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Datum: Kategorie(n): Sicherheit · Schule · Bewegung & Sport · Gesundheit · Wegeunfälle · Drucken

Erstklässler werden zu Roller-Profis

Heute begleiten wir unser Projekt RollerKIDS, das die Unfallkasse Hessen in Kooperation mit CITY SKATE, Agentur für Funsport und Bewegungskonzepte, durchführt. Viele Kinder kommen täglich mit ihrem Tretroller in die Schule oder in die Kita, denn Rollerfahren macht einfach Spaß! Damit sie sich auch sicher mit ihrem Roller fortbewegen können und Unfallrisiken minimiert werden, hat die UKH das Projekt RollerKIDS ins Leben gerufen.

Es ist endlich soweit und die Dahlmannschule in Frankfurt ist an der Reihe, eine Grundschule in Frankfurts Ostend. Das Motto dieser ersten Stunde: Viel bewegen, gemeinsam Spaß haben und einen ersten Einblick ins Rollerfahren gewinnen!

Vorbereitung und Aufbau

Kurz vor der großen Pause, um 11:30 Uhr, fährt das UKH RollerKIDS-Mobil vor und Madeleine Arndt von CITY SKATE sorgt erstmal für das Entladen von Roller & Co.

Roller, Scooter, Rampen, Wippen, Helme; auch Lernplakate mit Übungsanleitungen sind dabei. Doch da klingelt es schon zur Pause und jede Menge Grundschüler stürmen neugierig heran und möchten wissen, was wir denn hier machen. Begeistert rufen die Kinder durcheinander: „Oh toll, Rollerfahren!“, „Ich habe auch einen Roller zu Hause!“ oder „Schau mal, ich hab‘ auch meinen Helm dabei!“

Doch heute ist es die 1. Klasse von Maria Schramm, die an einem Scooter-Training teilnehmen darf. Eben noch beim Schwimmunterricht, dürfen die Kleinsten jetzt noch einmal ihre Kleidung wechseln, Turnschuhe anziehen und Fahrradhelm aufsetzen. Aber natürlich erst nachdem sie fleißig dabei geholfen haben, Roller und Hilfsmittel in die Turnhalle zu bringen.

Safety First!

Nachdem der Parcours mit Hütchen, Rampen & Co. aufgebaut und die Kinder sowohl Roller als auch Helm richtig eingestellt haben, geht‘s dann auch schon los. „Bitte alle mal um mich herum im Kreis sammeln“, ruft Madeleine Arndt von CITY SKATE den 24 Schulanfängerinnen und Schulanfängern zu. Neugierig lauschen die Kleinen, was ihnen ihre Trainerin zum Umgang mit Roller, Helm und Sicherheit erzählt.

„Beim Rollerfahren müsst ihr einen Helm tragen, um euren Kopf zu schützen,“ erklärt Madeleine Arndt. „Genauso wie beim Fahrradfahren auch. Und dabei ist es nicht nur wichtig, einen coolen, bunten Helm auf dem Kopf zu haben, er muss vor allem richtig sitzen und eingestellt sein.“

Ein weiterer wichtiger Punkt sei, den Lenker auf etwa Bauchnabelhöhe einzustellen, damit man sich bei eventuellen Stürzen nicht verletzt. Und, nicht vergessen: „Wenn es regnet, müsst ihr besonders vorsichtig sein, denn da braucht man beim Bremsen viel länger, um stehen zu bleiben!“

Auf die Roller, fertig, los!

Aufgeregt stürmen die Kids zu ihren kleinen Tretrollern. In den nächsten 60 Minuten dreht sich alles um Geschicklichkeitsübungen und Spiele mit dem Roller. Die Trainerin gibt der Gruppe Anweisungen, z. B.: „Stoßt euch jetzt nur mit dem rechten Fuß ab. Und jetzt nur mit dem linken!“ Lachend flitzen die Kleinen kreuz und quer durch die Turnhalle. „Achtung, jetzt werden wir alle zu Piraten,“ ruft Madeleine Arndt. „Haltet euch ein Auge beim Fahren zu und greift den Lenker in der Mitte!“

Vom richtigen Stoppen, der sichersten Bremstechnik über Slalomfahren und Ausweichen: heute lernen die Kinder mit ganz viel Spaß und lustigen Spielen wie etwa „Mückenplage“ oder „Ochs am Berg“ das Rollerfahren richtig kennen.

„Es ist ganz wichtig, immer aufmerksam zu sein,“ erklärt Madeleine Arndt. „Hindernisse wie Fußgänger oder offene Autotüren tauchen oft plötzlich auf. Eine schnelle Reaktion ist in solchen Situationen enorm wichtig.“

Das RollerKIDS-Mobil

Und schwupps, da ist die Stunde auch schon wieder vorbei. Auch wenn die meisten Kinder gerne noch weiter gemacht hätten, für den Anfang reicht eine Stunde. Einige Kinder sind allerdings auch schon recht müde. Kein Wunder, erst Schwimmen und dann noch Rollerfahren. Bewegung par excellence!

Doch das UKH RollerKIDS-Mobil bleibt ja zum Glück noch die ganze Woche an der Schule, so dass das komplette Equipment weiterhin genutzt werden kann – ob im Sportunterricht, in Bewegungsstunden oder in der Nachmittagsbetreuung. Roll on, kids!

Madeleine Arndt: „Die Kinder werden mit modernen und attraktiven Bewegungsformen aktiviert, zu einer aktiveren Freizeitgestaltung motiviert und für Gefahren im Straßenverkehr sensibilisiert.“

 

inform Ausgabe 2/2017 

Das Projekt RollerKIDS

Um die Verkehrssicherheit praxisnah und nachhaltig zu schulen, veranstaltet die Unfallkasse Hessen in Kooperation mit CITY SKATE Scooter-Training-Workshops an hessischen Schulen. Das RollerKIDS-Mobil der UKH tourt dabei durch hessische Grundschulen und Kitas. Hierbei bleibt das RollerKIDS-Mobil eine Woche vor Ort an der Schule. So wird spielerisch und ohne Leistungsdruck Bewegungsfreude vermittelt und die Koordination trainiert.

„UKH RollerKIDS“ unterstützt Grundschulen dabei, das Rollerfahren als ein modernes Bewegungskonzept einfach umzusetzen. „Die Schüler*innen werden mit attraktiven Bewegungsformen aus ihrer Erlebenswelt aktiviert,“ erklärt UKH Wegeunfallexperte Rainer Knittel. „Dazu gehört auch das Erlernen wichtiger Fertigkeiten wie Abstoppen und Ausweichen sowie das Kennenlernen der eigenen Fähigkeiten und Grenzen – für mehr Bewegungssicherheit, auch im Straßenverkehr.“ Seit 2013 haben bereits über 100 hessische Schulen an dem Programm teilgenommen und das Rollerfahren nachhaltig im Schulkonzept integriert.

Motorische Fähigkeiten bei Kindern gehen zurück

Im Schuljahr 2015/2016 gab es in Hessen 5.068 Schulwegeunfälle in der Altersstufe der 5- bis 10-Jährigen (Stand Oktober 2016). Um solche Unfälle zu vermeiden, bietet die UKH in Kooperation mit verschiedenen Partnern Projekte zur Verkehrserziehung an.

Mit dem Projekt „RollerKIDS“ möchte die UKH dazu beitragen, die Bewegungs- und Verkehrssicherheit von Schulkindern zu verbessern und den Spaß an Bewegung zu fördern.

Achtung, fertig, los! Im Slalomparcours üben die Kinder Kurvenfahren und sicheres Ausweichen.

Das UKH RollerKIDS-Mobil tourt durch hessische Grundschulen und Kitas. (Bild: City Skate)

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Autor/Interviewer: Yvonne Klöpping, E-Mail: y.kloepping@ukh.de