mich dabei. Und dann ist natürlich der Brandschutz ein wichtiger Bereich im Arbeitsschutz. Der muss bei uns allerdings noch ausgebaut werden. Momentan sind wir dabei, Brandschutzhelfer zu bestellen. Und im Oktober 2016 werde ich an einer Brandschutzunterweisung der Feuerwehr teilnehmen, zusammen mit meiner Vorgesetzten.

inform: Und wie ist die Unterstützung von Kollegen und Vorgesetzten?

Veronika Rodenhäuser: Die Kolleginnen und Kollegen sind alle sehr nett und da ich nicht nur in einem Bereich tätig bin, habe ich mit allen Kontakt. Wir haben hier drei Abteilungen: Kämmerei, Kasse und die Abteilung Steuern. Ich habe mit allen dreien zu tun, wenn es rechtliche Probleme gibt. Daher bin ich auch direkt der Amtsleitung unterstellt. Regelmäßiger und guter Kontakt zu den Kolleginnen und Kollegen ist natürlich von Vorteil für eine Sicherheitsbeauftragte unterstützen Fachkräfte für Arbeitssicherheit und Vorgesetzte bei der Unfallverhütung und beim Gesundheitsschutz.
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Sicherheitsbeauftragte
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Es muss jedoch zunächst einmal das Bewusstsein für Arbeits- und Gesundheitsschutz in der Verwaltung geschärft werden. Jeder denkt anfangs, dass es bei uns in der Verwaltung keine Gefährdungen am Arbeitsplatz gibt. Bei näherem Hinschauen aber gibt es in einigen Bereichen durchaus Verbesserungspotenzial.

Auch das Verantwortungsbewusstsein der Führungskräfte konnte in den letzten Jahren geschärft werden. Und die Mitarbeiter sehen, dass sich langsam etwas tut im Gesundheitsschutz. Das fängt bei ergonomischen Bürostühlen und Schreibtischen an. Außerdem gibt es immer mehr Angebote zu den Themen Gesundheitsförderung und Arbeitsschutz, wie etwa Yoga in der Mittagspause, Massagen zur Entspannung oder Besprechungen beim betriebsärztlichen Dienst. Auch beim Firmenlauf machen seit einigen Jahren viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt mit.

inform: Gab es besonders positive Erlebnisse im Betrieb oder im Zusammenhang mit der UKH?

Veronika Rodenhäuser: Positive Veränderungen gab es zum einen bei der Klimaproblematik. Im Hochsommer kommt es vor allem im 4. Stock schon einmal zu Temperaturen von über 30° C. Das ist für viele unerträglich. Unter Einbeziehung der Fachkraft für Arbeitssicherheit konnten wir erreichen, dass sich der für die Gebäude zuständige Eigenbetrieb zusammen mit dem Vermieter auf neue Außenjalousien für den 4. Stock einigen konnte. Das ist das Erste, was wir aus der Gefährdungsbeurteilung positiv mitnehmen können.

Aufgefallen ist auch, dass die Evakuierung bei einem Feueralarm nach den Grundunterweisungen wesentlich besser funktioniert als noch vor einem Jahr. Früher wusste keiner wirklich, was zu tun war. Wir hatten sogar zweimal richtigen Feueralarm, keinen Probealarm. Da war erkennbar, dass der Fluchtwegeplan studiert wurde und alle wissen, wo die entsprechenden Sammelplätze sind. Auch wird im Gegensatz zu früher sehr darauf geachtet, dass in den Treppen und Fluren, die ja als Fluchtwege dienen, keine Fahrräder mehr abgestellt werden.

Die Schulung der UKH hat mir sehr gut gefallen, und zwar sowohl was die Themenauswahl anbelangt, als auch das zusätzliche Informationsmaterial, das ich erhalten habe. Auch finde ich den persönlichen Kontakt, den man während den Schulungen herstellen kann, sehr wichtig. Das nimmt Berührungsängste. Wenn man an einer Schulung teilgenommen hat, kennt man die Leute. So habe ich immer einen direkten Ansprechpartner, kann schnell mal eine E-Mail schreiben oder anrufen, wenn ich Fragen habe.

inform: Was wünschen Sie sich für Ihre Tätigkeit als SiBe für die Zukunft?

Veronika Rodenhäuser: Generell sehe ich es positiv, dass immer mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Arbeitsschutz eingebunden werden und dadurch die Zusammenarbeit auch besser ist. Ich wünsche mir, dass dies in Zukunft so bleibt. Nach der Bestellung eines Sicherheitsbeauftragten haben wir in der Finanzverwaltung nun für alle Abteilungen auch Bildschirmarbeitsplatzkoordinatoren, die von der Fachkraft für Arbeitssicherheit geschult werden. Hier wird gezielt darauf geschaut, wie man am Schreibtisch sitzt, und dass etwa Tisch, Stuhl und Monitor optimal eingestellt sind. Bildschirmarbeisplatzkoordinatoren stehen übrigens nicht im Gesetz. Das ist eine Rundverfügung unseres Oberbürgermeisters. Ansonsten haben wir noch Brandhelfer, Ersthelfer und Leiterbeauftragte. Je mehr Beschäftigte eine kleine Aufgabe übernehmen und auf je mehr Schultern diese verteilt werden, desto größer ist dann auch das Interesse und Verständnis für den Arbeitsschutz.

 

inform Ausgabe 3/16

Veronika Rodenhäuser: "Ein falsch eingerichteter Arbeitsplatz kann durchaus schleichende Gesundheitsbeschwerden hervorrufen."

Datum: Kategorie(n): Sicherheitsbeauftragte unterstützen Fachkräfte für Arbeitssicherheit und Vorgesetzte bei der Unfallverhütung und beim Gesundheitsschutz.
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Autor/Interviewer: Yvonne Klöpping (069 29972-611), E-Mail: y.kloepping@ukh.de