Twitter Facebook Instagram Youtube Xing RSS Snapchat LinkedIn
inform ukh
Datum: Kategorie(n): Leistungen UKH · Versicherungsschutz · Versicherungsschutz · Gesundheit · Drucken

Krank durch die Arbeit? Hintergrundwissen zum Berufskrankheitenrecht

Krank durch die Arbeit und keiner zahlt? Ist die Situation um die Anerkennung von Berufskrankheiten sind Krankheiten, die sich ein Arbeitnehmer durch seine berufliche Tätigkeit zuzieht und die entweder in der Berufskrankheiten-Verordnung verzeichnet oder die nach neuen medizinischen Erkenntnissen durch den Beruf verursacht sind.
[mehr +]
Berufskrankheiten
(BK) tatsächlich so schlimm, wie regelmäßig wiederkehrende Berichte in den Medien vermitteln wollen? Hier einige Antworten zu häufig gestellten Fragen.

Wahr ist, dass sich bundesweit im Vergleich zu den angezeigten Berufskrankheiten sind Krankheiten, die sich ein Arbeitnehmer durch seine berufliche Tätigkeit zuzieht und die entweder in der Berufskrankheiten-Verordnung verzeichnet oder die nach neuen medizinischen Erkenntnissen durch den Beruf verursacht sind.
[mehr +]
Berufskrankheiten
nur bei ca. der Hälfte der Fälle ein BK-Verdacht bestätigt. Unerkannt bleiben die Fälle, die gar nicht erst zur Anzeige kommen. Doch reicht oft ein rein vorsorglich geäußerter Verdacht eines Arztes oder einer Ärztin aus, um eine Anzeige auszulösen, etwa durch auffällige Untersuchungsbefunde. Von den im Jahr 2017 von den deutschen Unfallversicherungsträgern entschiedenen 77.330 Fällen hat sich bei 38.080 Fällen ein BK-Verdacht bestätigt.

In den übrigen 39.250 Fällen konnte der Verdacht einer BK von den Unfallversicherungsträgern auch nach eingehender Prüfung nicht bestätigt werden, weil beispielsweise kein Zusammenhang zwischen Einwirkung und Krankheitsbild oder keine sogenannte „Listen-BK“ vorlag. Was steckt im Einzelnen hinter diesen Fachbegriffen? Wir bringen Licht ins Dunkel.

Wann ist eine Erkrankung eine Berufskrankheit?

Eine Voraussetzung für die Anerkennung eines Arbeitsunfalls oder einer Berufskrankheit ist: Die berufliche Tätigkeit muss Ursache für den eingetretenen Gesundheitsschaden sein. Hier gilt das sogenannte Kausalitätsprinzip.

Die Anerkennung eines Unfalls als Ein Arbeitsunfall ist ein zeitlich begrenztes, von außen auf den Körper einwirkendes Ereignis, das zu einem Gesundheitsschaden oder zum Tod führt.
[mehr +]
Arbeitsunfall
fällt in aller Regel leicht, weil eindeutig abgegrenzt werden kann, ob sich der Unfall bei einer beruflichen Tätigkeit oder im privaten Bereich ereignet hat. Bei Berufskrankheiten sind Krankheiten, die sich ein Arbeitnehmer durch seine berufliche Tätigkeit zuzieht und die entweder in der Berufskrankheiten-Verordnung verzeichnet oder die nach neuen medizinischen Erkenntnissen durch den Beruf verursacht sind.
[mehr +]
Berufskrankheiten
dagegen sind nicht selten umfangreiche Ermittlungen durchzuführen, die weit in die Vergangenheit reichen können. Dies gilt insbesondere dann, wenn der Arbeitsplatz schon lange nicht mehr existiert oder die Ursache der Erkrankung viele Jahre zurückliegt, etwa beim Umgang mit Asbest.

Als Berufskrankheiten sind Krankheiten, die sich ein Arbeitnehmer durch seine berufliche Tätigkeit zuzieht und die entweder in der Berufskrankheiten-Verordnung verzeichnet oder die nach neuen medizinischen Erkenntnissen durch den Beruf verursacht sind.
[mehr +]
Berufskrankheiten
kommen zudem nur Erkrankungen in Frage, die nach den Erkenntnissen der medizinischen Wissenschaft durch besondere Einwirkungen verursacht sind, denen bestimmte Personengruppen durch ihre Arbeit in erheblich höherem Grade als die übrige Bevölkerung ausgesetzt sind. Hierbei hat sich Deutschland dem sogenannten Listenprinzip verschrieben.

Nach dem Gesetz gilt eine Erkrankung erst dann als BK, wenn sie in der Berufskrankheiten sind Krankheiten, die sich ein Arbeitnehmer durch seine berufliche Tätigkeit zuzieht und die entweder in der Berufskrankheiten-Verordnung verzeichnet oder die nach neuen medizinischen Erkenntnissen durch den Beruf verursacht sind.
[mehr +]
Berufskrankheiten
-Liste, einer Anlage zur Berufskrankheitenverordnung (BKV), aufgeführt ist. Das bedeutet, dass die Bundesregierung mit Zustimmung des Bundesrats in der BKV Berufskrankheiten sind Krankheiten, die sich ein Arbeitnehmer durch seine berufliche Tätigkeit zuzieht und die entweder in der Berufskrankheiten-Verordnung verzeichnet oder die nach neuen medizinischen Erkenntnissen durch den Beruf verursacht sind.
[mehr +]
Berufskrankheiten
„listet“, bei denen die genannten Voraussetzungen vorliegen. Die aktuelle BKV in der Fassung vom 10.07.2017 umfasst 80 Berufskrankheiten sind Krankheiten, die sich ein Arbeitnehmer durch seine berufliche Tätigkeit zuzieht und die entweder in der Berufskrankheiten-Verordnung verzeichnet oder die nach neuen medizinischen Erkenntnissen durch den Beruf verursacht sind.
[mehr +]
Berufskrankheiten
.

Ist eine Erkrankung nicht in dieser Liste verzeichnet oder erfüllt sie nicht die dort genannten Voraussetzungen, gibt es die Möglichkeit, in Einzelfällen eine Erkrankung „wie eine Berufskrankheit“ anzuerkennen. Dazu müssen allerdings neue Erkenntnisse der medizinischen Wissenschaft darüber vorliegen, dass eine bestimmte Personengruppe in erheblich höherem Maß als die übrige Bevölkerung durch ihre berufliche Tätigkeit den besonderen schädigenden Einwirkungen ausgesetzt ist. Die bloße Verursachung einer Krankheit durch die berufliche Tätigkeit allein reicht daher für die Anerkennung einer Berufskrankheit nicht aus.

Die sogenannten Volkskrankheiten, wie Muskel- und Skeletterkrankungen oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen, können deshalb nur bei Erfüllung dieser besonderen Voraussetzungen Berufskrankheiten sind Krankheiten, die sich ein Arbeitnehmer durch seine berufliche Tätigkeit zuzieht und die entweder in der Berufskrankheiten-Verordnung verzeichnet oder die nach neuen medizinischen Erkenntnissen durch den Beruf verursacht sind.
[mehr +]
Berufskrankheiten
sein.

Wie kommt eine Krankheit auf die BK-Liste?

Mit der Aufnahme einer Erkrankung in die BK-Liste ist mitunter ein „zähes Ringen“ um die forschungs- und studiengestützte wissenschaftliche Erkenntnis verbunden, wann Personen durch ihre berufliche Tätigkeit besonderen Einwirkungen ausgesetzt sind, und dies in erheblich höherem Grad als die übrige Bevölkerung. Die Bundesregierung als Verordnungsgeberin wird hierbei unterstützt bzw. beraten durch den ärztlichen Sachverständigenbeirat „Berufskrankheiten“, ein weisungsunabhängiges Gremium. Es wird berufen vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) und hat die Aufgabe, den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisstand zu sichten und zu bewerten, um bestehende, gelistete Berufskrankheiten sind Krankheiten, die sich ein Arbeitnehmer durch seine berufliche Tätigkeit zuzieht und die entweder in der Berufskrankheiten-Verordnung verzeichnet oder die nach neuen medizinischen Erkenntnissen durch den Beruf verursacht sind.
[mehr +]
Berufskrankheiten
zu aktualisieren und Empfehlungen zur Aufnahme einer neuen BK in die BKV auszusprechen. Der wesentliche Kern dieses ärztlichen Sachverständigenbeirats besteht aus zwölf Mitgliedern. Überwiegend sind es Hochschullehrer*innen mit der Fachrichtung Arbeitsmedizin – darunter je zwei Gewerbe- und Betriebsärzt*innen. Hinzu kommen vier ständige Berater/Gäste ohne Stimmrecht: zwei von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin und zwei von der gesetzlichen Unfallversicherung.

Was heißt das für die Anerkennungspraxis der UKH?

Der Gesetzgeber hat die Entschädigung für Berufskrankheiten sind Krankheiten, die sich ein Arbeitnehmer durch seine berufliche Tätigkeit zuzieht und die entweder in der Berufskrankheiten-Verordnung verzeichnet oder die nach neuen medizinischen Erkenntnissen durch den Beruf verursacht sind.
[mehr +]
Berufskrankheiten
also daran geknüpft, dass die Arbeit Ursache der Erkrankung ist. Die UKH darf somit nur dann leisten, wenn im konkreten Einzelfall die Anforderungen des Gesetzes erfüllt sind. In der Verwaltungspraxis stellt das unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor die Herausforderung, Erkrankungsfälle, die durch die Arbeit entstanden sind, nach objektiven und nachvollziehbaren Aspekten von solchen Krankheiten zu unterscheiden, die durch andere Faktoren (zum Beispiel Ernährung oder Umweltbelastungen) verursacht sind.

Dazu ein Beispiel: Gerade wenn die Arbeit schweres Heben und Tragen umfasst, können Rückenschmerzen als sehr belastend empfunden werden. Das bedeutet jedoch nicht, dass es einen ursächlichen Zusammenhang zwischen der beruflichen Tätigkeit und dem Schmerz geben muss. Tatsächlich zeigt die Alltagserfahrung, dass Rückenschmerzen sehr unterschiedliche Menschen treffen können – solche, die häufig körperlich schwer arbeiten, und solche, die dies selten tun. Auch die wissenschaftliche Forschung zeigt, dass die Entstehung von Rückenerkrankungen ein wesentlich komplexerer Sachverhalt ist, als es das Modell „Belastung –> Bandscheibenschaden –> Schmerz“ nahelegt.

Ist die Meldung einer BK kompliziert?

Diese Frage kann klar verneint werden. Das Meldeverfahren ist grundsätzlich sehr einfach und klar geregelt. Jeder Verdacht auf Vorliegen einer BK muss gemeldet werden. Zu dieser „Anzeige bei Verdacht einer Berufskrankheit“ sind z. B. alle Ärztinnen und Ärzte sowie Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen gesetzlich verpflichtet. Auch die Krankenkassen sollen entsprechende Hinweise an den Unfallversicherungsträger geben. Natürlich können Versicherte ihre Erkrankung auch selbst – und zwar einfach und formlos – bei der UKH melden.

Sind die Verwaltungsverfahren wirklich zu bürokratisch?

Nach Eingang der BK-Meldung nimmt die UKH Kontakt mit den Versicherten auf, um den Sachverhalt zu ermitteln. Dabei werden sowohl Krankengeschichte als auch Arbeitsvorgeschichte geklärt. Eine Arbeitsplatzbesichtigung und Messungen von Belastungen am Arbeitsplatz durch unsere Arbeitsschutzexperten können zur Klärung beitragen.

Die UKH prüft dann, ob die Erkrankung durch die berufliche Tätigkeit verursacht wurde. Dafür kann ein fachärztliches Gutachten durch unabhängige Sachverständige erforderlich sein. Beteiligt am Verfahren ist auch die Gewerbeärztin bzw. der Gewerbearzt des jeweiligen Bundeslandes.

Es ist schnell zu erkennen, dass diese Verfahren sehr umfangreich sind und eine gewisse Zeit erfordern. Zur Erfüllung der gesetzlichen Anforderungen sind sie jedoch nicht zu vermeiden. Aber selbst in Fällen, in denen aufwendige Ermittlungen zu den Arbeitsplatzverhältnissen in früheren Jahren notwendig sind, ist unser erklärtes Ziel, dass die Betroffenen so rasch wie möglich über das Ergebnis der Ermittlung, also die Anerkennung der Erkrankung als Berufskrankheit oder auch deren Ablehnung, informiert werden.

Liegt eine BK vor, besteht das vorrangige Ziel darin, mit allen geeigneten Mitteln die Folgen der Erkrankung zu mildern und eine Verschlimmerung zu vermeiden. Um dieses Ziel zu erreichen, erbringt die UKH Leistungen, die von der medizinischen Versorgung bis hin zu beruflichen Maßnahmen reichen können.

Verbleiben trotz qualifizierter Reha-Maßnahmen körperliche Beeinträchtigungen mit einer Minderung der Erwerbsfähigkeit (MdE) von mindestens 20 Prozent, erhalten Erkrankte eine Rente. Über die Rentenzahlung entscheidet der Die Unfallversicherungsträger können durch Satzungsbestimmung Entscheidungen über Renten, Rentenerhöhungen, Rentenherabsetzungen, Rentenentziehungen usw. besonderen Ausschüssen (z. B. Rentenausschuss) übertragen.
[mehr +]
Rentenausschuss
der UKH. Im Die Unfallversicherungsträger können durch Satzungsbestimmung Entscheidungen über Renten, Rentenerhöhungen, Rentenherabsetzungen, Rentenentziehungen usw. besonderen Ausschüssen (z. B. Rentenausschuss) übertragen.
[mehr +]
Rentenausschuss
sind Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber und die Versicherten mit jeweils gleicher Stimmenzahl vertreten.

Die Mehrzahl der anerkannten Berufskrankheiten sind Krankheiten, die sich ein Arbeitnehmer durch seine berufliche Tätigkeit zuzieht und die entweder in der Berufskrankheiten-Verordnung verzeichnet oder die nach neuen medizinischen Erkenntnissen durch den Beruf verursacht sind.
[mehr +]
Berufskrankheiten
sind allerdings leichterer Art und bedingen keine MdE von mindestens 20 Prozent. Auch wenn es nicht zur Rentenzahlung kommt, erhalten Betroffene selbstverständlich Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung nach Eintritt eines Versicherungsfalles
[mehr +]
Leistungen der UKH
, zum Beispiel Präventionsmaßnahmen, medizinische Versorgung oder berufliche Wiedereingliederung.

Sollten Erkrankte mit der Entscheidung der UKH nicht einverstanden sein, können sie dagegen Erlässt die Verwaltung einen Verwaltungsakt (z.B. Rentenbescheid, Ablehnungsbescheid), kann dieser unter Einhaltung einer bestimmten Frist (in der Regel einen Monat, Ausnahmen sind möglich) angefochten werden.
[mehr +]
Widerspruch
einlegen. Ändert die UKH ihre Entscheidung nicht, steht der Klageweg vor dem Sozialgericht offen.

Wenn die UKH nicht zuständig ist, wer hilft den Erkrankten dann?

Ein „Leistungsleck“ gibt es nicht. Die erforderliche medizinische ambulante und, wenn notwendig, stationäre Versorgung ist in jedem Fall gewährleistet. Wenn die Erkrankung keine Berufskrankheit ist, trägt die Krankenversicherung die Kosten. Bei ggf. notwendigen beruflichen oder medizinischen Reha-Maßnahmen helfen die Bundesagentur für Arbeit und die gesetzlichen Rentenversicherungsträger. Diese Stellen leisten in diesem Fall auch finanzielle Unterstützung, z. B. in Form von Krankengeld, Übergangsgeld oder Renten.

 

inform-Ausgabe 2/2019

Begutachtung bei Berufskrankheiten

Eine Begutachtung ist erforderlich. Wer wählt den Gutachter oder die Gutachterin aus?

Sie tun dies selbst. Die UKH schlägt Ihnen in der Regel drei medizinische Gutachter oder Gutachterinnen zur Auswahl vor. Sie können aber auch eine Fachärztin oder einen Facharzt Ihrer Wahl benennen. Bei nachgewiesener Eignung für die Erstellung von Gutachten wird die UKH diesem Vorschlag folgen.

Sind die Gutachter und Gutachterinnen wirklich unabhängig?

Ja. Die UKH unterhält keinen eigenen Gutachtendienst. Ärzte und Ärztinnen sind bei der Erstellung von Gutachten weisungsfrei und ausschließlich zur Anwendung ihrer medizinischen Fachkunde verpflichtet – egal, wie oft sie Gutachten erstatten, ob sie in freier Praxis oder im Krankenhaus tätig sind. Zusätzlich informiert die UKH die für den medizinischen Arbeitsschutz zuständige Stelle des Landes Hessen über das Ergebnis der Ermittlungen.

Ärzte und Ärztinnen sind verpflichtet, Berufskrankeiten zu melden. Bild: ©Adobe Stock, creo77

Nicht jeder Rückenschmerz muss eine BK sein. Bild: ©Adobe Stock, #CNF

Bei einer anerkannten BK „Hautkrebs“ kümmern wir uns auch um die medizinische Vorsorge. Bild: ©Adobe Stock, Africa Studio

Datum: Kategorie(n): Leistungen UKH · Versicherungsschutz · Versicherungsschutz · Gesundheit · Drucken
Autor/Interviewer: Thiemo Gartz, E-Mail: t.gartz@ukh.de