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Sicherheitshinweise für Bauhöfe in Zeiten von Corona

Die kommunalen Bauhöfe sichern durch die Erfüllung ihrer Aufgaben den Erhalt der kommunalen Infrastruktur, insbesondere der Straßenunterhaltung, Straßenreinigung und der Wasser- und Abwasserentsorgung. Anlässlich der Corona-Situation hat die Unfallkasse Hessen Empfehlungen in Bezug auf Hygiene, Kontaktvermeidung und den Umgang mit Risikogruppen für Sie zusammengestellt.

Diese allgemeinen Empfehlungen anlässlich der Gefährdung durch den Coronavirus müssen aber im Rahmen der betrieblichen Gefährdungsbeurteilung auf die einzelnen Arbeitsbereiche angepasst, unterwiesen, angewendet und die Umsetzung anschließend überwacht werden. Hinweise zur Ergänzung der Gefährdungsbeurteilung finden Sie hier.

Allgemeine Hinweise zu Risikogruppen

Das Robert Koch-Institut (RKI) weist darauf hin, dass nach derzeitigem Kenntnisstand mit zunehmendem Alter das Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs zunimmt. Besprechen Sie deshalb mit älteren Kolleginnen und Kollegen, wie deren Anwesenheit auf das Nötigste beschränkt werden kann.

Auch bei Personen mit einer Grunderkrankung (z. B. Herz- und Herzkreislauferkrankungen, Diabetes, Erkrankungen des Atmungssystems, der Leber, der Niere sowie Krebserkrankungen) sowie allen Mitarbeitenden mit unterdrücktem Immunsystem (wegen Erkrankung oder Einnahme von Medikamenten, die die Immunabwehr unterdrücken) sollte über die Präsenzpflicht nachgedacht werden. Auch Schwangere gehören zur Risikogruppe.

Beschäftigte, die Atemwegsinfektionen oder Fieber zeigen, sollten der Arbeit unbedingt fernbleiben!

Hygienemaßnahmen

Flächen, mit denen mehrere Mitarbeiter*innen in Kontakt kommen (z. B. Türgriffe, Bedienfelder der Aufzüge, Bedienfelder der Kaffeemaschinen, Bedienfeld des Buchungsterminals, Etagendrucker, Handläufe im Treppenhaus), sollten einmal täglich gereinigt und desinfiziert werden, das gilt auch für Computertastaturen, Monitore und Telefone.

Ebenfalls wichtig sind Hygienemaßnahmen bei den Kontaktflächen in Fahrzeugen und an Arbeitsgeräten. Dazu gehört der Fahrzeuginnenraum ebenso wie Griffe oder Bedienelemente. Diese Kontaktflächen sollten arbeitstäglich bzw. nach Gebrauch z. B. mit fettlösenden Haushaltsreinigern/ Spülmitteln gereinigt werden. Diese sind aufgrund eines zusätzlichen mechanischen Effekts zur Inaktivierung und Entfernung von Coronaviren geeigneter als reine Desinfektionsmittel. Nutzen Sie getränkte Einmaltücher genutzt. Wenn die Reinigung mittels Eimer und Wischlappen erfolgt, muss danach das Wischwasser und der Lappen gewechselt werden.

Sorgen Sie dafür, dass Ihre Mitarbeiter*innen jederzeit, d. h. auch im für Bauhofmitarbeiter üblichen Außendienst, Zugang zu Wasch- und Desinfektionsgelegenheiten haben! Die Möglichkeit der Händereinigung muss auch im Außendienst sichergestellt werden. Dazu kann es nötig sein einen Wasserbehälter mit Zapfhahn, Flüssigseife und Einmalhandtücher mitzuführen. Eine Option sind eventuell auch Desinfektionstücher.

Persönliche Schutzausrüstung (PSA)

  • Arbeitshandschuhe sollten getragen und regelmäßig - bei verkürzter Wechselfrequenz - getauscht werden. Empfohlen werden Schutzhandschuhe mit Latex- oder Nitrilüberzug.
  • Reinigungszyklus der Arbeits- und Warnkleidung anpassen; evtl ist ein weiterer Satz Kleidung/PSA erforderlich.

Ein Tragen von Masken als Mund-Nasen-Schutz/Atemschutz wird nicht als sinnvoll angesehen, weil das Risiko einer Kontamination durch Fehlanwendung (Verschleppung von Keimen beim Anlegen der PSA) besteht. Beim ungeübten Anlegen der Maske kommt es zu unnötigen Berührungen im Gesichtsbereich oder Verschmutzung der Maske.

Leerung kommunaler Abfallbehälter (Papierkörbe)

  • Verwenden Sie nur Abfallbehälter, die mit einem Abfallsack ausgestattet sind. Das Ausleeren von Hand auf eine offene Ladefläche oder Umschütten in andere Behälter ist zu vermeiden. Der Handkontakt zu Abfällen muss unbedingt vermieden werden.
  • Bei der Leerung sollten passende Hilfsmittel, z. B. Greifer oder geeignete Säcke, eingesetzt werden. Schutz vor Infektionen bietet regelmäßiges Händewaschen bzw. das Desinfizieren der Hände.

Kontakte vermindern bzw. vermeiden

  • Teilen Sie Ihre Beschäftigten in Gruppen auf und lassen Sie diese zeitlich versetzt beginnen.
  • Ist ein Arbeiten im Team unvermeidbar, lassen Sie immer die gleichen Mitarbeiter*innen zusammenarbeiten.
  • Ein Betreten des Betriebsgeländes erst unmittelbar vor der Rüstzeit und das Verlassen unmittelbar danach sollte ebenfalls vorgesehen werden.
  • Verteilen Sie, wenn möglich, die Mitarbeiter*innen auf mehrere Fahrzeuge, damit nicht mehr als zwei Personen in einem Fahrzeug unterwegs sind.
  • Lassen Sie nicht zu, dass mehrere Personen, z. B. zu Pausen oder Besprechungen, aufeinandertreffen. Ist es nicht zu vermeiden, sollte ein großzügiger Abstand voneinander eingehalten werden.
  • Ersetzen Sie Besprechungen/Unterweisungen soweit möglich durch schriftliche oder telefonische Anweisungen. Möglicherweise reicht ausnahmsweise auch eine schriftliche Information oder elektronische Unterweisung, oder ein Kurzbriefing im Freien. Die besondere Situation wird bei möglicherweise drohenden haftungsrechtlichen Konsequenzen, z. B. nach einem Ein Arbeitsunfall ist ein zeitlich begrenztes, von außen auf den Körper einwirkendes Ereignis, das zu einem Gesundheitsschaden oder zum Tod führt.
    [mehr +]
    Arbeitsunfall
    , sicherlich durch die Aufsichtsbehörden berücksichtigt werden.
  • Die Nutzung der Umkleide- und Duschräume ist so zu regeln, dass sich verschiedene Gruppen dort nicht treffen und der Zugang generell nur unter Berücksichtigung der Abstandsregelungen erfolgt. Duschen mit Seife ist in der jetzigen Situation weiterhin dringend zu empfehlen und der beste Schutz gegen das Virus. Sorgen Sie dennoch dafür, dass die Beschäftigten den Kleidungswechsel und die Körperhygiene nach der Arbeit nicht nach Hause verlegen.
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Autor/Interviewer: Thomas Rhiel, E-Mail: t.rhiel@ukh.de