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Datum: Kategorie(n): Schule · Ehrenamt · Sicherheit · Erste Hilfe/Schulsanitätsdienst · Drucken

Die Supersanis aus Bad Nauheim

Am 2. Juli 2016 fand zum zweiten Mal der Hessische Schulsanitätstag der Unfallkasse Hessen in Kooperation mit der Feuerwehr Frankfurt, der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik Frankfurt und dem Jugendrotkreuz Hessen statt. Die Schul-Sanis der Sankt-Lioba-Schule konnten in allen Aufgabenkategorien Bestleistungen erbringen und belegten den 1. Platz.

Das sind wir!

Die Sankt-Lioba-Schule in Bad Nauheim ist ein staatlich anerkanntes Gymnasium in katholischer Trägerschaft des Bistums Mainz. Sie wurde 1929 als eines der ersten Mädchengymnasien Deutschlands gegründet und ist heute tägliches Teilzeit-Zuhause von fast 1.000 Schülern unter der Leitung von Herrn Marohn. An unserer Schule wird Wert auf eine ganzheitliche Erziehung aus christlichem Menschen- und Weltverständnis gelegt.

Unser Schulsanitätsdienst

Seit 1996 gliedert sich in dieses Schulkonzept der Schulsanitätsdienst (SSD) ein. Betreut wird er von Volker Kapitzke, der früher als Rettungsassistent tätig war und so die nötige Erfahrung in der Notfallmedizin mitbringt.

Heute sind ca. 40 Schüler aus den Klassen zehn bis zwölf im SSD aktiv und jeden Tag einsatzbereit. Zu Beginn des Monats wird von der Leitung, das sind drei bis vier erfahrene Schüler, der „Saniplan“ erstellt, der die Sanitäter jeden Tag auf vier Leisten verteilt, so dass immer vier Sanitäter einsatzbereit sind. Jeweils zwei Sanitäter sind täglich seit Neuestem auch in der Pausenaufsicht eingesetzt, um allen Schülern die Benutzung des Schulparks zu ermöglichen. Hierdurch hat der SSD eine neue, sehr verantwortungsvolle Aufgabe dazugewonnen.

Nachdem alle Schüler in der neunten Klasse ihren Erste-Hilfe-Kurs absolviert haben, kann theoretisch jeder, der sich für die Notfallmedizin interessiert und anderen helfen möchte, bei uns einsteigen. Danach wird die weitere Ausbildung von den Johannitern übernommen. Alle neuen Sanitäter müssen zusätzlich einen 40-stündigen Sanitätshelfer-Lehrgang mit abschließender theoretischer sowie praktischer Prüfung absolvieren. Dieser Lehrgang qualifiziert sie als vollwertige Schulsanitäter, die auch eigenständig Einsätze leiten können. Regelmäßige Fortbildungen bei den Johannitern wahren die hohen Qualitätsstandards unseres Schulsanitätsdienstes. Zusätzlich sind viele von uns auch ehrenamtlich bei den Johannitern beschäftigt, unter anderem in einer RUD-Gruppe (Realistische Unfall-Darstellung).

Auch für die Lehrer steht Erste Hilfe nennt man die Erstversorgung eines Verletzten, bevor ärztliche Hilfe wirksam wird.
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Erste Hilfe
auf dem Stundenplan

Eine wichtige Ergänzung zur flächendeckenden Notfallausbildung an der Schule: Alle zwei Jahre durchlaufen auch viele Lehrer einen Erste-Hilfe-Kurs.

Unser Alltag

Mathematikunterricht – Schüler grübeln über ihren Heften. In die Stille platzt plötzlich die viel zu laute Piepton-Melodie eines Handys, was in der Klasse augenblicklich eine Welle von „Kuchen!“-Rufen auslöst. Aber statt einer Entschuldigung springt der Handybesitzer auf und verlässt fluchtartig den Raum, statt verwunderter Blicke geht ein enttäuschtes Seufzen durch die Klasse: kein Kuchen heute, und der Lehrer fährt fort, als wäre nichts geschehen. Nein, dies ist keine Szene aus einem Teenager-Superhelden-Film, sondern der ganz normale Alltag der besten Schulsanitäter in Hessen!

Können und Fachwissen sind „amtlich“ bestätigt

Unser Können und Fachwissen konnte eine kleine Gruppe von uns bei zwei Wettbewerben beweisen. Zum einen beim Landeswettbewerb der Johanniter in Speyer: Hier konnte die Sankt-Lioba-Schule unter Schulsanitätern und Sanitätergruppen der Johanniter aus Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland einen glücklichen 3. Platz belegen. Zum anderen waren wir beim Hessischen Schul-sanitätstag der UKH erfolgreich und dürfen uns nun stolz die besten Schulsanitäter Hessens nennen, nachdem wir uns gegen zehn andere Mannschaften aus dem ganzen Bundesland durchgesetzt hatten. Damit verbesserten wir das Ergebnis unserer Vorgänger, die 2008 schon Vize-Super-Sanis geworden waren!

Gut, dass es uns gibt!

In unserer Schule wird der SSD geschätzt, denn jeder Hilfsbedürftige freut sich über ein Kühlpack oder ein Pflaster. Auch bei größeren Verletzungen strahlen die Sanitäter Sicherheit aus.

Allein wegen des enormen Spaß- und Sicherheitsfaktors sollte jede Schule ernsthaft über die Gründung eines Schulsanitätsdienstes nachdenken. Die Schüler erlernen praktische Fertigkeiten und haben die Möglichkeit, sich in der Schule und darüber hinaus sozial zu engagieren.

Wie wichtig der Schulsanitätsdienst ist, erklärt Volker Kapitzke anhand einer Situation, die sich vor gut 13 Jahren ereignete:

„Ein Lehrer wurde kurz vor Unterrichtsbeginn im Außengelände der Schule mit Herzstillstand von einem Schulsanitäter gefunden und erfolgreich reanimiert. Nach der Genesung konnte der beliebte Lehrer wieder voll unterrichten, ging dann aber einige Jahre später in Pension. Ohne die sofortige Hilfe wäre er heute nicht mehr am Leben!“

 

inform Ausgabe 1/2017

O-Töne der Super-Sanis:

  • Tom Heppe: „Der SSD bringt uns zahlreiche Vorteile. Neben der Bemerkung im Zeugnis lernen wir erstens viel Fachwissen im Bereich der Notfallmedizin und Patientenversorgung, zweitens aber beweisen wir zahlreiche soziale Kompetenzen und ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein.“
  • Kai Kloberdanz: „Für mich ist der SSD eine tolle Möglichkeit, in der Schulgemeinschaft zu helfen und mich zu engagieren. Man sammelt wichtige Erfahrungen, die auch im weiteren Leben hilfreich sind.“
  • Florian Siebrecht (Ausbilder der Johanniter): „Ein Schulsanitäter muss Verantwortungsbewusstsein mitbringen. Er muss Situationen bereits im ersten Moment richtig einschätzen können.“

Die glücklichen Gewinner der Sankt-Lioba-Schule mit Oliver Heise (UKH, links) und ihrem Betreuer Volker Kapitzke (rechts)

Regelmäßige Fortbildungen und Übungen sind ein Muss! (Foto: © Corinna Weigelt )

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Autor/Interviewer: Die Sanis vom Schulsanitätsdienst der Sankt-Lioba-Schule,