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Datum: Kategorie(n): Versicherungsschutz · Leistungen UKH · Versicherungsschutz · Drucken

Rente nach Arbeitsunfällen

Keine Sorge, dies ist kein weiterer Beitrag zur aktuellen Diskussion der politischen Parteien zum Renteneintrittsalter. Aber vielleicht wird es Sie überraschen, dass die meisten Unfallkasse Hessen (UKH) Rentnerinnen und Rentner noch gar nicht im klassischen Rentenalter sind...

Ein großer Anteil unserer Rentner*innen sind tatsächlich Kinder und Jugendliche, ein weiterer großer Teil Arbeitnehmer*innen, und nur ein geringer Anteil ist über 65 Jahre alt. Wie kommt diese Situation zustande? Ursachen sind der versicherte Personenkreis der Unfallkasse Hessen (UKH) und die Leistungsvoraussetzungen für Versichertenrenten. Denn grundsätzlich kann jede bei der UKH versicherte Person vom Kinderkrippenkind bis zu pflegenden Angehörigen einen Anspruch auf Versichertenrente erlangen. Unsere Rente ist an kein Mindest- oder Höchstalter gebunden.

Die Versichertenrente ist die finanzielle Unterstützung für Personen, die nach einem Ein Arbeitsunfall ist ein zeitlich begrenztes, von außen auf den Körper einwirkendes Ereignis, das zu einem Gesundheitsschaden oder zum Tod führt.
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Arbeitsunfall
trotz Heilbehandlung und Reha-Maßnahmen nicht wieder uneingeschränkt am Erwerbsleben teilnehmen können. Voraussetzung hierfür ist eine andauernde Minderung der Erwerbsfähigkeit von mindestens 20 Prozent durch einen Ein Arbeitsunfall ist ein zeitlich begrenztes, von außen auf den Körper einwirkendes Ereignis, das zu einem Gesundheitsschaden oder zum Tod führt.
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Arbeitsunfall
, einen Wegeunfälle stehen grundsätzlich unter Versicherungsschutz.
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Wegeunfall
oder eine Berufskrankheit.

Die Entschädigung unserer Versicherten erfolgt nach dem Schadensersatzprinzip. Das bedeutet, dass durch Verletztenrenten nicht nur ein Beitrag zum Lebensunterhalt geleistet, sondern auch pauschal ein Gesundheitsschaden und immaterielle Folgen (Schmerzen, Behinderungen im täglichen Leben) ausgeglichen werden. Die Höhe der Rente richtet sich dabei nach mehreren Faktoren. Entscheidend sind im Regelfall der Grad der Minderung der Erwerbsfähigkeit und der Jahresarbeitsverdienst. Der Die Unfallversicherungsträger können durch Satzungsbestimmung Entscheidungen über Renten, Rentenerhöhungen, Rentenherabsetzungen, Rentenentziehungen usw. besonderen Ausschüssen (z. B. Rentenausschuss) übertragen.
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Rentenausschuss
der UKH entscheidet letztendlich darüber, ob eine Rente gezahlt wird.

Minderung der Erwerbsfähigkeit (MdE)

Die MdE richtet sich danach, wie sehr die infolge des Versicherungsfalls eingetretene Minderung des körperlichen und geistigen Leistungsvermögens von Versicherten deren Arbeitsmöglichkeiten einschränkt.

Die Höhe der MdE hängt aber nicht davon ab, wie viel die Arbeitnehmer am Monatsende aufgrund der Unfallfolgen weniger in der Lohntüte haben (konkreter Einkommensverlust). Beurteilt wird vielmehr die Einschränkung der aktuellen und zukünftigen Erwerbsmöglichkeiten auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt. Die MdE ist unabhängig vom Einkommensverlust und, abgesehen von bestimmten Härtefällen, auch vom konkreten Beruf des Versicherten. Daher ist es auch möglich, dass nicht erwerbstätige Personen, z.B. Schüler, in ihrer Erwerbsfähigkeit eingeschränkt sein können. Man spricht hier von einer abstrakten Schadensbemessung.

Ist die Erwerbsfähigkeit durch mehrere Versicherungsfälle gemindert, wird die MdE für jeden Versicherungsfall gesondert festgestellt, und dementsprechend werden mehrere Renten gezahlt. Der Grad der MdE wird in Prozent angegeben.

Der Jahresarbeitsverdienst ist der Gesamtbetrag der Arbeitsentgelte und Arbeitseinkommen des Versicherten in den zwölf Kalendermonaten vor dem Monat, in dem der Versicherungsfall eingetreten ist.
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Jahresarbeitsverdienst (JAV)

Der zweite Rentenberechnungsfaktor nach der MdE ist der JAV. Als JAV gilt das Arbeitsentgelt sind alle laufenden oder einmaligen Einnahmen aus einer Beschäftigung.
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Arbeitsentgelt
und das Arbeitseinkommen in den letzten zwölf Kalendermonaten vor dem Versicherungsfall (z.B. Unfalltag).

Für Kinder unter 15 Jahren ist die Höhe des JAV im Gesetz festgelegt. Für Versicherte ab dem 15. Lebensjahr sieht das Gesetz einen Mindest-JAV vor.


Der JAV für Kinder und der Mindest-JAV sind von der im Zeitpunkt des Versicherungsfalls maßgebenden Bezugsgröße abhängig, die für die alten und neuen Bundesländer jährlich neu festgelegt wird. Demzufolge beträgt der JAV für Versicherte

  • bis zum sechsten Lebensjahr 25 Prozent,
  • vom sechsten bis zum 15. Lebensjahr 33 1/3 Prozent,
  • vom 15. bis zum 18. Lebensjahr mindestens 40 Prozent und
  • ab dem 18. Lebensjahr mindestens 60 Prozent

der jeweiligen Bezugsgröße.

Dies ergibt aktuell z.B. für über 18-Jährige 20.916 Euro.


Das Gesetz legt für die Berechnung der Rente auch eine Obergrenze (Höchst-JAV) fest: diese beinhaltet höchstens das Zweifache der im Zeitpunkt des Versicherungsfalls maßgebenden Bezugsgröße. Die Satzung kann eine höhere Obergrenze bestimmen. Hiervon hat die UKH Gebrauch gemacht. In ihrer Satzung hat sie den Höchst-JAV mit dem 2,5-fachen Satz der Bezugsgröße, aktuell 88.000 Euro, festgesetzt.

Wie hoch ist die Verletztenrente?

Die Berechnung der Rente ist im Prinzip ganz einfach. Die Haupt-Berechnungsfaktoren sind der JAV und die MdE.

Die Rentenformel lautet: JAV x 2/3 x MdE in % = Jahresrente

Ein Beispiel: Bei einem JAV von 45.000 Euro und einer MdE von 20 Prozent erhält der Versicherte eine Teilrente von 6.000 Euro jährlich, bzw. 500 Euro monatlich.

Formel: 45.000 x 2/3 x 20 = 6.000 Euro

 


 

Häufig gestellte Fragen

Bekomme ich die Rente auf Lebenszeit?

Der Anspruch der Rente hängt von den Auswirkungen der Unfallfolgen auf die Erwerbsfähigkeit ab. Oft können die Unfallfolgen im Laufe der Zeit gebessert oder beseitigt werden. Sinkt dann die MdE unter 20 Prozent, verliert der Versicherte seinen Anspruch auf Rente. Bei dauerhaften Unfallfolgen kann die Rente aber grundsätzlich auf Lebenszeit gezahlt werden. Eine Beschränkung auf Lebensalter (z.B. 65. Lebensjahr) besteht nicht.

Wird die Rente immer in gleicher Höhe gezahlt?

Die Höhe der Rente verändert sich, wenn sich die Berechnungsfaktoren verändern. Unfallfolgen und die MdE können sich nicht nur bessern bzw. sinken, sie können sich auch verschlimmern bzw. die MdE kann steigen. Ist diese Veränderung wesentlich, verändert sich auch die Rentenhöhe. Der JAV wird für junge Menschen bei Erreichen bestimmter Lebensalter bzw. Beendigung der Ausbildung sowie nach Berufsjahren automatisch erhöht. Dies wirkt sich auf die Rentenformel aus. Die Rente steigt. Nicht zuletzt werden die Unfallrenten wie die Altersrenten jährlich dynamisiert. Die Anpassungsfaktoren der gesetzlichen Unfallversicherung gleichen denen der Rentenversicherung.

Spielt mein neben der Rente erzieltes Arbeitseinkommen oder Leistungen anderer Sozialleistungsträger eine Rolle für die Auszahlung der Rente?

Bei Versichertenrenten spielt das erzielte Einkommen nach dem Unfall oder Leistungen anderer Leistungsträger grundsätzlich keine Rolle. Eine Einkommensanrechnung gibt es nur bei Hinterbliebenenrenten. Aber: Dies gilt nicht für die anderen Leistungsträger! Insbesondere die Rentenversicherung kürzt ihre Leistungen bei Bezug von Unfallrenten ab Erreichen bestimmter Höchstgrenzen. Auch bei Bezug von Sozialhilfe oder Arbeitslosengeld II wird unsere Rente angerechnet. Fragen Sie zur Sicherheit ihren zuständigen Leistungsträger!

Kann ich meine Rente kapitalisieren?

Ist bei den Unfallfolgen ein Dauerzustand eingetreten, kann wahlweise die Rente als vorläufige Entschädigung; Rente auf unbestimmte Zeit; Abfindung einer Witwen- oder Witwerrente bei Wiederheirat:
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Abfindung
der Rente beantragt werden. Aufgrund des Alters des Versicherten und der Zeit, die seit dem Unfall vergangen ist, berechnet sich ein Kapitalisierungsfaktor für die Jahresrente zwischen 20,5 für die Jüngsten und 1,6 für Versicherte ab dem 95.(!) Lebensjahr.

 

inform Ausgabe 2/2016

Weitere Informationen zum Rentenverfahren

"Die Minderung der Erwerbsfähigkeit (mdE) ist unabhängig vom Einkommensverlust und, abgesehen von bestimmten Härtefällen, auch vom konkreten Beruf des Versicherten."

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Autor/Interviewer: Thiemo Gartz, E-Mail: t.gartz@ukh.de (069 29972-302)