Twitter Facebook Instagram Youtube Xing RSS Snapchat LinkedIn
inform ukh
Datum: Kategorie(n): Sicherheit · Versicherungsschutz · Gesundheit · Leistungen UKH · Drucken

Aktuelles: Das ändert sich bei Berufskrankheiten ab 2021

Zum 1. Januar 2021 treten verschiedene Änderungen im Berufskrankheitenrecht in Kraft. Grundlage ist ein Beschluss des Deutschen Bundestags von Mai 2020. Die wohl wichtigste Änderung: Der Unterlassungszwang fällt weg, also die Verpflichtung für die Betroffenen, die krankmachende Arbeit aufzugeben, damit eine Berufskrankheit überhaupt anerkannt werden kann.

Wann ist eine Erkrankung eine Berufskrankheit?

Berufskrankheiten sind Krankheiten, die sich ein Arbeitnehmer durch seine berufliche Tätigkeit zuzieht und die entweder in der Berufskrankheiten-Verordnung verzeichnet oder die nach neuen medizinischen Erkenntnissen durch den Beruf verursacht sind.
[mehr +]
Berufskrankheiten
sind

  • in der Berufskrankheitenliste aufgeführte Krankheiten,
  • die durch besondere Einwirkungen verursacht sind
  • und denen bestimmte Personengruppen durch ihre Arbeit in erheblich höherem Maß als die übrige Bevölkerung ausgesetzt sind.

Zu ihnen zählen unter anderem diese häufigen Erkrankungen:

  • beruflich bedingte Hauterkrankungen
  • Lärmschwerhörigkeit
  • asbestbedingter Lungenkrebs.

Berufsgenossenschaften und Unfallkassen übernehmen bei anerkannten Berufskrankheiten sind Krankheiten, die sich ein Arbeitnehmer durch seine berufliche Tätigkeit zuzieht und die entweder in der Berufskrankheiten-Verordnung verzeichnet oder die nach neuen medizinischen Erkenntnissen durch den Beruf verursacht sind.
[mehr +]
Berufskrankheiten
die Kosten für Heilbehandlung, Rehabilitation und Entschädigung.

Neu ab 2021: Wegfall des Unterlassungszwangs – weiterarbeiten trotz Erkrankung!

Bisher konnten einige Berufskrankheiten sind Krankheiten, die sich ein Arbeitnehmer durch seine berufliche Tätigkeit zuzieht und die entweder in der Berufskrankheiten-Verordnung verzeichnet oder die nach neuen medizinischen Erkenntnissen durch den Beruf verursacht sind.
[mehr +]
Berufskrankheiten
nur anerkannt werden, wenn Betroffene die Tätigkeit aufgaben, die zur Erkrankung geführt hatte. Dazu gehören Haut-, Atemwegs- und Bandscheibenerkrankungen. Diese Voraussetzung zur Anerkennung als Berufskrankheit fällt ab Januar 2021 weg. Der Unterlassungszwang stellte für viele Betroffene eine schwer zu meisternde, manchmal unmögliche Hürde dar. Sie liebten ihren Beruf, hatten vielleicht nichts anderes gelernt, mussten ihr Einkommen und den Lebensunterhalt für die Familie sichern. Die Berufsaufgabe war für viele Erkrankte keine realistische Option, trotz der krankmachenden Tätigkeiten, die sie bei der Arbeit verrichten mussten. Und auch trotz der gesetzlich vorgesehenen Unterstützungsangebote von Unfallkassen und Berufsgenossenschaften. Zum Repertoire der Hilfen gehören unter anderem individuelle Umschulungen, Aus- und Weiterbildungen, Übergangsgelder und sogar finanzielle Eingliederungshilfen für Arbeitgebende, um den Einstieg in den neuen Beruf zu erleichtern. Diese Zwickmühle wurde mit dem siebten SGB-IV-Änderungsgesetz beseitigt.

Die Alternative: Vorbeugen, um im Beruf gesund zu bleiben!

Berufsgenossenschaften und Unfallkassen bauen nun ihre Präventionsangebote für betroffene Versicherte aus. Sie beraten die Betroffenen und bieten ihnen gegebenenfalls „individualpräventive Maßnahmen“ an. Das kann zum Beispiel ein Hautschutzseminar sein oder ein gezieltes, berufsspezifisches Rückentraining. Diese Maßnahmen sollen dazu dienen, einer Entstehung, Verschlimmerung oder dem erneuten Ausbruch der jeweiligen Berufskrankheit entgegenzuwirken.

Rückwirkungsregelung: Ansprüche ab 1997 werden geprüft!

Und noch eine gute Nachricht: Der Wegfall des Unterlassungszwangs wirkt sich auch auf vergangene Fälle aus. Unfallkassen und Berufsgenossenschaften ermitteln von sich aus rückwirkend alle gemeldeten Fälle bis 1997.

Die rückwirkende Prüfung

  • Welche Fälle gibt es, in denen es aus medizinischer Sicht notwendig gewesen wäre, die krankheitsverursachende Tätigkeit aufzugeben, die Versicherten selbst ihre Tätigkeit aber nicht aufgeben wollten?
  • Besteht die in der Vergangenheit festgestellte Erkrankung auch über den 01.01.2021 hinaus? Sie kann ab diesem Zeitpunkt als Berufskrankheit anerkannt werden. Leistungsansprüche, die sich daraus ergeben können, werden gesondert geprüft.

Auch Versicherte, bei denen in der Vergangenheit keine medizinische Notwendigkeit zur Berufsaufgabe bestand, können ihren Fall noch einmal prüfen lassen. Hervorheben Ende.

Wie werden krankmachende berufliche Einwirkungen ermittelt?

Die Anerkennung einer Berufskrankheit setzt voraus, dass Versicherte bei der Arbeit schädigenden Einwirkungen ausgesetzt waren. Bei asbestbedingtem Krebs muss zum Beispiel nachgewiesen sein, dass bei der Arbeit Asbestfasern freigesetzt wurden, die die Erkrankten eingeatmet haben. Bei der Prüfung dieser besonderen Einwirkungen werden nicht nur die infrage kommenden konkreten Arbeitsplätze, sondern auch Erkenntnisse, die an vergleichbaren Arbeitsplätzen oder zu vergleichbaren Tätigkeiten gewonnen wurden, berücksichtigt. Dies ist dann besonders wichtig, wenn die konkreten Arbeitsplätze nicht mehr existieren.

Neu und zeitsparend ist, dass Berufsgenossenschaften und Unfallkassen Daten nun trägerübergreifend nutzen können, um Erkenntnisse über Belastungen an vergleichbaren Arbeitsplätzen zu bündeln.

Hintergrund: Berufskrankheiten sind Krankheiten, die sich ein Arbeitnehmer durch seine berufliche Tätigkeit zuzieht und die entweder in der Berufskrankheiten-Verordnung verzeichnet oder die nach neuen medizinischen Erkenntnissen durch den Beruf verursacht sind.
[mehr +]
Berufskrankheiten
mit Unterlassungszwang

Der sogenannte Unterlassungszwang besteht bei insgesamt neun Berufskrankheiten sind Krankheiten, die sich ein Arbeitnehmer durch seine berufliche Tätigkeit zuzieht und die entweder in der Berufskrankheiten-Verordnung verzeichnet oder die nach neuen medizinischen Erkenntnissen durch den Beruf verursacht sind.
[mehr +]
Berufskrankheiten
. Dies sind:

  1. Erkrankungen durch Isocyanate (BK 1315)
  2. Erkrankungen der Sehnenscheiden oder des Sehnengleitgewebes sowie der Sehnen- oder Muskelansätze (BK 2101)
  3. Vibrationsbedingte Durchblutungsstörungen an den Händen (BK 2104)
  4. Bandscheibenbedingte Erkrankungen der Lendenwirbelsäule durch langjähriges Heben oder Tragen schwerer Lasten oder durch langjährige Tätigkeiten in extremer Rumpfbeugehaltung (BK 2108
  5. Bandscheibenbedingte Erkrankungen der Halswirbelsäule durch langjähriges Tragen schwerer Lasten auf der Schulter (2109)
  6. Bandscheibenbedingte Erkrankungen der Lendenwirbelsäule durch Ganzkörperschwingungen (BK 2110)
  7. Durch allergisierende Stoffe verursachte obstruktive Atemwegserkrankungen (BK 4301)
  8. Durch chemisch-irritativ oder toxisch wirkende Stoffe verursachte obstruktive Atemwegserkrankungen (BK 4302)
  9. Hauterkrankungen (BK 5101) 

Bei einer anerkannten BK „Hautkrebs“ kümmern wir uns auch um die medizinische Vorsorge. Bild: ©Adobe Stock, Africa Studio

Datum: Kategorie(n): Sicherheit · Versicherungsschutz · Gesundheit · Leistungen UKH · Drucken
Autor/Interviewer: Sabine Longerich, E-Mail: s.longerich@ukh.de