Twitter Facebook Instagram Youtube Xing RSS Snapchat LinkedIn
inform ukh
Datum: Kategorie(n): Schule · Wegeunfälle · Versicherungsschutz · Präventionskampagnen · Drucken

Junge Fahrer: Unfallrisiken im Straßenverkehr reduzieren

Viele junge Menschen fahren heute mit dem Auto oder Motorrad zur Schule oder Arbeit. Stress, Zeitdruck und eine zunehmende Verkehrsdichte erhöhen das Unfallrisiko ohnehin. Kritische Situationen, besonders für junge Menschen mit wenig Fahrpraxis und Erfahrung, sind die Folge. Mit der im letzten Jahr gestarteten Schwerpunktaktion zur Verkehrssicherheit möchte die Unfallkasse Hessen (UKH) die Unfallrisiken junger Menschen im Straßenverkehr reduzieren.

Unterrichts- und Seminarmaterial

Im Auftrag des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR) haben Experten für Verkehrssicherheit entsprechendes Unterrichts- und Seminarmaterial zusammengestellt, das sich für den Einsatz an Berufs- und weiterbildenden Schulen bestens eignet. Auch in diesem Jahr haben interessierte Schulen die Möglichkeit, mit dem Aktionsordner zu arbeiten. Petra Gallinger, Beauftragte für Verkehrssicherheit an den Beruflichen Schulen Biedenkopf, berichtet über ihre Arbeit mit dem kostenfrei von der Unfallkasse Hessen zur Verfügung gestellten Aktionsordner an ihrer Schule und lässt uns an ihren Erfahrungen teilhaben.

inform: Wie setzen Sie die Materialien an Ihrer Schule ein?

Petra Gallinger: Bislang erfolgte der Einsatz im Unterricht von drei Parallelklassen des zweiten Ausbildungsjahres im Metallbereich (Werkzeugmechaniker*innen, Maschinen- und Anlageführer*innen). Die drei Klassen sind unterschiedlich groß (elf bis maximal 24 Schüler*innen) und unterschiedlich zusammengesetzt. Allerdings überwiegt der Anteil von männlichen Jugendlichen, in deren Sozialisation und Alltag die Mobilität an sich sowie ein „cooles Fahrverhalten“ eine große Rolle spielt. Autounfälle mit überschlagenen Fahrzeugen „kommen vor“ und „gehören dazu“. Fast jedes Jahr gibt es schwerverletzte junge Fahrer, in den letzten Jahren jährlich ein bis drei Todesfälle unter den Schüler*innen oder Ehemaligen der Schule. Daher wählten wir die zehn Unterrichtseinheiten mit dem Titel „Emotionen und Motive“ aus. Alle teilnehmenden Klassen wurden in die Entscheidung des Halbjahresthemas einbezogen und entschieden sich nach der Vorstellung des Konzepts für „Junge Fahrer – aber sicher!“ Ich habe mich ziemlich eng an die inhaltlichen und methodischen Vorschläge sowie an die vorgegebene Reihenfolge gehalten. Allerdings ist die Unterrichtsreihe bisher in keiner Klasse abgeschlossen. Dies wird voraussichtlich zum Ende dieses Halbjahres der Fall sein.

inform: Inwieweit unterstützt das Material sinnvoll die Vorbereitung und Durchführung Ihres Unterrichts?

Petra Gallinger: Das Material unterstützt die Vorbereitung und Durchführung in zweifacher Weise. Zum einen geben die vorbereiteten Module eine sofort verwendbare Struktur mit anschaulichen Arbeitsblättern, eingängigen Präsentationen und guten Arbeitsanweisungen vor. Die Methodenmappe stellt zum anderen noch mal gesondert die benutzten Methoden dar, die sich so – abgekoppelt von den Inhalten – auch für andere Fragestellungen nutzen lassen. Damit ist das Material auch für weniger erfahrene Lehrkräfte/Teamer*innen/Referent*innen gut verwendbar.

inform: Welche Elemente der Materialien nutzen Sie besonders?

Petra Gallinger: Besonders hilfreich fand ich die Arbeitsblätter aus dem Ordner „Emotionen und Motive“, ebenso die Fragebögen für das Ketteninterview so-wie die elektronisch vorliegenden Medien, z.B. die Powerpoint-Präsentation zum Thema „Der Straßenverkehr ist ein System“. Allerdings finde ich auch die Poster und Arbeitsaufträge mit dem Titel „Alles im Griff?“ sehr gut. Sie sind sowohl für den kurzfristigen Einsatz im Unterricht als auch für Veranstaltungen zum Thema, wie Verkehrssicherheitstage, sehr gut geeignet.

inform: Wie schätzen Sie die Wirkung auf die Schüler*innen ein?

Petra Gallinger: Mit den meisten Themen können sich die überwiegend jungen Leute (17 bis 21 Jahre) gut identifizieren. Gerade die Einstiegsstunde zum Thema „Lebensentwürfe“ und wie sich diese beispielsweise durch einen Unfall verändern können, ist sehr ansprechend und weckt deren Empathie. Durch die vielfältigen Frage- und Problemstellungen, aber auch die differenzierten Aufgaben, wird das Reflexionsvermögen geschult, erlerntes Wissen aus der Fahrschule teilweise wiederholt, reaktiviert und in einzelne Aufgaben transferiert. Das Ziel, den eigenen Anteil an Situationen zu erkennen und das eigenverantwortliche Handeln in den Vordergrund der Lösung einer Situation, in einer vermeintlichen oder tatsächlichen Gefahrenlage zu stellen, steht bei einigen Stundenkonzepten klar im Zentrum. Hier fühlen sich die Schüler*innen als Verkehrsteilnehmende ernst genommen. Sie werden nicht nur als Fahranfänger*innen im „System Verkehr“, sondern als gleichwertige Mitglieder mit hoher Verantwortung angesehen. Diese Wertschätzung kommt gut an. Ob das Fahrverhalten durch den Unterricht tatsächlich beeinflusst wird, kann ich nicht beurteilen. Da aber viele der Verhaltensweisen noch nicht verfestigt sind, ist es sicher möglich und auch sinnvoll, im Rahmen der Einheit immer wieder anhand der Fallbeispiele und Fragestellungen eigene Haltungen zu überprüfen. Vermutlich lassen sich durch die Thematisierung und Sensibilisierung einige Gefahren in bestimmten Situationen vermeiden.

inform: Vervollständigen Sie bitte folgenden Satz: „Der Materialordner ‚Verkehrssicherheit für junge Menschen‘ ist für unsere Schule …

Petra Gallinger: … eine Bereicherung im Themenpool und Medienbestand und wird sicher in den nächsten Jahren noch häufig benutzt werden!“


Frau Gallinger, herzlichen Dank für Ihren Erfahrungsbericht und das Interview!


Begrenztes Kontingent

Wie im vergangenen Jahr sollen Schülerinnen und Schüler für die besonderen Risiken sensibilisiert werden. Die Unfallkasse Hessen stellt interessierten Schulen – als begrenztes Kontingent – den umfangreichen Aktionsordner „Verkehrssicherheit für junge Menschen“ kostenfrei zur Verfügung.

Umfangreiche Unterrichtsmaterialien

Der Aktionsordner (Digital und Print) enthält neben zahlreichen Begleitmaterialien einsatzbereite Medien für insgesamt zehn Unterrichtseinheiten (à 45 bis 90 Minuten) rund um das Thema Verkehrssicherheit. Großer Vorteil: Das Material ist für Lehrer und Ausbilder ohne intensive Vorbereitung direkt überall dort einsetzbar, wo sich Jugendliche zu Lerngruppen zusammenfinden: in Schulen der Sekundarstufe 2, in Berufsschulen sowie an Projekt- oder Aktionstagen. Alle Medien sind Dank des beigefügten Speichersticks auch elektronisch verfügbar.

Haben Sie Interesse?

Ihre verbindliche Anmeldung zum Programm senden Sie bitte bis spätestens 15. Juli 2016 an jungefahrer2016@ukh.de. Wir freuen uns auf Ihre Anmeldung!

Hinweis: Mit der Anmeldung ist die Zusage der teilnehmenden Schulen verbunden, bis spätestens 24. Februar 2017 einen Projektbericht zum Einsatz des Unterrichtsmaterials an ihrer Schule unter der oben genannten E-Mail-Adresse einzureichen. Ihr Ansprechpartner bei der UKH ist Rainer Knittel.

 

inform Ausgabe 2/2016

Petra Gallinger, Beauftragte für Verkehrssicherheit, mit Schülerinnen und Schülern der Beruflichen Schulen Biedenkopf.

Schülerinnen und Schüler werden für die besonderen Risiken sensibilisiert.

Datum: Kategorie(n): Schule · Wegeunfälle · Versicherungsschutz · Präventionskampagnen · Drucken
Autor/Interviewer: Rainer Knittel (069 29972-469), E-Mail: r.knittel@ukh.de