Twitter Facebook Instagram Youtube Xing RSS Snapchat LinkedIn
inform ukh
Datum: Kategorie(n): Sicherheit · Versicherungsschutz · Bewegung & Sport · Gesundheit · Versicherungsschutz · Kommunale Betriebe · Drucken

Betriebssport fördert Gesundheit und Teamgeist

Nach der Arbeit gemeinsam sporteln, neue Sportarten ausprobieren, Kolleginnen und Kollegen aus anderen Abteilungen kennenlernen, den Zusammenhalt stärken: Dafür steht die Betriebssportgruppe der Kreisverwaltung Vogelsbergkreis — ein positives Beispiel für die langfristige Umsetzung eines gelungenen betrieblichen Gesundheitsmanagements.

Seit November 2011 trifft sich die Betriebssportgruppe, die ehrenamtlich organisiert wird, einmal in der Woche zum gemeinsamen Sporttreiben in Lauterbach, in der Regel am Montagabend nach der Arbeit. Im Sommer auf dem Sportplatz, um das Sportabzeichen abzulegen, und im Winter in der Sporthalle einer nahegelegenen Schule. „Es ist ein bisschen so wie früher im Schulsport“, sagt Marcus Weitzel, Gründungsmitglied und Organisator der Betriebssportgruppe. „Wir probieren alle möglichen Sportarten wie etwa Basketball, Badminton, Schleuderball oder Step-Aerobic aus.“

Organisation

Doch es ist gar nicht so leicht, alle 800 Beschäftigten der Kreisverwaltung für den Arbeits- und Gesundheitsschutz zu erreichen. Denn der Landkreis auf dem größten Vulkanfeld Mitteleuropas ist ein ländlich strukturierter Kreis und die zwei Dezernate mit ihren 13 Ämtern befinden sich an mehreren Standorten in zwei Städten – in der Kreisstadt Lauterbach und in Alsfeld. „Die Vernetzung ist daher nicht ganz so einfach wie vielleicht in einer Kreisverwaltung, die alle Fachämter unter einem Dach vereint“, sagt Ulrich Schäfer, Amtsleiter Haupt- und Personalamt.

Dr. Jens Mischak, Erster Kreisbeigeordneter und Gesundheitsdezernent, fügt hinzu: „Wir sind – was die Einwohnerdichte angeht – der am dünnsten besiedelte Kreis in ganz Hessen, mit 74 Einwohnern pro km². Es gibt keinen anderen Landkreis, der eine geringere Einwohnerdichte hat.“

 

Teilnehmerstimmen

Matthias Röse ist seit 2011 dabei. Er gehört zu den Gründungsmitgliedern und kümmert sich zusammen mit Marcus Weitzel, Desiree Schäfer und Sonja Hartmann um die Organisation der Betriebssportgruppe. „Wir hatten damals die Idee, uns einfach mal zum Sporttreiben zu treffen. Daraus ist dann die Betriebssportgruppe entstanden. Ich finde es gut, dass wir uns direkt im Anschluss an die Arbeit treffen. Denn wenn man erst einmal zu Hause ist, rafft man sich oft nicht mehr auf. Und wir sind einfach eine nette Truppe, man versteht sich gut.“

Sonja Hartmann ist durch ihre Zimmerkollegin Desiree Schäfer zur Betriebssportgruppe gekommen. „Ich fand die Idee prima und es hat mir sofort Spaß gemacht. Oft kommt man ja nach der Arbeit nach Hause, erledigt verschiedene Dinge und findet dann nicht mehr wirklich die Zeit, um Sport zu machen. Hier kann ich das Auto stehen lassen, laufe zur Sporthalle und komme auch nochmal an die frische Luft. Und es macht unwahrscheinlich viel Spaß, mit anderen zusammen Sport zu machen. Ich habe mit der Betriebssportgruppe schon Sportarten gemacht, die ich vorher überhaupt nicht kannte, z. B. Schleuderball.“

Desiree Schäfer ist 2016 mit dem Sportabzeichen in die Betriebssportgruppe gestartet. „Schön ist, dass das Angebot kostenfrei ist und ich hingehen kann, wann ich möchte. In einem Fitnessstudio bezahlt man einen Betrag und fühlt sich dann gezwungen, hinzugehen … Außerdem kann man Arbeitskollegen kennenlernen, die man sonst vielleicht nur vom Telefon kennt. Das stärkt auch das Miteinander. Der Sport macht Spaß und ist ein guter Ausgleich zur sitzenden Arbeit am PC. Am meisten Spaß in der Halle machen mir Badminton, Basketball oder auch Step-Aerobic. Da kann ich mich so richtig auspowern.“

Sponsoring

Die Teilnahme an der Betriebssportgruppe ist kostenfrei und die Sporthalle und auch der Sportplatz werden kostenlos zur Verfügung gestellt. „Wenn wir Anschaffungen brauchen, dann läuft das meist über Spenden. Große Unterstützung haben wir bisher schon durch die Sparkasse erhalten“, freut sich Marcus Weitzel. „Einmal hat sie 31 T-Shirts gesponsert und wir haben auch über den Sportabzeichen-Wettbewerb, den die Sparkasse regelmäßig veranstaltet, zweimal Geld gewonnen. Davon finanzieren wir dann kleinere Sportgeräte wie eine Slackline oder Schleuderbälle fürs Sportabzeichen.“

Sportabzeichen

Das Ablegen des Sportabzeichens ist eine Auszeichnung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). Jedes Jahr findet ein Wettbewerb der Sparkasse statt. Vereine und Schulen, aber auch lokale Arbeitgeber machen mit. „Ich war jetzt nicht unbedingt der Sportlichste“, sagt Matthias Röse. „Daher war es für mich ein großer Anreiz, das Sportabzeichen noch mal zu schaffen und ich habe es im ersten Jahr auch in Bronze geschafft. Danach konnte ich mich sogar auf Silber verbessern.“

Für ihr ehrenamtliches Engagement hat die Betriebssportgruppe in der Vergangenheit schon mehrere Preise der Sparkasse Oberhessen erhalten. „Wir sind allerdings keine Leistungssportgruppe“, betont Marcus Weitzel. „Bei uns geht es in erster Linie um das Zusammensein der Kolleginnen und Kollegen, das Miteinander und natürlich um die Bewegung.“

Aktionen der Betriebssportgruppe

Die Betriebssportgruppe organisiert außerdem ab und zu verschiedene Aktionen wie Firmenläufe, Bowlingtage, Schnuppergolfen, Kanutouren, Klettern oder Eisstockschießen. „Die externen Aktionen werden in der Regel noch deutlich besser angenommen als der regelmäßige Sport“, erklärt Marcus Weitzel. „Dinge wie Eisstockschießen macht man ja auch nicht ständig. Wir öffnen die Aktionen immer für das ganze Haus und wer möchte, kann sich anmelden. Auch am Fußballturnier der hessischen Landratsämter, das einmal im Jahr auf dem Hessentag stattfindet, nehmen wir immer teil.“

Durch externe Aktionen wird die Gruppe innerhalb der Verwaltung besser wahrgenommen. „Wenn man sich abends in der Sporthalle trifft, bekommt das ja niemand mit,“ sagt Ulrich Schäfer. „Aber diese besonderen Aktionen werden wahrgenommen. Es sind auch außergewöhnliche Sachen dabei, die man auf diese Weise einfach ausprobieren kann.“

Dr. Jens Mischak: „Gerade die Firmenläufe demonstrieren die Zusammengehörigkeit nach außen hin. Wenn man gemeinsam in den Trikots aufläuft, fallen wir auf und das macht Spaß.“

Ausblick

Da die Teilnehmerzahl derzeit etwas abnimmt, möchte sich die Betriebssportgruppe neu aufstellen. So könnten künftig Abteilungen für verschiedene Sportarten gegründet werden. „Hierzu haben wir eine Umfrage im Haus durchgeführt und die Kolleginnen und Kollegen nach dem präferierten Wochentag gefragt, nach der Uhrzeit und ob sie in der Betriebssportgruppe verschiedene Sportarten ausprobieren möchten oder sich lieber auf ein Angebot festlegen wollen“, erklärt Marcus Weitzel. „Momentan sieht es so aus, als würden wir in Richtung Badminton gehen. Auch für Step-Aerobic gab es sehr viele Stimmen. Ich hoffe, dass wir durch eine Spezialisierung auf ein oder zwei Sportarten auch mehr Teilnehmer gewinnen können.“

Fortbildungsangebote

Auch können die Beschäftigten der Kreisverwaltung verschiedene Fortbildungsangebote zum Thema Gesundheit am Arbeitsplatz wahrnehmen. Hierzu zählt alles, was in den Rahmen des Gesundheitsmanagements fällt, wie Wirbelsäulengymnastik, Feldenkrais, Stretching und Entspannung, Yoga etc. „Die Bediensteten müssen nur die Hälfte ihrer Arbeitszeit für den Kurs zur Verfügung stellen und die Hälfte der Kosten tragen“, sagt Ute Krummeich, stellv. Sachgebietsleitung Organisation und zuständig für den Gesundheits- und Arbeitsschutz. „Die andere Hälfte übernimmt der Kreis. Die Kurse finden teilweise in der Mittagszeit statt, damit auch Teilzeitkräfte die Möglichkeit der Teilnahme haben. Außerdem gibt es Veranstaltungen im Bereich Work-Life-Balance und Vorträge, z. B. ‚Iss dich fit‘ oder ‚Kein Stress mit dem Stress‘. Hierbei wird auch eng mit vielen Krankenkassen zusammengearbeitet.“

„Natürlich ist es auch eine Wertschätzung der Beschäftigten, dass die Dienststelle Gesundheitskurse anbietet“, ergänzt Ulrich Schäfer. „Sicherlich kann auch die eine oder andere Krankheit durch Sport oder ein Gesundheitsseminar vermieden oder verbessert werden. Rückenerkrankungen z. B. sind in der Verwaltung ja keine Seltenheit und ein Rückenkurs kann da sicher weiterhelfen. Auch bei psychischen Erkrankungen ist Sport sicherlich hilfreich. Zwar brauchen wir auch heute noch ein gewisses Maß an Stress, aber wir müssen den Stress auch wieder abbauen können. Und Sport kann sehr gut dabei helfen.“

Gesundheitstag

Zusätzlich findet alle zwei Jahre ein Gesundheitstag in der Kreisverwaltung am Standort Lauterbach statt. An diesem Tag stehen Info- und Mitmachstände, Vorträge zu Atem und Achtsamkeit, Schnupperkurse zu Pilates-Training oder Progressive Muskelentspannung auf dem Programm. Nachmittags werden Schnupperkurse wie Step-Aerobic, funktionelles Training oder Faszientraining in einer nahegelegenen Schule angeboten. „Hier ist auch die UKH immer mit verschiedenen Aktionen sehr engagiert dabei“, sagt Ute Krummeich. „Der nächste Gesundheitstag ist für Sommer 2020 geplant. Wir freuen uns schon wieder auf die Unterstützung der UKH und die vielen tolle Aktionen!“

 

inform Ausgabe 4/2018

Die Betriebssportgruppe der Kreisverwaltung Vogelsbergkreis hat für ihr ehrenamtliches Engagement schon mehrere Preise der Sparkasse Oberhessen erhalten. Foto: Jürgen Kornaker für Unfallkasse Hessen

Im Sommer wird fürs Sportabzeichen trainiert. Foto: Kreisverwaltung Vogelsberg

Die Betriebssportgruppe bietet den Teilnehmer*innen Abwechslung: Mal wird Basketball oder Badminton gespielt...

...an anderen Tagen finden Kurse wie Step- Aerobic oder Yoga statt. Fotos: Kreisverwaltung Vogelsbergkreis

Am Gesundheitstag können verschieden Aktivitäten wie Slackline ausprobiert werden (links): Besondere Aktionen wie Klettern sind bei der Belegschaft besonders beliebt (rechts). Fotos: Kreisverwaltung Vogelsberg

Dr. Jens Mischak: "Gerade die Firmenläufe demonstrieren die Zusammengehörigkeit nach außen hin." Foto: Jürgen Kornaker für Unfallkasse Hessen

Datum: Kategorie(n): Sicherheit · Versicherungsschutz · Bewegung & Sport · Gesundheit · Versicherungsschutz · Kommunale Betriebe · Drucken
Autor/Interviewer: Yvonne Klöpping, E-Mail: y.kloepping@ukh.de